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West Bürger protestieren gegen Abholzung in Calenberger Neustadt
Hannover Aus den Stadtteilen West Bürger protestieren gegen Abholzung in Calenberger Neustadt
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08:55 02.10.2010
Von Conrad von Meding
Versuch macht klug: Aktivisten zeigen, wie man sich an Bäume kettet. Quelle: Kristoffer Finn

„Das hier ist doch unsere grüne Lunge“, empört sich Margitta Abels. Es sei „eine Zumutung, dass die Stadt hier alle Bäume fällen will.“ Und auch die 82-jährige Helene Baas, die schon nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist und deshalb auf das kleine Erholungsgebiet an der Glocksee angewiesen ist, macht mit beim Protest gegen das „Calenberger Loch“, wie die geplante Hochwasserabgrabung in der Calenberger Neustadt genannt wird. Freitagabend hatte die Bürgerinitiative zum Trainingsabend eingeladen, Aktivisten machten vor, wie man sich symbolisch an Bäume kettet, um die Fällung zu verhindern.

„Das hier wird wie ,Stuttgart 21‘ werden“, prophezeit Anwohnerin Abels – und fast alle nicken beifällig. Der Protest gegen das Milliardenprojekt der Bahn im Schwabenland und das brutale Vorgehen der Polizei vom Vortag ist am Ihmeufer Dauerthema. „Ich will doch stark hoffen, dass es hier nicht so endet“, sagt Cordula Lüdtke-Eichhorn, die die Initiative zum Schutz der Grünfläche 2009 gegründet hatte. Sie ärgere sich aber zunehmend, dass sie von der Stadt wochenlang keine Antwort bekomme, wann das Abholzen denn nun genau starten soll.

Bis zu 320 Bäume sollen insgesamt fallen, wenn das grüne Ihmeufer rund um die Benno-Ohnesorg-Brücke und die Spinnereibrücke zum Hochwasserschutz bis zu vier Meter tief ausgegraben wird. In Kürze könnte es im Bereich des ehemaligen Gaswerks losgehen, wo vorab Schadstoffe im Boden saniert werden sollen. Mitstreiter der Bürgerinitiative Thomas Ganskow aus dem Ihme-Zentrum hatte bei Gericht eine einstweilige Verfügung gegen die Fällung beantragt, wird sie jetzt aber zurückziehen. Eine Bürgerinitiative habe nicht das Recht, so etwas zu beantragen, berichtet Ganskow unter Kopfschütteln der gut sechs Dutzend Umstehenden. Ratsherr Luk List von der Linksfraktion erzählt, dass es auch politisch noch einmal den Versuch geben soll, die Fällung zu stoppen. „Ich bin nicht gegen Hochwasserschutz“, sagt er: „Aber bevor man so viele Bäume abholzt, müssen erst alle Alternativen geprüft sein.“ Viel Hoffnung auf eine politische Lösung macht er aber nicht: „Wir sehen das doch in Stuttgart: Was beschlossen ist, wird durchgezogen.“

Protest geht weiter: Am nächsten Freitag, 17.30 Uhr, soll es eine Demo von der Spinnereibrücke zum Pfarrlandplatz mit Zwischenkundgebungen am Lindener Marktplatz und am Küchengarten geben.

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