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Bürgerverein Badenstedt seit 50 Jahren aktiv

Jubiläum Bürgerverein Badenstedt seit 50 Jahren aktiv

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder des Bürgervereins Badenstedt zum Austausch und zum Pläne schmieden. Ob beim Straßenbau oder Denkmalschutz, seit der Vereinsgründung vor 50 Jahren haben sie viel für den Stadtteil erreicht. Der Kontakt zu den Bürgern steht dabei immer an erster Stelle.

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Auch der Brunnen am Badenstedter Markt ist mit tatkräftiger Unterstützung des Bürgervereins entstanden.

Badenstedt. Die Bürgervereine leisten eine nicht zu ersetzende Aufbau- und Ausgleichsarbeit auf nicht politischer Grundlage.“ Diese Feststellung machte Ernst Bertram vor fünfzig Jahren, damals Vorsitzender der hannoverschen Bürgervereine, auf der Gründungsversammlung der „Filiale Badenstedt“. Wünsche und Anregungen der Bürger im Stadtteil sollten über dieses Gremium an die Verwaltung weitergeleitet werden. Außerdem schrieb sich der neu gegründete Bürgerverein auf die Fahnen, auch für eine Umsetzung der Vorschläge zu sorgen.

Zwölf Gründungsmitglieder waren damals angetreten, um „die kommunalen Dinge für den stiefmütterlich behandelten Stadtteil und die Umgebung voranzubringen.“ Und es gab offensichtlich viel zu tun: Der Bürgerverein kümmerte sich in seinen ersten drei Jahrzehnten vor allem um die Zusammenführung von Politikern und Bürgern, den Bau und die Instandsetzungen von Straßen, die Säuberung von Parkanlagen und die Beseitigung von wilden Müllkippen oder die Verbesserung der Verkehrsanbindung. „Wir haben aber nicht nur organisiert, sondern stets auch selbst mit angepackt“, betont Joachim Hartmann, zweiter Vorsitzender des Vereins, der heute knapp 150 Mitglieder zählt.

Aber der Bürgerverein hat auch Dinge verhindert. Durch seinen massiven Widerstand gegen eine geplante Bebauung des so genannten Salinengeländes mit einer Trabantenstadt für 5000 Menschen konnte der Verein die Pläne des Wohnungsbauunternehmens „Neue Heimat“ 1972 stoppen. Erst später stellte sich heraus, dass der Baugrund ohnehin ungeeignet gewesen wäre. Der Ausbau der Bundesstraße 65 wurde auch mithilfe des Bürgervereins erfolgreich als Trogstrecke umgesetzt. Und auch die schon mehrfach geplante Schließung des Badenstedter Friedhofs „Im Born“ wurde auf Drängen der Badenstedter Bürger ausgesetzt. Für diesen Erfolg hat der Verein vor 20 Jahren sogar eine Auszeichnung erhalten: gewissermaßen aus den eigenen Reihen – von der Interessengemeinschaft der Badenstedter Geschäftsleute.

„Uns liegen aber nicht nur die baulichen oder infrastrukturellen Verbesserungen im Stadtteil am Herzen“, betont Schatzmeisterin Elisabeth Ritter. Der Stadtteil solle vor allem lebenswerter gestaltet werden, sauber und sicher sein. „Der Kontakt zu den Bürgern ist uns sehr wichtig“, sagt auch der ehemalige Vorsitzende des Vereins, Alexander Brandes. „Vor allem auch zu den ausländischen Mitbürgern“, ergänzt seine Frau Christiane Brandes.

Besonders stolz ist der Verein auf Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit. „Wir haben das Badenstedter Denkmal renovieren lassen, zwei Freundschaftshaine für Badenstedt geschaffen, für die Erneuerung der Schienen auf der Badenstedter Straße gesorgt und das Brunnenprojekt auf dem Marktplatz realisiert“ , erklärt Joachim Hartmann. Erst im vergangenen Jahr wurde die Anlage fertiggestellt, rund 20 000 Euro stammen aus Mitteln der Stadtteilförderung, 1500 Euro aus Spenden der Badenstedter Bürger. Das kinderfreundliche Modell kommt gut an und fördert das Leben auf dem Marktplatz. Der Verein trägt zudem die Energiekosten und sorgt für die tägliche Reinigung, wie Hartmann betont.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder zum Austausch und zum Pläne schmieden. „Wir sind finanziell nicht so gut aufgestellt, dass wir Großprojekte stemmen können“, betont Schatzmeisterin Ritter. „Aber wir bringen trotzdem einiges auf den Weg.“

Vor allem haben sich die Ehrenamtlichen einen engen Kontakt zu den Badenstedtern auf die Fahnen geschrieben. Und zu den Bezirkspolitikern. „Es gibt da etliche Problemfälle, denen wir auch auf kommunaler Ebene nachgehen wollen“, sagt Ritter. So gebe es etwa ein Parkplatzproblem an der Lenther Straße. „Wird auf beiden Seiten der Straße geparkt, wird es eng für den Verkehr. Stehen die Fahrzeuge mit zwei Rädern auf dem breiten Gehweg, hagelt es Knöllchen“, berichtet die Schatzmeisterin. Auch in Sachen Hochbahnsteige würde der Bürgerverein gern ein Wörtchen mitreden. „Uns würde schon ein Silberpfeil reichen, da sind die Einstiege niedriger“, sagt Hartmann. Ein „echter“ Hochbahnsteig wäre allerdings noch besser. Auch die fehlenden Radwege auf der Badenstedter Straße sind ein Anliegen. „Viele Radler müssen gewissermaßen auf die Gehwege ausweichen, dann aber sind die Fußgänger und Händler verärgert“, sagt Ritter. Und nicht zuletzt spielen auch soziale Projekte bei der Arbeit des Vereins eine Rolle: Besuche im Altenheim, Organisation von Konzerten oder die Anschaffung von Bollerwagen für Kindertagesstätten.

Ein Fest zum Jubiläum wird es übrigens nicht geben. „Wir haben uns überlegt, das Geld dafür lieber zu spenden“, sagt Joachim Hartmann. Für ein Verkehrserziehungsprojekt der Paul-Gerhardt-Kita. Schließlich könne man bei den Eltern auch ein wenig in eigener Sache aktiv werden. „Wir brauchen nämlich dringend Nachwuchs unter 50“, sagt Elisabeth Ritter. Der Ehrenvorsitzende Alexander Brandes kann nur zustimmen.

Die nächste Zusammenkunft ist am Dienstag, 6. September, um 20 Uhr in Kischers Landhaus, Lenther Straße 18. Wer Informationen über den Bürgerverein haben möchte, kann die Geschäftsstelle unter Telefon 49 24 86 erreichen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt acht Euro pro Person und 13 Euro für Paare.

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