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Butjerbrunnenplatz in Hannover soll wiederbelebt werden

Oberricklingen Butjerbrunnenplatz in Hannover soll wiederbelebt werden

Er ist groß, liegt im Herzen Oberricklingens – und wird trotzdem von den meisten Bürgern des Stadtteils ignoriert: Der Butjerbrunnenplatz hat etwas mehr Aufmerksamkeit verdient.

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"Wirkt oft ziemlich tot": Das Gelände an der Wallensteinstraße wird von Anliegern und Besuchern bislang nur mäßig angenommen.

Quelle: Schwarzenberger

Hannover. Er ist groß, liegt im Herzen Oberricklingens – und wird trotzdem von den meisten Bürgern des Stadtteils ignoriert: Der Butjerbrunnenplatz hat etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Das findet zumindest Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. Gemeinsam mit der stellvertretenden Regionspräsidentin Angelika Walther hat Markurth jüngst eine Arbeitsgemeinschaft zur Belebung des Platzes aus der Taufe gehoben. Das Ziel: Mit wenig Aufwand soll es künftig mehr als nur den Wochenmarkt oder eine der selteneren Veranstaltungen im Sommer und in der Adventszeit geben.

Markurth und Walther sind selbst Anwohner; und auf die Nachbarschaft selbst soll der Funke auch überspringen. „Wir wollen mehr bürgerschaftliches Engagement für den Platz“, sagt der Bezirksbürgermeister. Ihm schwebt eine Politik der kleinen Schritte vor. „Das können einfache Dinge sein, wie öffentliche Chorproben oder ein Pflastermalwettbewerb, den beispielsweise das Freizeitheim Ricklingen für Kinder ausrichtet“, sagt SPD-Bezirksratsherr Martin Walther. Stadtteilpolitiker, die Kirchengemeinde St. Thomas, Vereine sowie Geschäftsleute sollen sich in der Arbeitsgemeinschaft zusammenfinden. Erste Treffen hat es bereits gegeben.

In der Runde sitzt auch Christa Müller-Jaenicke von der Siedlergemeinschaft Groß-Ricklingen. „Der Platz wirkt oft ziemlich tot“, sagt sie. Mehr Pflege und mehr Attraktionen würden ihm guttun. Manchmal liege Müll auf dem Platz herum. „Da hat jeder Passant selbst die Verantwortung“, sagt Müller-Jaenicke. Die Idee, ein Konzept für mehr Leben auszuarbeiten, findet sie gut. Schulen oder Kindergärten könnten den Platz beispielsweise zum Ausflugsziel machen. Müller-Jaenicke denkt mit einigen Frauen der Siedlergemeinschaft über eine Verschönerung der Grünanlagen nach. „Es gibt die Idee, die Beete besser zu pflegen.“ Stadtbezirksmanager Joachim Sievers will sich um die Kontakte zur Verwaltung kümmern – für den Fall, dass Genehmigungen für einzelne Aktionen nötig sind – und die Gewerbetreibenden rings um den Platz ansprechen. „All das muss sich erst noch langsam entwickeln“, sagt Sievers. Ein konkretes Ergebnis haben die Bemühungen der AG aber schon gebracht: Eine Klasse der Peter-Ustinov-Schule wird im Rahmen ihres Zeichenkurses noch im Juni auf dem Butjerbrunnenplatz Station machen.

Es gibt allerdings kleine Grüppchen, die schon längst häufig am Butjerbrunnenplatz zu finden sind. Meist sind es Anwohner, die auf dem öffentlichen Platz auch mal gern zur Bierflasche greifen. Für großen Unmut gesorgt haben sie bislang noch nicht. „Es sind fünf bis zehn Menschen täglich“, hat Martin Walther festgestellt. Ihn sorge aber, dass auch neue Besucher anzutreffen seien, die härteren Alkohol konsumierten. Von einer so großen Ansammlung, wie in Ricklingen am Schünemannplatz zu beobachten, ist der Butjerbrunnenplatz indes weit entfernt. „Wir wollen es aber auch gar nicht erst zu einem Problem werden lassen“, meint Markurth. Die AG solle deshalb Ideen entwickeln, wie der Platz für möglichst viele Nutzergruppen attraktiver werden könne.

Versuche dafür hat es schon mehrfach gegeben. So bekam der Butjerbrunnen eine neue Beleuchtung; 2009 ließ der Bezirksrat einen Bücherschrank aufstellen. Unbekannte hatten die Minibücherei vor einigen Wochen nachts demoliert. „Er wurde auch zuvor schon mehrmals zerstört“, berichtet Markurth. Die Stadt ließ den Holzschrank vorerst abbauen; will ihn aber in Kürze wieder an anderer Stelle installieren. Voraussichtlich bekommt er vor der Ladenzeile auf der anderen Seite der Wallensteinstraße seinen neuen Standort. Der Termin für die Neuinstallation steht noch nicht fest.

Marcel Schwarzenberger

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