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Operation an Lindens Herzkammer

D-Linie sorgt für Veränderungen in der Limmerstraße

Von Susanna Bauch

Die Entscheidung über die barrierefreie Ausgestaltung der sogenannten D-Linie 10 der Stadtbahn vom Aegidientorplatz nach Ahlem verschafft der Limmerstraße ein neues Gesicht. Egal, ob sich Region Hannover, Stadt, Infra und Üstra letztendlich für ein Niederflur- oder ein Hochflursystem entscheiden, wird sich auf der Limmerstraße optisch einiges verändern.
Foto: Der bewachsene Erdhügel, der früher den Aufgang zur Fußgängerbrücke bildete, soll abgetragen werden und dem neuen Hochbahnsteig Platz machen.

Der bewachsene Erdhügel, der früher den Aufgang zur Fußgängerbrücke bildete, soll abgetragen werden und dem neuen Hochbahnsteig Platz machen.

© Susanna Bauch

Linden. Die Hochflurvariante: Sollte das bestehende System ausgebaut werden, würde vor allem am Küchengartenplatz einiges neu gestaltet. Die Haltestelle soll dann in den Bereich am Eingang zur Limmerstraße verlegt werden, wo ein Erdhügel vom früheren Treppenaufgang zur abgerissenen Brücke zum Ihme-Zentrum übrig geblieben ist. An dieser Stelle soll der Bahnsteig errichtet werden, so dass ein neuer Platz entstehen würde, der den Küchengartenplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite ergänzen könnte. Am Standort der jetzigen Haltestelle Küchengarten müsste dann noch eine Extra-Haltestelle in Form einer Bordsteinerhöhung über mehrere Meter Länge für den auf der Limmerstraße verkehrenden RegioBus eingerichtet werden. Im weiteren Streckenverlauf nach Ahlem soll die Haltstelle Leinaustraße um rund 150 Meter in Höhe Edeka-Markt und Stadtsparkasse verlegt werden. Im Zuge dessen wandert auch die Haltestelle Ungerstraße weiter Richtung Freizeitheim Linden, die gesondert angelegten Haltestellen für den Bus wandern ebenfalls.

Die Niederflurvariante: Bei dieser Planung soll ein Bahnsteig am Anfang der Limmerstraße in Höhe Küchengarten an den jeweiligen Straßenseiten angelegt werden. Ein zweiter Bahnsteig würde dann entsprechend der Hochflurvariante in Höhe Edeka-Markt und Sparkasse auf der verkehrsberuhigten Zone der Limmerstraße errichtet, die Haltestelle Ungerstraße  ebenfalls weiter in Richtung Freizeitheim verlegt. Da die Einstiegshöhe für den RegioBus nicht identisch mit der der Niederflurbahnen ist, müssen allerdings auch bei dieser Variante zusätzlich sogenannte „Buscaps“ angelegt werden, die sich teilweise in die Bürgersteige integrieren lassen.

Anlass für die Diskussion um Niederflurfahrzeuge waren heftige Proteste von Anwohnern und Geschäftsleuten an der Limmerstraße in Linden-Nord. Sie befürchteten, dass Bewegungsfreiheit und Aufenthaltsqualität durch Hochbahnsteige massiv eingeschränkt würden. Daraufhin wurde ein Runder Tisch eingerichtet, um für die Haltestellen in Linden-Nord geeignete bauliche Lösungen zu finden. Dieser entwickelte für die Stadtbahnhaltestellen Küchengarten, Leinaustraße und Ungerstraße Lösungen – jeweils für Hochflur- und für Niederflurtechnik. Auf dieser Grundlage wurden Entwürfe entwickelt, um die beiden Varianten zu veranschaulichen.

Daneben wurde ein Arbeitskreis aus Vertretern der Region Hannover, der Landeshauptstadt Hannover, der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover, der TransTecBau und den Verkehrsunternehmen Üstra und RegioBus damit beauftragt, alle Haltestellen der Stadtbahnlinie 10 konkret durchzuplanen, Kosten zu berechnen und einen umfassenden, transparenten Vergleich zwischen beiden Systemen vorzunehmen. Insgesamt 53 Einzelkriterien, die wiederum fünf „Zielfeldern“ zu geordnet waren, hatte der Arbeitskreis bei seinem Systemvergleich zu prüfen. In der Gesamtbewertung ergaben sich Vorteile für die Beibehaltung des Hochflursystems, für ein Niederflursystem spricht allerdings die „Stadtverträglichkeit“ des Systems. In ihrem Fazit empfehlen die Experten deshalb die Beibehaltung des Hochflursystems mit zweizügigen Wagen auf der Stadtbahnlinie 10.

Aus Sicht der Verwaltung sind sowohl die Hochflur- als auch die Niederflurvariante gut realisierbar und attraktiv. „Wir sind offen in diesen Prozess hineingegangen und wir bleiben auch offen für beide Alternativen“, betonte der Verkehrsdezernent der Region Hannover, Ulf-Birger Franz. In den kommenden Wochen solle zunächst eine Entscheidung über die Systemfrage getroffen werden. Die Arbeitsgruppen habe die Argumente für beide Varianten gut aufbereitet. Bis Jahresende ist gemeinsam mit der Landeshauptstadt eine detaillierte Planung und die Klärung städtebaulicher Fragen vorgesehen. „Dabei werden wir die Anlieger entlang der Strecke einbeziehen“, betonte Franz. Auch für den weiteren Streckenverlauf Richtung Innenstadt sollen Haltepunkte verlegt werden. So könnte für beide Varianten die Haltestelle Clevertor entfallen, die Stadtbahn würde dann nur am Steintor halten.

Piraten regen Absenkung an: Die Piratenpartei regt für die Limmerstraße eine dritte bauliche Variante an. Andis Rava, Einzelvertreter im Stadtbezirksrat Linden-Limmer, schlägt Hochbahnsteige vor, an denen das Gleisbett um dreißig Zentimeter abgesenkt wird. So muss sich der Hochbahnsteig nur noch 60 Zentimeter über das Straßenniveau erheben, entsprechend reduziere sich die „Wuchtigkeit“ des Baus. Mit einer Anfrage an die Verwaltung will Rava ergründen, ob diese Bauform, wie sie im Stuttgarter Bahnnnetz eingesetzt wird, geprüft wurde.

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