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Denkmal für Deserteure enthüllt

Fössefeldfriedhof Denkmal für Deserteure enthüllt

„Ungehorsam 1939 – 1945“. So heißt das Denkmal für den unbekannten Deserteur, das am Sonnabend auf dem Stadtteilfriedhof Fössefeld enthüllt worden ist. Geschaffen hat die Skulptur aus gusseisernen Trichtern die hannoversche Künstlerin Almut Breuste. Neben einem ordentlich geschichteten Stapel steht ein durcheinandergewürfelter Haufen – aus der Reihe gefallen. 

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Kulturdezernentin Marlis Drevermann (l.) und Bürgermeisterin Regine Kramarek enthüllen die Skulptur.

Quelle: Hagemann

Hannover. In Anwesenheit von rund 150 Gästen enthüllten Bürgermeisterin Regine Kramarek und Klaus Falk vom Friedensbüro zudem eine Tafel, die über die Geschichte des ehemaligen Militärfriedhofs seit 1868 und über das Schicksal von Deserteuren und sogenannten Wehrkraftzersetzern informiert. Diese Schautafel entstand in Zusammenarbeit mit Stadtverwaltung, Friedensbüro und Otto-Brenner-Akademie. An der Zeremonie in Limmer nahmen auch Lokalpolitiker und Dezernenten teil.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr bei der Feier das Schicksal von Hubert Breitschaft. Der Volksschullehrer hatte 1944, kurz nach dem misslungenen Juli-Attentat auf Adolf Hitler, einen verhängnisvollen Satz gesagt: „Schade, dass es ihn nicht erwischt hat. Der Kerl hat schon zu viele ins Unglück gestürzt.“ Der 40-Jährige wurde denunziert, im Dezember 1944 auf einem Kasernengelände in Vahrenheide exekutiert und in Limmer begraben. Als seine elfjährige Tochter einen anrührenden Brief an Heinrich Himmler schrieb und um das Leben ihres geliebten Vaters flehte, war dieser schon tot. Diese Tochter, Felicitas Wihr, wohnte der Gedenkfeier am Wochenende als nunmehr 81-Jährige bei. 

Auf dem Fössefeldfriedhof wurden mindestens 43 hingerichtete Soldaten der Wehrmacht bestattet, 15 von ihnen galten im NS-Staat als Deserteure oder Wehrkraftzersetzer. „Wir geben diesen Menschen symbolisch ihre Würde zurück“, sagte Bürgermeisterin Kramarek, „und verneigen uns vor ihnen mit großem Respekt.“

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