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West Dutzende Aktivisten besetzen Gebäude in Hannover
Hannover Aus den Stadtteilen West Dutzende Aktivisten besetzen Gebäude in Hannover
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11:49 03.06.2011
Über Jahrzehnte hinweg war im Vorderhaus das Fahrradgeschäft Herbert Aschemann untergebracht, das Hinterhaus war bewohnt. Quelle: HAZ
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"Wir wollen, dass das Gebäude unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen des Stadtteils umgenutzt und nicht abgerissen wird. Dazu laden wir die neuen Besitzer ein, mit uns in einen Dialog zu treten", heißt es in einer Mitteilung der Hausbesetzer. Der Ausschluss von ärmeren Menschen aus den innenstadtnahen Stadtteilen führe nicht nur in Linden zunehmend zu einem sozialen Problem.

Der geplante Abriss des alten Geschäftshauses Nummer 98 an der Limmerstraße hat unter etlichen Einwohnern Linden-Nords Unmut hervorgerufen. Abrissgegner beklebten jüngst die Schaufenster des Hauses mit Plakaten, auf denen sie den Erhalt des Gebäudes fordern. Einen Hinweis auf die Urheber gibt es nicht. Auch im Bezirksrat Linden-Limmer regte sich Widerstand gegen die Pläne der Eigentümer, die anstelle des alten Gebäudes einen Neubau errichten wollen.

Erhaltung aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt

Im April ging eine Bauvoranfrage bei der Stadtverwaltung ein. „Es soll ein Gebäude mit sieben Wohneinheiten und einer Ladeneinheit im Erdgeschoss gebaut werden“, bestätigte Stadtplanerin Caren Winters in der jüngsten Bezirksratssitzung auf Anfrage der Grünen. Zwar habe die Stadt mit den Eigentümern auch über den Erhalt des Gebäudes gesprochen. „Die Antragsteller lehnen das aber aus wirtschaftlichen Gründen ab.“ Unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht. Auf Antrag der Grünen soll die Verwaltung dennoch beim Eigentümer auf den Erhalt des Hauses dringen. Die Mehrheit des Bezirksrats stimmte diesem Antrag zu. Aber im Gremium herrschte auch Skepsis über die Durchsetzbarkeit; zehn Bezirksratsmitglieder enthielten sich deshalb der Stimme, eines stimmte mit Nein.

„Das Haus ist typisch für die Gründerzeit der Limmerstraße“, sagte Rainer-Jörg Grube, Mitglied der Grünen und stellvertretender Bezirksbürgermeister. Von diesem Typ gebe es immer weniger Gebäude an der Straße. Über Jahrzehnte hinweg war im Vorderhaus das Fahrradgeschäft Herbert Aschemann untergebracht; das Hinterhaus war bewohnt. Seit einigen Jahren steht das Gebäude leer. Häuser wie dieses müssten erhalten und renoviert werden, betonte Grube.

Die Grünen hatten zunächst vermutet, dass der Abriss im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau des Haltestellennetzes der Linie 10 stehen könnte. Das Gebäude besitzt eine Hofzufahrt, deren Benutzung beim Bau eines Hochbahnsteigs eingeschränkt wäre. Ein möglicher Standort für einen Hochbahnsteig liegt in unmittelbarer Nähe des Hauses. Abriss und Neubau stünden aber in keinem Zusammenhang mit dem barrierefreien Ausbau der Linie 10, betonte Winters. „Die Planungen für das Grundstück sind privat motiviert.“

Bis zum Freitagmittag blieb die Situation friedlich. „Wir haben keine Hinweise auf Straftaten“, sagte eine Sprecherin der Polizei Hannover. Man stehe in Kontakt und werde in den kommenden Tagen weiter verhandeln. Maßnahmen zur Räumung sollen erstmal nicht ergriffen werden.

Marcel Schwarzenberger, Fabian Radix, sta

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