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West Edeka schließt letzten kleinen Markt
Hannover Aus den Stadtteilen West Edeka schließt letzten kleinen Markt
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07:17 23.08.2012
Von Rüdiger Meise
Der kleine, nur 360 Quadratmeter große Markt am Hahnensteg schließt zum Jahresende. Quelle: Meise
Ricklingen

Die Firma Wucherpfennig schließt ihren Lebensmittelmarkt im Hahnensteg in Ricklingen. Ende des Jahres soll der Markt aufgegeben werden, teilt Edeka-Sprecher Andreas Laubig auf Anfrage des Stadt-Anzeigers mit. Im vergangenen Jahr hatte Wucherpfennig bereits seine Filialen in der Pfarrstraße und am Sauerwinkel aufgegeben. Für das Unternehmen ist es nach Angaben Laubigs unrentabel, kleine Edeka-Filialen wie die im Hahnensteg in direkter Nachbarschaft zum großen E-Center am Ricklinger Kreisel zu betreiben. Vielen älteren Bewohnern im Quartier ist allerdings der Weg zum E-Center am Kreisel zu weit.

„Hier sind viele Senioren zu Hause“, sagt die 70-jährige Rosemarie Hübner, die im Hahnensteg wohnt. „Manche sind auf Rollatoren angewiesen, die können doch nicht zum E-Center gehen“, beschwert sie sich. Wirtschaftlich könne sie die Konzentration von Wucherpfennig auf das E-Center ja verstehen, aber „für uns alte Leute ist das schwierig“. Eine andere Anwohnerin, die ebenfalls bei dem Laden am Hahnensteg einkauft, ist „entsetzt, traurig und enttäuscht.“ Auch für junge Familien werde die Versorgung in Ricklingen schwieriger. „Zum Markt am Hahnensteg kann man Kinder zum Einkaufen schicken, an den Ricklinger Kreisel sicher nicht“, sagt sie.

Möglich sei, dass nach der Schließung des Marktes ein Discounter aus der Firmenfamilie einzieht, sagt Laubig. So wird unter anderem in den Räumen des ehemaligen Edeka-Marktes in der Pfarrstraße nun ein NP-Markt betrieben. „Uns ist bekannt, dass ein Markt am Hahnensteg für viele ältere Leute wichtig ist“, sagt Laubig, „deshalb bemühen wir uns auch darum.“ Allerdings benötige das seine Zeit und liege oft nicht allein in den Händen von Edeka oder seiner Einzelhandelstochter Wucherpfennig. „Im Sauerwinkel beispielsweise ist der Einzug eines NP-Markts an den Forderungen des Vermieters gescheitert“, sagt Laubig. Wenn im Hahnensteg die Installation eines NP-Marktes gelänge, sei es prinzipiell auch möglich, bisherige Mitarbeiter in den neuen Markt zu übernehmen.

Discounter wie NP verursachen weniger Betriebskosten als sogenannte „Vollsortimenter“. So führe ein solcher Markt weniger frische Artikel und brauche weniger Personal, sagt Laubig. Für sogenannte Vollsortiment-Märkte setzt die Branche zunehmend auf Größe. Kleine Geschäfte wie der 360-Quadratmeter-Markt am Hahnensteg gelten als unrentabel.

Nach dem Bau des 3400 Quadratmeter großen E-Centers an der Göttinger Chaussee war bereits von vielen Anwohnern und vom Bezirksrat Ricklingen befürchtet worden, dass Wucherpfennig die kleinen Märkte schließen würde. „Damals hieß es, dass die Firma zunächst die Wirtschaftlichkeit prüfen müsse“, sagt Ricklingens Bürgermeister Andreas Markurth (SPD). Wirtschaftlich sei der Schritt nachvollziehbar, für den Stadtteil sei das jedoch keine gute Nachricht.

Der Bezirksrat bemühe sich um die Ansiedlung eines Discounters am Hahnensteg, sagt Markurth. „Aber die Steuerungsfähigkeit der Politik ist dabei begrenzt.“ Er kritisierte, dass im 2003 vom Rat beschlossenen Nahversorgungskonzept, welches die Abwanderung von Lebensmittelmärkten verhindern sollte, Unterzentren wie in Ricklingen keine Rolle spielten. „Die Folge sind solche Schließungen.“

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