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Ehemaliges Polizeimuseum auf dem Telefunkengelände sucht Nachmieter

Gewerbegebiet Ehemaliges Polizeimuseum auf dem Telefunkengelände sucht Nachmieter

Das Gewerbegebiet am Telefunkengelände in Ricklingen soll neu belebt werden. Bisher haben sich dort Musikbands und Theatergruppen etabliert. Auch für das ehemalige Polizeimuseum denkt die Bremer Planungsgruppe Koch und Partner an einen Nachmieter aus dem Bereich der Eventkultur.

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Das ehemalige Polizeimuseum ist eines der wenigen leer stehenden Gebäude auf dem Telefunkengelände in Ricklingen.

Quelle: Teetz

Ricklingen. Der Abzug der Polizeigeschichtlichen Sammlung vom Telefunkengelände hinterlässt eine Lücke auf dem ehemaligen Industriestandort. Die Eigentümer sind auf der Suche nach neuen Mietern für das alte Werksgebäude, das viele Jahre lang als Museumsstandort gedient hatte. In einen Dornröschenschlaf fällt das Areal dennoch nicht – seit 1999 bemüht sich die Bremer Planungsgruppe Koch und Partner um eine Neubelebung des Gewerbegebiets. Auch für die Räume des Polizeimuseums gibt es bereits Nutzungsideen.

„Es gibt mehrere Interessenten, mit denen wir gerade verhandeln“, sagte Christian Werner von der Projektentwicklergesellschaft IGP, die sich für die Bremer Firma um das Telefunkengelände kümmert. „Es geht unter anderem um Nachnutzungen aus dem Bereich der Eventkultur “, sagte Werner. Allerdings stehe die Suche nach neuen Mietern noch am Anfang; erst vor wenigen Monaten habe das Land Niedersachsen den Mietvertrag gekündigt. „Es gab da noch bis fast zum Schluss Bemühungen, den Museumsstandort zu halten.“ Wie berichtet, begannen Anfang Juli die Räumungsarbeiten. Die Sammlung, die seit 2001 in Ricklingen existierte, ist nach Nienburg umgezogen. Vor gut zwei Jahren ging den Grundstückseigentümern mit dem Designmöbelcenter Klingenberg ein anderer wichtiger Mieter verloren. Klingenberg ließ sich im Expo-Park eine neue Zentrale bauen.

Die alte Halle in Ricklingen ist aber inzwischen wieder vermietet und wird als Lagerraum genutzt. Auch sonst herrscht in einigen Bereichen des Telefunkengeländes eine recht kleinteilige Mieterstruktur vor. Musikbands haben dort Übungsräume, das Ricklinger Theaterensemble „Bühne 93“ hat Räume angemietet, ebenso mehrere Kleinunternehmen. Ähnliches sei zumindest als Zwischenlösung auch für die ehemaligen Museumsräume denkbar, sagte Werner. „Auch Unternehmensgründer könnten sich dort einmieten.“

Das Unternehmen Telefunken hatte seinen Ricklinger Standort 1998 aufgegeben. In den Jahren darauf hatte die Bremer Planungsgruppe mit dem Polizeimuseum, dem Logistikcenter von Klingenberg und einem Fitnesscenter erste größere Mieter gefunden. Das Herzstück des Gewerbegebiets liegt aber rund um das alte Telefunkengebäude am Ricklinger Kreisel. In das blaue Gebäude sowie in einen benachbarten Neubau von 2003 sind mehrere Ämter des Landes Niedersachsen gezogen, darunter das Landesamt für Statistik und das Amt für Straßenbau und Verkehr. Gut 1000 Landesbedienstete bevölkern die sanierten und neu errichteten Bürogebäude.

Seit 2005 arbeitet auch das Rechenzentrum der AOK in dem Ricklinger Gewerbegebiet. 2006 änderte die Stadt das Planungsrecht und erlaubte weitere Neubauten. Die sind aber bislang nicht in Sicht, es fehlt an neuen Großmietern. „Auf Halde baut niemand“, sagte Werner. Dennoch sorgt die bisherige Auslastung für eine gewisse Gelassenheit bei den Projektentwicklern – trotz des Wegzugs der Polizeigeschichtlichen Sammlung. Zumal das Land Niedersachsen seine Mietverträge inzwischen bis zum Jahr 2022 verlängert hat. „Der Standort bringt gute Mieterträge und ist gut konsolidiert“, sagte Werner. Im Klartext: Das Bemühen der Eigentümer zahlt sich langfristig aus; immerhin halten die Bremer seit zwölf Jahren an dem Areal fest. Nur für ein Bistro sucht IGP händeringend nach einem neuen Betreiber. „Es ist eine kleine Gastronomie, vor allem für die Mittagsversorgung“, sagte Werner. Der vorige Wirt habe nicht wirtschaftlich gearbeitet; das Bistro ist seit Kurzem geschlossen.

Marcel Schwarzenberger

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