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West Ein Weg soll an Berta Weiß erinnern
Hannover Aus den Stadtteilen West Ein Weg soll an Berta Weiß erinnern
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12:51 26.08.2010
Von Margret Jans-Lottmann

Der öffentliche Verbindungsweg im Neubaugebiet „An der Gartenbauschule“ soll nun auch einen Namen erhalten – und zwar den der Sintezza Berta Weiß. Der Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt beschloss in seiner jüngsten Sitzung einen gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linken an die Stadt und den Rat, mit dem Berta-Weiß-Weg in dem Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule nicht nur an dessen jüdische Geschichte, sondern auch an das Schicksal der Sinti und Roma zu erinnern.

Die Kommunalpolitiker folgten damit einem Wunsch des Vereins für Geschichte und Leben der Sinti und Roma Niedersachsen, auch dieser zweitgrößten Opfergruppe der Nationalsozialisten zu gedenken. Berta Weiß gehörte zu einer rund 40-köpfigen Sinti-Familie aus dem Internierungslager im Altwarmbüchener Moor, viele ihrer Angehörigen starben später in Auschwitz. Sie selbst überlebte den Krieg und machte es sich zur Lebensaufgabe, – auch in Ahlem – über ihre Erlebnisse zu berichten.

Zudem stimmte der Bezirksrat den von der Stadt vorgeschlagenen Straßennamen für das Neubaugebiet zu. Sie sollen an die jüdische Geschichte des Geländes erinnern, von dem aus die Nazis später Juden in die Konzentrationslager deportierten. Der Wohnweg „An der Laubhütte“ greift nicht nur auf, dass die jüdischen Gartenbauschüler dort ihr Laubhüttenfest feierten. Der Name erinnert auch daran, dass die Nazis sie als Hinrichtungsstätte nutzten. Mit dem Namen Anna-Turgonska-Anger wird der ersten Zwangsarbeiterin gedacht, die auf dem Gelände von den Nazis ermordet wurde. Der Henriette-Gottschalk-Anger erinnert an eine jüdische Bankierswitwe, die mit 91 Jahren von Ahlem aus in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Und der Berta-Makowski-Anger ehrt eine politisch-aktive Jüdin, die sich mit Hilfe Verbündeter der Deportation entziehen konnte.

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