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West Ende der Pferdewiese ist bald besiegelt
Hannover Aus den Stadtteilen West Ende der Pferdewiese ist bald besiegelt
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18:16 04.12.2014
Der Spar- und Bauverein möchte im Schatten der St.-Nikolai-Kirche 9,4 Millionen Euro investieren. Quelle: Architekten Kellner, Schleich, Wunderling
Limmer

Limmer. Die Wasserstadt ist nicht das einzige Neubaugebiet im Stadtteil. So bebaut Meravis den „Auegarten“ - gelegen zwischen Wunstorfer Straße, Brunnenstraße und Steinfeldstraße - mit 22 Stadthäusern; die Arbeiten haben bereits begonnen. Und nun steht auch die Genossenschaft Spar- und Bauverein in den Startlöchern. Sie will an Sackmannstraße und Stockhardtweg 45 Mietwohnungen und acht Einfamilienhäuser für 9,4 Millionen Euro bauen. In Grundzügen ist das Vorhaben schon bekannt. Die politischen Beratungen, die der Baugenehmigung vorausgehen, verlaufen aber nicht ganz reibungslos.

„Wir wollen die Pferdewiese endlich sinnvoll nutzen“, sagte Heinz Wensing, der im Vorstand der Genossenschaft sitzt, in der jüngsten Sitzung der Sanierungskommission Limmer. Er erntete für diesen Satz einige empörte Blicke aus dem Publikum. Viele Limmeraner wollten die lange Zeit als Pferdeweide genutzte Grünfläche erhalten. Schon 2012 hatten die Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer eine Vorentscheidung für das Planverfahren verschoben, wollten erst noch die Kritik des Naturschutzbeauftragten der Region auswerten. Inzwischen sind alle Weichen für das Wohngebiet gestellt. In einem Architektenwettbewerb setzte sich das hannoversche Büro Kellner, Schleich, Wunderling mit seinem Plan durch, auf der Wiese mehrere locker verteilte Baukörper zu errichten.

Anja Niezel, Bürgervertreterin in der Sanierungskommission, rückte auch jetzt nicht von ihrer kritischen Haltung ab. Es sei vor einiger Zeit vorgesehen gewesen, eine möglichst große öffentliche Grünfläche zu erhalten: „Diese Auflage wird nicht erfüllt.“ Die Pläne sähen nur winzige Erholungszonen vor. Es gebe auch keine Spielflächen für Kinder, zudem werde eine benachbarte Wiese zusätzlich in einen Parkplatz verwandelt. Niezel verwies auf ein Grundstück an der Sackmannstraße, das ebenfalls dem Spar- und Bauverein gehört. Hier stehen heute Seniorenwohnanlagen, die benachbarte Wiese ist mit Bäumen und Bänken besetzt. Dieses Grün soll einer Parkfläche für das Neubaugebiet weichen.

Angesichts der übrigen Bauvorhaben sei die Bebauung dieser Wiese ein „gravierender Verlust“, sagte Niezel. Eike Geffers, der für die SPD in der Kommission sitzt, widersprach ihr. „Limmer liegt mitten im Grünen, die Leineauen sind nicht weit.“ Er sei mit der Bebauung grundsätzlich einverstanden. Verärgert reagierte Geffers allerdings auf die Tatsache, dass die Stadtverwaltung für die Kommissionssitzung nicht alle Planungsunterlagen parat hatte. Über die genaue Verteilung von verbleibenden Grünflächen und bebautem Grund könne er daher gar nicht urteilen, sagte er.

Mehrheitlich entschied sich die Kommission dafür, die Entscheidung über den Bauplan und einen städtebaulichen Vertrag, der Details zum Wohngebiet regelt, zu verschieben. Gemeinsam mit dem Bezirksrat soll die Kommission am 8. Oktober wieder tagen. Die Linke, das machte ihr Vertreter Dirk Machentanz deutlich, will dann auch das Thema sozialer Wohnraum auf den Tisch bringen. Wenigstens fünf Mietwohnungen, das besagt der Vertragsentwurf der Stadt, muss die Genossenschaft als Sozialwohnungen anbieten. Das kann, muss sie aber nicht im Neubaugebiet machen - auch die benachbarten Wohnungen des Spar- und Bauvereins in Limmer kämen dafür in Frage. Über Standort und Anzahl der Wohnungen mit Belegrechten für sozial schwächere Mieter will Machentanz noch einmal reden.

Von Marcel Schwarzenberger

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