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West Ende für Hannovers lauteste Bahnbrücke
Hannover Aus den Stadtteilen West Ende für Hannovers lauteste Bahnbrücke
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22:49 07.07.2011
Von Conrad von Meding
Drei Männer verlegen die Bohlen für das Rammgerät, das für die Arbeiten an der historischen Brücke benötigt wird. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Ricklingen

Zwei Jahre Bauzeit sind für das Großprojekt eingeplant, die Kosten werden vom Unternehmen mit zwölf Millionen Euro veranschlagt. Die neue Brücke wird mit 116 Metern Gesamtlänge um rund zwei Meter länger als ihre Vorgängerin, die Breite bleibt mit 20 Metern gleich. Probleme mit dem Denkmalschutz sind ausgeräumt: Die technische Ertüchtigung des Bauwerks zählt mehr als die Nostalgie.

Die aus dem Jahr 1909 stammende Eisenbahnbrücke auf der Güterumgehungsstrecke Ahlem–Waldhausen gilt als lautestes Verkehrsbauwerk Hannovers. Täglich rumpeln rund 450 Güterzüge über die Trasse, die als Südumgehung insbesondere tagsüber den Hauptbahnhof entlastet, aber auch nachts intensiv genutzt wird. Weil die Strecke während der Arbeiten fast durchgehend genutzt werden muss, sind komplizierte Zwischenlösungen nötig. Am Ende soll eine neue Stahlbetonkonstruktion das historische Bauwerk ersetzen. An der südlichen Brückenseite wird zudem ab Dezember 2012 eine 400 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand errichtet.

Der Neubau der Eisenbahnbrücke soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Während der gesamten Bauzeit bleibt der kleine Benedessenweg im Bereich der Brücke gesperrt. Die Bauverwaltung der Stadt hat für Spaziergänger ein Umleitungskonzept erarbeitet.

Derzeit richtet ein Team die Baustelle ein. Am Donnerstag verlegten Arbeiter einen Weg aus Bohlen für die Rammmaschine, damit das schwere Gerät die Natur nicht zu sehr zerpflügt. Bis Oktober soll das Einrichten der Baugrube abgeschlossen sein, bis Herbst 2012 werden die Unterbauten, Rahmen und Überbauten hergestellt.

Ein paar Details für Technikfreunde: Die vorhandene Brücke wird durch jeweils zwei dreifeldrige Stahlbeton-Durchlaufplatten auf Einzelstützen mit einer Länge von etwa 50 Metern und einem mittig angeordneten Stahlbetonrahmen mit einer Länge von etwa 20 Metern ersetzt. Die Stahlbeton-Durchlaufplatten sowie der Stahlbetonrahmen werden außerhalb der bestehenden Brücke auf Lehrgerüsten, sogenannten Verschubbahnen, hergestellt und nach deren Rückbau seitlich eingeschoben – stets ein Spektakel, zu dem neugierige Zaungäste erwartet werden, die das tonnenschwere Geschiebe der Konstruktionen verfolgen.

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