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Erinnerung an eine Frau von Format

Linden Erinnerung an eine Frau von Format

Der Bezirksrat Linden-Limmer will der 2010 verstorbenen Hiltrud Grote eine letzte Ehre erweisen: Die Sozialdemokratin und ehemalige Bezirksbürgermeisterin soll Namenspatronin für einen Weg neben dem Von-Alten-Garten werden.

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Zeitlebens galt Hiltrud Grote als Frau, die sich im öffentlichen Leben engagierte.

Hannover. Der Bezirksrat Linden-Limmer will der 2010 verstorbenen Hiltrud Grote eine letzte Ehre erweisen: Die Sozialdemokratin und ehemalige Bezirksbürgermeisterin soll Namenspatronin für einen Weg neben dem Von-Alten-Garten werden. Das hat der Bezirksrat einmütig in einem interfraktionellen Antrag an die Stadt gefordert. Der namenlose Rad- und Fußweg führt von der Straße Am Lindener Berge zum Thöneweg und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden, wo Grote lange Zeit den Schulelternrat leitete. Auch daran soll mit der Benennung des Weges erinnert werden.

Zeitlebens galt Hiltrud Grote als Frau, die sich im öffentlichen Leben engagierte: Von 1974 bis 1981 war sie Sprecherin des niedersächsischen Landesverbands der „Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule“ und auch im Bundesvorstand der Gesamtschulen aktiv. „Man kann Hiltrud Grote als Vorkämpferin der Gesamtschulbewegung in Hannover bezeichnen“, sagte Rosemarie Schlätel (SPD).

Die 1936 in Oberhausen geborene Grote lebte seit 1964 in Limmer. Früh engagierte sie sich politisch und gehörte dem Bezirksrat Linden-Limmer seit dessen Gründung 1981 an. Im Januar 1988 übernahm sie das Ehrenamt der Bezirksbürgermeisterin; als erste Frau Hannovers in einer solchen Position. Acht Jahre lang behielt sie ihr Mandat, dann trat sie aus Altersgründen zurück. Sie wolle Jüngeren Platz machen, begründete Grote 1996 diesen Schritt.

Zu dieser Zeit hatte sie bereits viele Spuren im Stadtbezirk hinterlassen. So geht etwa der Erhalt des Fössebads auch auf ihr Engagement zurück. Grote hatte eine Bürgerbewegung ins Leben gerufen, die sich seit Ende der achtziger Jahre für das Bad einsetzte. Damals hatte die Stadt die Anlage aus Kostengründen schließen wollen. Statt eines Abrisses kam es schließlich zur Privatisierung des Fössebads.

Der Bezirksrat hat gute Chancen, dass sein Antrag von der Stadt bewilligt wird. Diese bevorzugt seit einigen Jahren Frauen als Namensgeber für Straßen und Wege. Die Ehrung für Hiltrud Grote hat noch eine besondere Note: Ihr Ehemann Friedhard Grote – 2008, kurz nach der Goldenen Hochzeit, verstorben – stand Pate für eine Brücke, die über eine Gleisstrecke der Deutschen Bahn hinweg die Stadtteile Limmer und Davenstedt verbindet. Sie heißt seit zwei Jahren „Charlys Brücke“. Friedhard Grote, der sich selbst für den Bau dieser Brücke eingesetzt hatte, war im Stadtbezirk diesem Spitznamen bekannt. Hiltrud Grote war im Herbst 2009 bei der Enthüllung des Legendenschildes dabei, das an ihren Mann erinnert. Ein Jahr später starb auch sie.

Marcel Schwarzenberger

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