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Faust-Besucher in Hannover sollen leiser sein

Linden-Nord Faust-Besucher in Hannover sollen leiser sein

Die Lindener ärgern sich über das lärmende Volk, das nachts durch Limmerstraße zieht. Gegen die häufige nächtliche Ruhestörung wollen sich nun etliche Anwohner wehren.

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vom Veranstaltungszentrum Faust führt auch ein Weg an der Ihme entlang zu Bussen und Bahnen.

Quelle: Schwarzenberger

Bertram Sauer ist Lindener aus Überzeugung. Und dennoch ärgert er sich über das lärmende Volk, das nachts durch Limmerstraße zieht. Gegen die häufige nächtliche Ruhestörung wollen sich auch etliche Anwohner wehren, die sich mit Sauer zur Nachbarschaftsinitiative Linden-Nord (NIL) zusammengeschlossen haben. Ganz oben auf ihrer Kritikliste steht das Kultur- und Veranstaltungszentrum Faust, dessen Abendveranstaltungen viele Menschen anlocken. Zum jüngsten Treffen der NIL war deshalb auch Geschäftsführer Hans-Michael Krüger eingeladen. Man habe ihn mit „den Folgen der Faust-Partypolitik konfrontiert“, berichtete Sauer dem Stadt-Anzeiger. Krüger versprach, dass die Verantwortlichen bei Faust nun selbst die Besucher sensibilisieren wolle.

„Wir haben eigene Hinweisplakate entworfen“, sagte Krüger. Seit einigen Tagen hängen die gelben Hinweise an den wichtigsten Routen der Konzert- und Partybesucher von der Limmerstraße zum Faust-Gelände. „Bitte nehmt Rücksicht auf die Nachbarn!“, steht darauf. Vor allem entlang der Leinau- sowie der Nedderfeldstraße wirbt das Kulturzentrum um mehr Ruhe zu später Stunde. Weil Plakate im Viertel erfahrungsgemäß schnell überklebt werden, sollen die Aushänge regelmäßig erneuert werden. Zudem sollen sich die Mitarbeiter der Faust-Security auch auf den umliegenden Straßen umsehen. Polizeiliche Rechte haben sie zwar nicht; aber sie können lärmende Passanten zur Ordnung rufen oder auch Hausverbote für das Faust-Gelände aussprechen. „So etwas wird aber nicht bei allen Abendterminen nötig sein“, betonte Krüger. Es gebe auch Konzerte, bei denen vergleichsweise wenig ruhestörender Lärm in den Wohnvierteln entstünde. „Das bestätigen uns viele Anwohner“, sagte der Geschäftsführer.

Das Kulturzentrum Faust hat zudem das Projekt „Linden Tip-Top“ gestartet, um das Zusammenleben in der Nachbarschaft zu verbessern: Seit Kurzem kümmert sich ein Faust-Mitarbeiter um die Beseitigung von Müllbergen in den Wohnvierteln. Außerdem ist vorgesehen, Tütenspender für Hundekot anzuschaffen. Faust sei aber nicht der einzige Anlaufpunkt für Nachtschwärmer, sagte Krüger. Die Limmerstraße selbst mit ihren Cafés und dem bis Mitternacht geöffneten Rewe-Markt ziehe viele Menschen an.

Alternative Route als Lösung?

Die NIL will jetzt zudem bei der Stadtverwaltung und dem Bezirksrat Linden-Limmer dafür werben, dass eine alternative Route zwischen der Stadtbahn-Haltestelle „Glocksee“ und dem Faust-Gelände angelegt wird. Die Besucher sollen möglichst am Ihme-Ufer entlang nach Hause gehen und damit abseits der Wohnviertel unterwegs sein. „Ideal wäre die Strecke dann, wenn in der Spinnereistraße eine neue Haltestelle entstünde“, sagte Sauer. Wie berichtet, sollen im Zuge des barrierefreien Ausbaus der Stadtbahn-Linie 10 neue Haltestellen eingerichtet werden. Ein möglicher Standort ist die Spinnereistraße in Höhe des Kraftwerks Linden. Eine stärkere Nutzung des Uferwegs findet auch der Faust-Geschäftsführer gut. „Aber dafür sind mehr Laternen nötig“, meint Krüger. Bislang sei es nicht sonderlich attraktiv, diesen Weg in der Nacht zu nehmen.

Die jetzt mit dem Kulturzentrum vereinbarten Maßnahmen sind nur erste Schritte, die die NIL gehen will. Auch mit den Gastronomen entlang der Limmerstraße will die Initiative ins Gespräch kommen. Aus ihrer Sicht müsste die abendliche Bewirtschaftung der Freisitze zeitlich begrenzt werden. Für viele Besucher des Stadtteils gehören offene Freisitze zu später Stunde und der Rummel der Nachtschwärmer zum Flair in Linden-Nord dazu. „Auch wir wollen ja keine Friedhofsruhe“, sagt Sauer. Aber selbst für gestandene Lindener sei das richtige Maß längst überschritten. „Frühaufsteher, die an der Limmerstraße wohnen, leiden durch den ungezügelten Geräuschpegel“, sagt Sauer. Ob die geplanten Ideen zur Lärmminderung tatsächlich Erfolg hätten, wisse er auch nicht. Aber die Gruppe hoffe zumindest, dass der Geräuschpegel sinke. Das weitere Vorgehen will die NIL bei ihrem nächsten Treffen am Dienstag, 14. Juni, beraten. Interessierte sind ab 20 Uhr in der Bar „Vogelfrei“, Elisenstraße 22, willkommen.

Marcel Schwarzenberger

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