Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Faust-Weg erinnert künftig an August Baumgarte
Hannover Aus den Stadtteilen West Faust-Weg erinnert künftig an August Baumgarte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 23.03.2013
Von Rüdiger Meise
Engagierter Kommunist und Antifaschist: August Baumgarte.
Linden-Nord

Der ungepflasterte Weg über die Faust-Wiese in Linden-Nord erhält einen Namen: Künftig wird die Verlängerung der Justus-Garten-Brücke „August-Baumgarte-Gang“ heißen. Der Bezirksrat Linden-Limmer erinnert mit der Namensgebung an den 1904 in Hannover geborenen Kommunisten August Baumgarte - und an dessen Freiheitskampf sowohl im NS-Staat als auch in der Bundesrepublik. Der „Baumgarte-Gang“ grenzt an die „Walter-Ballhause-Straße“, die ebenfalls nach einem Antifaschisten benannt ist.

Vor der Machtergreifung der Nazis war Baumgarte Leiter des „Antifaschistischen Kampfbundes Niedersachsen“. Nach dem Reichstagsbrand 1933 wurde er verhaftet und durchlitt fast die gesamte Zeit bis zum Kriegsende 1945 in Gefängnissen und Konzentrationslagern, schreibt die Otto-Brenner-Akademie in einem Dossier zu Baumgarte. Obwohl er Ende 1944 mit dem Vermerk „Rückkehr unterwünscht“ in das KZ Mauthausen deportiert wurde, überlebte er und wurde nach Kriegsende zum Mitbegründer der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.

Nach dem Verbot der KPD wurde Baumgarte 1957 zu zwei Jahren Haft verurteilt - vom Landgericht Lüneburg, wo ehemalige NS-Juristen Staatsschutzverfahren führten, wie die „Zeit“ schreibt. 1962 deckte Baumgarte auf, dass der Vorsitzende des Bundesverwaltungsgerichts ein ehemaliges Mitglied der NSDAP und der SA war.

Später setzte sich Baumgarte für die Gründung des Freizeitheims Linden ein und entwickelte 1977 mit dem Freizeitheim die „Antifaschistischen Stadtrundfahrten“. Er lebte in der Wilhelm-Bluhm-Straße 39 und verstarb 1980.

Ein erster Versuch des Bezirksrats, eine Straße nach Baumgarte zu benennen, scheiterte im Rat, weil es in Hannover bereits ähnliche Straßenbezeichnungen gibt und die Verwaltung Verwechslungen befürchtete. Mittlerweile ist das Benennungsrecht allerdings vom Rat auf den Bezirksrat übergegangen. Das Gremium hält den Namen für unbedenklich, weil es keine betroffenen Anwohner gibt. Die Straßenschilder sind bereits hergestellt, teilt die Stadt mit.

Historientafeln: Einstimmig beantragte der Bezirksrat, die Historientafel für Hannah Arendt am Haus Lindener Marktplatz 2 zu erneuern. „Die Tafel ist angerostet und unansehnlich geworden“, schreibt die SPD in dem entsprechenden Antrag. Da die Bewohner des Hauses zudem planen, ein Relief für die prominente ehemalige Bewohnerin des Hauses anzubringen, sei der Zeitpunkt für eine Erneuerung gekommen. Gestern Nachmittag wurden bereits zwei Legendentafeln an den Straßenschildern der Franz-Nause-Straße in Limmer feierlich enthüllt. Der Bezirksrat ehrt damit den Widerstandskämpfer gegen die Nazis, der am 20. März 1943 in Haft starb.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein aufmerksamer Nachbar hat am Montag in Herrenhausen dafür gesorgt, dass die Polizei zwei Einbrecher auf frischer Tat ertappen konnte. Er hatte Geräusche gehört und die Beamten verständigt.

18.03.2013

Ein Schwelbrand im Keller des ehemaligen AOK-Gebäudes am Pferdeturm hat am Freitagnachmittag die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Passanten hatten gegen 18 Uhr dichten Rauch aus dem zum Abriss frei gegebenen Bauwerk aufsteigen gesehen und Alarm geschlagen.

Tobias Morchner 15.03.2013

Am Mittwochabend ist in Linden-Süd eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern eskaliert. Ein 23-Jähriger wurde durch einen Messerstich verletzt. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter festnehmen.

14.03.2013