Limmer. Um das Bad im Rahmen der derzeitigen hygienischen Anforderungen betreiben zu können, müsste für mehr als 200.000 Euro eine neue Wasseraufbereitungsanlage gekauft werden. Das allerdings sei unrealistisch, weil das Außenbecken wegen des hohen Sanierungsbedarfs „insgesamt abgängig“ sei. Waspo verfolgt vielmehr das Ziel, auf dem Gelände eine neue Schwimmhalle zu bauen. Wenn die Stadt die dafür nötigen vier bis fünf Millionen Euro nicht investiere, sei die Existenz des gesamten Bades gefährdet, sagt Seidensticker.
Die Verwaltung geht bereits davon aus, dass der Freibadbereich nicht weiter betrieben wird, und hat im Haushaltskonzept für 2012 den Betriebskostenzuschuss für das Bad um 30.000 Euro reduziert. Der Stadtbezirksrat Linden-Limmer und die Fraktionen von SPD und Grünen im Rat der Stadt wollen die Betriebskostenkürzung rückgängig machen – einen entsprechenden Antrag bringen die Fraktionen in wenigen Tagen im Sportausschuss ein. Laut Waspo-Chef Seidensticker hätte das allerdings keine Folgen: „Wir dürfen das Freibad nicht mehr öffnen, auch wenn die Politiker das nicht verstehen.“ Um das Außenbecken langfristig weiterbetreiben zu können, sei eine Sanierung „für mindestens 1,4 Millionen Euro“ nötig, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung.
Waspo hat andere Pläne: „Das Fössebad ist nur mit einem völlig neuen Konzept weiterzubetreiben“, sagt Seidensticker. Der Bau der geplanten Schwimmhalle sei zwingend nötig für einen attraktiven Badebetrieb zwischen 6 und 22 Uhr. „Derzeit belegen vormittags Schulen das Bad und abends Vereine.“ Rund die Hälfte der Gäste zahle keinen oder stark vergünstigen Eintritt. Das sei nicht länger finanzierbar, sagt Seidensticker – und weist darauf hin, dass Waspo das Bad „mit viel ehrenamtlichem Engagement“ gemeinnützig betreibe. Im vergangenen Jahr hatte das Fössebad „die schlechteste Saison der letzten fünf bis zehn Jahre“ zu überstehen, berichtet Carsten Koch, Betriebsleiter des Bades. Für Seidensticker ist es „ein Riesenskandal, wie man das Fössebad verhungern lässt“.
Für den Fall, dass das Außenbecken trocken bleibt, befürchtet der Bezirksrat „erhebliche Konsequenzen für die Akzeptanz des Bades insgesamt“. In einem Stadtbezirk mit besonders belasteter Sozialstruktur führe eine weitere Kürzung von Kultur- und Sportangeboten zu weit höheren Folgekosten, „als hier geglaubt wird, einsparen zu können“, heißt es im Antrag des Gremiums.
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