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Freibad in Limmer soll erhalten werden

Fössebad Freibad in Limmer soll erhalten werden

Im Fössebad soll eine neue Schwimmhalle gebaut werden. Die Grünen befürchten, dass die dringende Sanierung des Freibads zu Gunsten des Neubaus aufgeschoben wird.

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Die Computer-Animation der RWT-Architekten zeigt, wo die neue Schwimmhalle (vorne im Bild) angebaut werden soll.

Hannover. Die Grünen im Bezirksrat Linden-Limmer sorgen sich um den Bestand des Freibadbereichs im Fössebad in Limmer. Anlass dafür ist der Wunsch des Betreibers Wassersport Hannover-Linden (Waspo), an das bestehende Hallenbad eine große Halle mit 14 Schwimmbahnen anzubauen. „Wir befürchten, dass für das Freibad am Ende nicht mehr genug Geld da ist“, sagt der stellvertretende Fraktionschef Rainer-Jörg Grube angesichts dessen, dass der Sanierungsbedarf für den Freibadbereich aus den sechziger Jahren absehbar ist. Statt allein über einen Investitionsbedarf von drei Millionen für den Hallenneubau zu diskutieren, müsse ehrlicherweise über Kosten von zusammen rund vier Millionen Euro für den Hallenneubau und die Sanierung des Freibades gesprochen werden, meint Grube.

Hintergrund für den gewünschten Hallenneubau ist die für diesen Sommer geplante Fusion des Vereins Waspo mit dem Verein SV Wasserfreunde von 1898 zum größten Schwimmverein Hannovers. Der neue Großverein mit dem Namen „Wassersportfreunde von 1898 Hannover“ soll dann Träger des Fössebades wie auch des Volksbads Limmer werden – beide werden derzeit von Waspo betrieben. Mit der Fusion will der neue Großverein auch seine Aktivitäten im Breiten- und Spitzensport ausweiten, wie in der von Waspo herausgegebenen Fusionszeitung nachzulesen ist. Voraussetzung für alle geplanten Aktivitäten sei eine Vergrößerung der Wasserflächen, heißt es dort. Und: „Es ist beabsichtigt, dieses zusätzliche Becken ausschließlich durch Mitglieder des neuen Vereines nutzen zu lassen“, was aber noch durch Verträge mit der Stadt abgesichert werden müsse. Weil die Stadt einen großen Teil des benötigten Geldes aus ihrem Haushalt zur Verfügung stellen soll, gehen die Verantwortlichen jedoch davon aus, dass diese in der neuen Halle auch Bahnen für den Schulsport beanspruchen wird.

Als Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker im April im Rat der Stadt für den 33 mal 25 Meter großen Hallenanbau warb, stieß er bei Mitgliedern von SPD und CDU durchaus auf Wohlwollen. Die Grünen dagegen äußerten ihre Sorge, dass die Kosten „schöngerechnet“ sein könnten. So schätzt der Verein die Ausgaben für die neue Halle auf „nur“ 3,3 Millionen Euro, weil Umkleiden, Duschen und Toiletten bereits im bestehenden Hallenbad vorhanden sind. Eine Entscheidung des Rates, auf die der Verein noch vor der Kommunalwahl am 11. September hofft, steht jedoch noch aus.

In der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Linden-Limmer warb Seidensticker erneut für das Projekt. Dabei entschuldigte er sich dafür, dass er sich mit seinem Anliegen direkt an den Rat der Stadt und nicht zuerst an den Bezirksrat gewandt hatte. In seinem Beitrag ließ der Vereinschef keinen Zweifel daran, dass die Größe des bestehenden Hallenbades mit seinem 25 mal 16 Meter kleinen Becken sowie Nichtschwimmerbecken weder für den Vereinssport, noch für den Schulsport wie auch die Bedürfnisse anderer Besucher ausreiche. Weil das Bad vorwiegend von Vereinen und für den Schulsport genutzt werde, sei dort für die normalen, zahlenden Badegäste um 17.30 Uhr Schluss. Mit dem Hallenneubau soll es künftig möglich sein, das Bad bis 22 Uhr für Besucher zu öffnen. „Wenn kein Hallenbad dazu kommt, ist es bald vorbei mit dem Fössebad“, warnte Seidensticker und forderte eine klare Aussage von der Politik für oder gegen den Neubau. Bezogen auf die Zukunft des Freibades blieben seine Äußerungen in der Sitzung jedoch vage: „Der Hallenneubau hat mit dem Freibad überhaupt nichts zu tun.“ Gegenüber dem Stadt-Anzeiger räumte der Vereinschef aber ein, dass es schwierig werden könnte, das alte und unbeheizte Freibad zu erhalten, sollte die Technik dort kaputt gehen.

Bevor der unangemeldet zur Sitzung erschienene Vereinschef das Wort ergreifen durfte, mussten die Fraktionen ihre Zustimmung geben. Während sich die Mehrheit des Bezirksrats mit der Vorstellung der Hallenbadpläne einverstanden erklärte, lehnten die Sozialdemokraten ab – und lösten damit verständnisloses Kopfschütteln bei den Zuhörern aus. Zuvor hatte die SPD bereits einen Antrag der Grünen zum Fössebad zur Beratung in die Fraktion gezogen, so dass dieser erst nach der Sommerpause am 7. September wieder auf den Tisch kommt.

In dem Antrag der Grünen wird die Stadtverwaltung gebeten, bei Entscheidungen zugunsten eines Hallenneubaus im Fössebad die Existenz des Freibades sicher zu stellen. „Wir wollen beides und nicht, dass das Freibad auf kaltem Weg verloren geht“, sagte Rainer-Jörg Grube auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Eine verwertbare Aussage könne nur heißen „Entweder das Freibad läuft nicht mehr lange oder es wird gesagt, was es kostet, es zu erhalten“, sagte er.

Margret Jans-Lottmann

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