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West Junges Indiego-Team bringt neue Ideen in die Glocksee
Hannover Aus den Stadtteilen West Junges Indiego-Team bringt neue Ideen in die Glocksee
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00:27 26.02.2018
Das neue Team des Indiego Glocksee  Quelle: Sonja Steiner
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 Sie haben sich viel vorgenommen, um das Indiego wieder nach vorn zu bringen – und sie sind mit großem Engagement dabei: Die sechs 20- bis 22-Jährigen, die seit November die Geschäftsführung des Indiego Glocksee übernommen haben, waren vor der Wiedereröffnung am 3. Februar fast rund um die Uhr ehrenamtlich im Einsatz. „Wir machen das hier, weil da unsere Leidenschaft drin steckt“, bringt es Alisia Klenke bei einem Gespräch in dem Club auf den Punkt.

Neben ihr sitzt Ben Martens. Er sei ein Kind der Glo­­cksee, meint er. „Ich bin hier quasi groß geworden.“ Und er war auch schon Mitglied des Vorgängerteams, das sich Kollektiv nannte und bei dem sämtliche Entscheidungen stets von allen gemeinsam getroffen wurden, so jedenfalls berichtet es Martens. Diese Struktur soll sich nun ändern. „Wir wollen jetzt adäquat schnelle Entscheidungen treffen und handlungsfähig sein. Dafür gibt es für jeden Bereich einen Ansprechpartner. Und wir möchten auch, dass das, was an der Theke von den Gästen an Kritik kommt, auch wirklich bei uns ankommt“, fasst Mathis Stolzenwald die Ziele des neuen Teams zusammen. „Und da wir im selben Alter sind wie die Leute, die wir hier wieder im Laden haben wollen, können wir auch besser den Zeitgeist treffen“, betont er.

Unterstützung vom Chéz Heinz und der Faust

Stolzenwald, Martens und Klenke haben alle schon Erfahrungen im Veranstaltungsbereich gesammelt. „Mit dem Verein Zeitbrei haben wir zuletzt ein Festival auf die Beine gestellt, bei dem 1000 Leute waren“, berichtet Stolzenwald. Er ist im Indiego für das Thekenpersonal zuständig. Klenke übernimmt die Finanzen, Martens kümmert sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Lisa Quäschling um das Booking von Künstlern. Sie studiert Veranstaltungstechnik an der Universität Hannover und ist die Einzige, die nicht schon seit Jahren zu den Partys und Konzerten in der Glocksee kommt. „Ich bin erst seit einem Jahr in Hannover“, erzählt die junge Frau. „Ich habe unglaublich viel Lust auf den Laden. Und ich will auch praktische Erfahrungen sammeln, nur das Studium allein bringt nichts.“ Hilfe in allen Fragen des Managements erhält das neue Team vor allem von den anderen Clubs mit Szeneerfahrung. „Wir bekommen Hilfe vom Chéz Heinz oder der Faust, wenn wir nachfragen“, berichtet Klenke.

Dass im Indiego ein frischer Wind weht, ist deutlich zu sehen. Die Toiletten wurden saniert, die Bar ist neu, und im 270 Quadratmeter großen Veranstaltungsbereich wird eifrig an den Kulissen für die nächste Veranstaltung gewerkelt. Künftig sollen die Veranstaltungen des Indiego breiter aufgestellt sein. Das Team bietet zudem Workshops zu Licht- und Tontechnik an. „Aber man kann bei uns auch feiern und den Saal mieten“, sagt Quäschling. „Und wir wollen Lesungen, Ausstellungen und Bandcontests veranstalten.“ Wichtig sei ihnen, dass alles ganz „transparent abläuft“, wie Martens betont. „Wir bekommen sehr wenig Förderung“, ergänzt er. „Die Miete übernimmt die Stadt, aber alles andere müssen wir selbst erwirtschaften.“

Politik und Party in einem

Auch wenn sich das Team nun nicht mehr Kollektiv nennt – die Angebotspalette des Indiego soll subkulturell, abseits des Mainstreams und eigenwillig bleiben. Man hat sich vorgenommen, die politisch linke Tradition der Glo­cksee hochzuhalten, ohne dabei die Begeisterung für die Partys zu verlieren. „Wir sind alle politische Menschen. Politik ist ernst, Party macht Spaß, und wir wollen den Ausgleich zwischen Politik und Party schaffen. Das war hier vielleicht in der Vergangenheit manchmal ein bisschen zu politiklastig“, meint Stolzenwald.

„Wir spielen natürlich auch weiterhin die Musik, die zur Glocksee passt – also alles, was hart ist, von Metal bis Punk“, erläutert Martens. „Mehr Diversität, mehr Konzerte, auch Filme und viel Raum für neue Ideen“, ergänzt Qäuschling. Und Stolzenwald meint: „Wir bringen den jungen Spirit!“

Von Sonja Steiner

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