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West Gräber im eigenen Viertel sind begehrt
Hannover Aus den Stadtteilen West Gräber im eigenen Viertel sind begehrt
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11:55 13.01.2011
Von Margret Jans-Lottmann
Viele alteingesessene Familien sind auf dem Friedhof der Michaeliskirche bestattet. Quelle: Jans-Lottmann

Der Friedhof der Michaelisgemeinde Ricklingen ist eine von zehn kirchlichen Grabstätten in Hannover, die noch in Betrieb sind. Im Vergleich zum 55 Hektar großen Stadtfriedhof Ricklingen ist die rund zwei Hektar umfassende Anlage an der Bauerwiese jedoch recht klein. Und so vermutet mancher, dass dort kein Platz für weitere Beisetzungen mehr ist. „Wir werden immer wieder gefragt, ob man dort noch eine Grabstätte erwerben kann“, sagt Pastorin Marlies Ahlers, um die Frage dann aber zu bejahen: „Viele alte Familiengrabstätten sind nach Ablauf der Liegefristen zurückgegeben worden. Deshalb sind derzeit wieder rund 100 Grabstellen frei.“

Der Friedhof der Michaelisgemeinde war 1856 angelegt worden, am 10. Dezember desselben Jahres wurde dort mit der Witwe Pape die erste Verstorbene beigesetzt. Zuvor mussten die Ricklinger ihre Toten auf dem Friedhof in Linden, dem heutigen Stadtfriedhof Ricklingen, bestatten. Im Jahr 1908, fast 50 Jahre nach der Eröffnung des Michaelis-Friedhofs, weihte die Gemeinde die Kapelle ein. Das stattliche, im neoromanischen Stil errichtete Gebäude hatten die Ziegeleibesitzer Heinrich und Wilhelm Stamme gemeinsam mit dem Baumeister Theodor Knust gestiftet. Deren Namen sind über dem Kapelleneingang in Stein gemeißelt. Ein Anbau auf der Rückseite beherbergt die Gruft der Spender.

Dass die Grabstätten auf dem bald 155 Jahre alten Friedhof gefragt sind, führt Ahlers auf mehrere Gründe zurück. Zum einen sei die Anlage sehr gepflegt und überschaubar, zum anderen wünschten viele, ihre letzte Ruhestätte im Stadtteil zu finden. „Die meisten, die auf dem Friedhof bestattet sind, stammen aus Ricklingen“, sagt die Pastorin. Nicht nur die Namen alteingesessener Bauernfamilien wie Klusmann, Willführ oder Großkopf sind unter den rund 2000 Gräbern zu finden. Auch bekannte Familie wie die Schmalstiegs, aus deren Reihen der langjährige frühere Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg stammt, die Adelsfamilie von der Osten oder die Unternehmerfamilie Schünemann haben dort Grabstätten.

Wer auf dem Friedhof bestattet werden will, muss eine Voraussetzung erfüllen: Der Verstorbene müsse einer der evangelischen Gemeinden Michaelis in Ricklingen, St. Thomas in Oberricklingen, Bonhoeffer in Mühlenberg oder der katholischen St.-Augustinus-Gemeinde in Oberricklingen angehören, sagt Friedhofsverwalterin Ulrike Müller. Zur Wahl stehen etwa Wahlgräber, die individuell ausgesucht und verlängert werden können, Urnenreihengräber sowie pflegefreie Urnen- und Erdreihengräber in einem Rasenfeld.

„Die Gebühren für die Gräber sind gestaffelt“, sagt Müller. Wer etwa ein Wahlgrab für einen Sarg mit einer Laufzeit von 20 Jahren kaufen wolle, müsse einmalig rund 1000 Euro bezahlen, die Kosten für die Bestattung und den Grabstein kämen noch hinzu. Ein Urnenreihengrab ist dagegen schon für rund 500 Euro zu haben. Und wer sich für ein Grab in der Rasenfläche entscheidet, zahlt rund 1100 Euro einschließlich einer dazugehörigen kleinen Grabplatte. Nähere Auskünfte sind unter Telefon 41 08 97 90 oder unter der E-Mail-Adresse Michaelisfriedhof.Ricklingen@evlka.de erhältlich.

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