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West Guter Start für Denn’s Bio-Supermarkt
Hannover Aus den Stadtteilen West Guter Start für Denn’s Bio-Supermarkt
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00:15 02.02.2013
Von Rüdiger Meise
Am Eröffnungstag verteilen Mitglieder der Gewerkschaft FAU Flugzettel vor dem neuen Markt. Quelle: Meise
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Linden-Nord

Mit Spannung war die Eröffnung der neuen Denn’s Bio-Markt-Filiale an der Limmerstraße erwartet worden. Im Vorfeld hatte es Farbanschläge gegen Schaufenster gegeben, am Eröffnungstag protestierten in der vergangenen Woche linke Gruppen. Die Kundschaft lässt sich davon aber offenbar nicht abschrecken: Eine Woche nach Öffnung des Marktes spricht Pressesprecherin Antje Müller von einem „sehr guten Besuch“. Allerdings mag dabei eine Rolle spielen, dass der benachbarte Rewe-Markt derzeit wegen Umbaus geschlossen ist.

Für den neuen Markt hatten vier kleine Lindener Geschäfte ihre Läden räumen müssen - deshalb war die Kritik an dem neuen Bio-Markt monatelang nicht abgerissen. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube hatte angesichts der Stimmung im Stadtteil sogar eine „deutliche Kaufzurückhaltung“ der Lindener prognostiziert. Bislang sieht es danach aber nicht aus. Bereits am Eröffnungstag war der Markt gut gefüllt, die Lage direkt an der Haltestelle Küchengarten am Beginn der Limmerstraße macht sich bezahlt. Denn’s hat das Konzept des Markts auf Laufkundschaft zugeschnitten - so gibt es eine Kaffeetheke, wo auch warme Snacks wie Suppen angeboten werden.

Filialleiterin Anna Cirrincione sprach am Eröffnungstag von einem „normalen Andrang“. Einen Zwischenfall gab es am Vormittag: Mitarbeiter mussten einen Mann hinausgeleiten, der im Markt Protestparolen brüllte. Vor dem Eingang verteilten Mitglieder der Gewerkschaft „Freie Arbeiter-Union“ Handzettel, auf denen sie die angeblich untertarifliche Bezahlung des Unternehmens anprangerten. Auch die Partei „Die Linke“ verteilte Flugblätter. Die Linken-Bundestagsabgeordnete aus Linden-Limmer, Heidrun Dittrich, schrieb einen offenen Brief an die Denn’s-Geschäftsführung, in dem sie das Unternehmen auffordert, Tariflöhne zu bezahlen. Frank Pharao, Vorsitzender der Linken in Linden-Limmer, kündigte eine Kampagne gegen Lohndumping an. In der nächsten Sitzung des Bezirksrats wollen die Linken eine Resolution einbringen, mit der alle Unternehmen im Stadtbezirk aufgefordert werden, einen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde zu zahlen.

Auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers teilte Denn’s-Sprecherin Antje Müller mit, das Unternehmen orientiere seine Löhne an den tariflichen Regelungen und achte darauf, „dass jeder Mitarbeiter, gemessen an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten seiner Region ein entsprechendes Gehalt bekommt“. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren viele Hundert neue Arbeitsplätze geschaffen. „Überdurchschnittliche Gehälter sind in der Aufbauphase noch nicht möglich“, sagte Müller.

Unterdessen blicken die Bioläden in der Umgebung mit Skepsis auf die finanzkräftige Konkurrenz. Für Werner Hoffmann von Humus Naturkost schafft der 300 Meter entfernte Bio-Discounter „keine leichte Situation“. Er sieht den neuen Markt als Herausforderung - sowohl beim Ringen um Kundschaft, als auch weltanschaulich. Denn die Unternehmensphilosophie von Denn’s sei, durch Druck auf die Erzeuger und Bio-Massentierhaltung die Preise zu drücken. „Hier wird kaputtgemacht, was wir in 30 Jahren Bio aufgebaut haben“, sagt er. Bei BioLogisch in der Stephanusstraße (200 Meter entfernt) hat man in Erwartung der neuen Konkurrenz den Markt attraktiver gestaltet. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Ilona Schönfeld von der Ladenleitung. Am Ende entscheide der Kunde, welches Konzept sich durchsetze.

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