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West Neue Ordnung beim SV Linden 07
Hannover Aus den Stadtteilen West Neue Ordnung beim SV Linden 07
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15:00 15.09.2018
Das neue Regalsystem für den SV Linden 07 wurde von Gabriele Steingrube (r.) direkt beim Heimspiel eingeweiht. Quelle: Villegas
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Linden

Den Fußballverein SV Linden 07 im eigenen Stadion am Lindener Berg zu schlagen, ist nicht unbedingt einfach. Denn die Fans der Kreisliga-Mannschaft verbreiten eine Stimmung wie bei einem Profi-Klub. Erst am Sonntag trat die Mannschaft der SG Hannover 74 an und traf vor dem Anpfiff auf Spieler, die zur Vorbereitung laute, aggressive Hip-Hop-Klänge am Spielfeld hörten. Zwischen antifaschistischen Graffiti verschafften sich dazu die Lindener Fans lautstark Gehör und forderten wie gewohnt Engagement gegen Rassismus und Homophobie ein.

Der Lindener Verein mit mehr als 600 Mitgliedern gilt seit etwa zehn Jahren als beliebter Treffpunkt für politisch engagierte Fußballfans, die lieber kleine Vereine anfeuern. „Unsere Fans lieben den unkommerziellen Fußball“, sagt Gabriele Steingrube, die seit einem Jahr Vorsitzende des Vereins ist. Sie verfolgt natürlich die Konfettiregen, die Spruchbänder, die Fangesänge auf der Tribüne, die in ihrer politischen Ausrichtung dem des FC St. Pauli ähneln. „Nur die Sprüche über die CDU sind natürlich schwierig“, sagt Steingrube und lacht. Sie selbst sitzt für diese Partei im Bezirksrat. „Aber ich liebe Fußball und bin Lindenerin. Hier ist man nicht affektiert, man pflegt ein lockeres Mundwerk. Diesem Verein gehört mein Herz“, sagt sie. Entsprechend bemüht sie sich regelmäßig um die Ausstattung der Trainingsanlage – und sorgte nun gemeinsam mit den Spielern für einen Sommereinsatz der HAZ-Redaktion und der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover vor Ort.

Zur Fußball-Sparte gehören im Verein 13 Jugendmannschaften, dazu kommen vier Herrenmannschaften. „Dabei haben wir nur eineinhalb Plätze“, sagt Steingrube. In den wenigen Räumen gibt es kaum Platz für Trikotsätze, Eisboxen, Bälle und Übungsmaterial. Also wurden sie nun mit einem neuen Regalsystem ausgestattet. „Wir haben dazu Arbeitsplatten bestellt und die Regale selbst verarbeitet“, sagt Fußballtrainer René Parucha. Die Regale seien nun massiv, die Trainingsmaterialien besser verstaut. Die Finanzierung übernahm die Sommereinsatz-Initiative, die kleine Vereine in der Region Hannover bei kleinen handwerklichen Arbeiten unterstützt. „Wir haben davon in der Zeitung gelesen. Es hilft uns sehr“, sagt Steingrube.

Für Trainer René Parucha und Spieler Stefan Alps ist der Verein mehr als ein Treffpunkt für Fußballer. „Bei uns ist der Zusammenhalt einmalig. Und die Fangemeinschaft ist unglaublich“, sagt Parucha. „Die Fans machen mächtig Bambule, selbst wenn wir zum Beispiel in Velber spielen. Das ist ein Wahnsinn. Und ich bekomme Gänsehaut“, sagt Kapitän Stefan Alps, der selbst in Linden geboren wurde. Die Fangesänge halfen am Ende trotzdem nicht beim Spielergebnis. Die SG Hannover 74 gewann mit 3:1 gegen Linden. Fans und Mannschaft bleiben trotzdem optimistisch.

Das ist der Sommereinsatz

Graffiti auf Denkmälern, abgeplatzte Fassaden von Vereinsheimen oder Schmuddelecken: Die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover haben sich zum vierten Mal zusammengetan, um in diesem Sommer Stadt und Umland herauszuputzen. Gemeinnützige Vereine können sich für einen solchen Sommereinsatz bewerben. Das können Maler- oder Gartenarbeiten sein, aber auch andere kleine handwerkliche Eingriffe, die manchmal aber so viel ausmachen. Das Geld für die Ein-Tages-Aktionen stellt die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover zur Verfügung. Die HAZ kümmert sich um passende Handwerker und ruft ihre Leser dazu auf, mitzumachen und mitzuhelfen. Ziel ist es, gemeinsame Einsätze zu planen und zusammen den Ort, den Verein oder einfach die Nachbarschaft ein wenig schöner und gemütlicher zu gestalten. Insgesamt unterstützt die STIFTUNG Sparda-Bank 15 Einsätze à 1500 Euro.

Von Jan Sedelies

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