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Hannover bekommt eine dritte Synagoge

Einweihung Hannover bekommt eine dritte Synagoge

Das jüdische Leben in Hannover wird um eine Facette reicher: Am Donnerstag weiht die Jüdisch-bucharische Gemeinschaft ihre neue Synagoge ein. Die Gemeinde hat dafür vor zwei Jahren die ehemalige evangelische Maria-Magdalenen-Kirche in Ricklingen gekauft und umgebaut.

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Gemeindesprecher Michael Krebs steht in der Syngagoge in Ricklingen.

Quelle: Alexander Körner

Ricklingen. Hannover bekommt damit eine dritte Synagoge. Für die rund 1200 bucharischen Juden in ganz Deutschland wird die Gemeinde das wichtigste Zentrum sein.

Zur Gemeinde in Hannover gehören rund 60 Familien mit 300 Erwachsenen und 150 Kindern. „Unsere Gemeindemitglieder leben in großen Familien mit starkem Zusammenhalt“, sagt Gemeindesprecher Michael Krebs. Die bucharischen Juden sind seit Mitte der neunziger Jahre aus Zentralasien eingewandert, in Hannover schlossen sie sich zunächst der Jüdischen Gemeinde an. 2009 löste die Gemeinschaft sich von dort und mietete einen Gebetsraum an der Göttinger Chaussee. Beide Gemeinden gehören zum Landesverband der jüdischen Gemeinden von Niedersachsen.

Die bucharischen Juden, die nach der Stadt Buchara im heutigen Usbekistan benannt sind, pflegen einen orientalisch geprägten orthodox-traditionellen Ritus mit langen Gottesdiensten am Sabbat, den sie in ihrer eigenen Synagoge nun besser entfalten können. Innen ist das Gotteshaus in Blau gehalten und knüpft damit an die Tradition der blauen Synagogen im Vorderen Orient an.

Die jüdische Gemeinde in Hannover

  • Die Jüdische Gemeinde Hannover zählt mit 4500 Mitgliedern zu den größten Gemeinden in Deutschland. Ihre Synagoge in der Haeckelstraße wurde 1963 gebaut.
  • Liberale Jüdische Gemeinde: Fast 800 Menschen aus 16 Nationen gehören der 1995 gegründeten Liberalen Jüdischen Gemeinde an. Sie eröffnete ihre Synagoge in der umgebauten früheren Gustav-Adolf-Kirche Anfang 2009.

In Kauf und Renovierung des Gebäudes hat die Gemeinde einen siebenstelligen Betrag investiert. Neben vielen Spenden gab es Unterstützung vom Zentralrat der Juden, dem Landesverband und dem niedersächsischen Kultusministerium. Zur Synagoge gehören Jugendzentrum, Kindertagesstätte und Schulungsräume für koschere Küche. Das 5000 Quadratmeter große Grundstück bietet Platz zur Erweiterung. „Das war uns wichtig, da wir zu den besonders schnell wachsenden jüdischen Gemeinden gehören“, sagt Sprecher Krebs, der selbst nicht aus der bucharischen Tradition stammt. Zur Einweihung der Synagoge und Einführung der Thorarolle werden am Donnerstag Gäste aus den anderen jüdischen Gemeinden, Landespolitiker und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche erwartet.

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