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West Henkel-Werk ist als Standort gesichert
Hannover Aus den Stadtteilen West Henkel-Werk ist als Standort gesichert
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12:57 30.09.2010
Von Kristian Teetz
Auf dem Werksgelände an der Sichelstraße wird umgebaut. Quelle: Schwarzenberger
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Beim Henkel-Werk an der Sichelstraße laufen die Umrüstarbeiten auf Hochtouren: Der Konzern investiert acht Millionen Euro, um das Werk zum Kompetenzzentrum für Dichtstoffe in Europa umzubauen. Was immer Henkel künftig an Produkten wie etwa Fugendichtmittel ausliefert – es kommt aus Limmer. Dafür verschwindet die traditionsreiche Produktion von Tapetenkleister und Klebstoffen, mit denen die ehemaligen Sichel-Werke auf den Markt kamen. „Die Investitionen sind ein langfristiges Bekenntnis zum Standort“, sagte Henkel-Sprecher Peter Kreft. Vor einigen Jahren schien der Verbleib des Herstellers in Limmer keineswegs sicher zu sein.

Von der Bündelung seiner Dichtstoffproduktion verspricht sich Henkel Kostenvorteile. Für den Umzug nach Limmer musste indes ein Werk in Leverkusen geschlossen werden. Die gute Nachricht für Hannover: Die derzeit rund 200 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Noch vor wenigen Wochen verhandelte der Konzern mit der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) über die Rahmenbedingungen. „Da ging es um Wochenarbeitszeiten“, sagte Wolfgang Blossey, hannoverscher Bezirksleiter der IG BCE. Nun sei für die nächsten Jahre eine Einigung gelungen.

Nach Vertragsabschluss begannen auch die Arbeiten im großen Stil, mit denen das Werksgelände für die neuen Produktlinien umgestellt wird. Andere Maschinen und Anlagen verlassen dafür das Areal. Voraussichtlich bis Mitte 2011 soll der Umbau andauern. Sichtbares Zeichen des Wandels ist die Installation eines gut 20 Meter hohen Silos in diesen Tagen. Darin werde Kieselsäure gelagert, die für die Produktion gebraucht werde, sagte Unternehmenssprecher Kreft. Möglicherweise sollen auch Gebäude abgerissen werden, die nicht mehr benötigt werden. „Aber das steht noch nicht fest.“

Auch wenn das Henkel-Werk direkt am Stichkanal Linden liegt – das Gewässer braucht der Hersteller nicht als Transportweg. „Wir liefern ja kleinteilige Waren auf Paletten aus. Das ist für den Schiffstransport nicht geeignet“, sagte Kreft. Als möglicher Nutznießer für den langfristig geplanten Ausbau der benachbarten Schleuse in Limmer kommt Henkel damit nicht in Betracht.

Wie berichtet, soll der Kanal in einigen Jahren für das Befahren sogenannter übergroßer Motorschiffe ausgebaut werden. Mehrere Ausbauvarianten stellte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung vor gut zwei Jahren vor. Eine Variante sah vor, einen Teil des Henkel-Werksgeländes für die neue Schleuse in Anspruch zu nehmen. Damals galt der Abzug des Konzerns aus Limmer noch als eine mögliche Option. „Vor fünf, sechs Jahren stand das Werk kurz vor der Schließung“, sagte Gewerkschafter Blossey. Diese Option ist vorerst vom Tisch.

Das Werk in Limmer hat eine lange Tradition: Der Malermeister Ferdinand Sichel hatte die Firma bereits 1889 gegründet und ließ fast 75 Jahre lang Tapetenkleister und Klebstoffe herstellen. 1962 ging das Sichel-Werk dann in der Henkel-Gruppe auf.

Marcel Schwarzenberger

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