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Hochbetrieb beim Küchengartenprojekt

Limmer Hochbetrieb beim Küchengartenprojekt

Die Bürgerinitiative Transition Town auf dem Gelände der Wasserstadt in Limmer erwartet die Kündigung. Dennoch pflanzt sie, als wäre nichts gewesen.

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Bürgerarbeiterin Susanne Menzel kümmert sich um Pflanzsäcke in der alten Betriebskrankenkasse auf dem Conti-Gelände.

Quelle: Schwarzenberger

Limmer. Beim Küchengartenprojekt auf dem Conti-Gelände herrscht Hochbetrieb: Elf Bürgerarbeiter der Transition Town Initiative (TTH) bereiten Kisten für die bevorstehende Pflanzsaison vor. Zu ihnen gehört seit November vorigen Jahres auch Susanne Menzel. In einem Raum der ehemaligen Betriebskrankenkasse kümmert sie sich um Jutesäcke voller Pflanzen. Aber weder Menzel noch die Mitstreiter der TTH wissen, ob sie noch in Limmer zum Säen kommen: Das Gartengelände soll an die Günter Papenburg AG verkauft werden.

Das Projekt „Küchengärten Limmer“ wurde vor einem Jahr auf dem alten Conti-Parkplatz eingerichtet. Eigentümer Papenburg ließ das Gelände im September räumen, die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) stellte Transition Town ihren Anteil am Conti-Gelände zur Verfügung. Freiwillige Helfer zogen mit den mobilen Paletten, Jutesäcken und Pflanzkübeln zur Conti-Feuerwache und der benachbarten Betriebskrankenkasse um. Sie richteten eine Werkstatt ein, stellten bemalte Bauwagen auf und brachten frisches Grün auf das Industriegelände. Nun will die HRG ihre Fläche an Papenburg verkaufen und nur das sanierte Verwalterhaus behalten. Damit gehört fast die gesamte Brache zum „Wasserstadt“-Baugebiet Papenburgs. Und der will die Fläche zügig räumen.

Dass die TTH nicht auf Dauer am jetzigen Ort bleiben kann, war von Beginn an klar. Immerhin soll dort ein Supermarkt entstehen. Deshalb setzt das Gartenprojekt vor allem auf Mobilität. Dass es nun aber so schnell vorbei sein würde - damit habe er nicht gerechnet, sagte TTH-Sprecher Thomas Köhler. Immerhin können frühestens 2014 im ersten Bauabschnitt Häuser errichtet werden. Für die anderen Bauabschnitte, und damit für das HRG-Gelände, gibt es noch gar keine detaillierten Pläne. Dennoch sieht sich die TTH nun plötzlich mit der Aussicht auf einen erneuten Umzug konfrontiert.

„Wir haben so schnell auch keine alternative Fläche bei der Hand, wo wir hinziehen könnten“, sagte er. Er warte täglich auf das Kündigungsschreiben der HRG. Womöglich sei schon Ende März Schluss. Für Bürgerarbeiterin Menzel bedeutet das Ungewissheit. „Womöglich stehen wir dann erst einmal auf der Straße", befürchtete sie. Sie und ihre Kollegen wurden für drei Jahre vom Jobcenter der Region für das Küchengartenprojekt vermittelt. Köhler hofft nun auf politischen Beistand. Die Sanierungskommission Limmer forderte bei der Stadt jüngst Unterstützung ein; der Bürgergarten soll noch eine Weile auf seiner Fläche bleiben können. "Bis zur endgültigen Entscheidung machen wir hier ganz normal weiter“, sagte Köhler.

TTH geht es nicht nur um gemeinschaftliche Gartenarbeit. Auch das künftige Wohnen in der „Wasserstadt" steht auf der Agenda der Initiative. Gemeinsam mit dem Bürgerbüro Stadtentwicklung entwickelte sie eigene Vorstellungen. „Es wäre gut, auch gemeinschaftliche Wohnprojekte auf dem Gelände zu entwickeln“, sagte Köhler. Bauhistoriker Sid Auffarth vom Bürgerbüro hatte schon bei der Vorstellung des neuen Funktionsplans für die „Wasserstadt“ auf solche Möglichkeiten hingewiesen. „Der erste Bauabschnitt wäre ein wunderbares Feld, um die Nachfrage dafür zu testen“, sagte er. Bislang setzt Papenburg eher auf klassische Reihen- und Einzelhäuser, die an einzelne Kunden verkauft werden. Dem will Auffarth alternative Konzepte von Eigentümergemeinschaften oder Genossenschaften zur Seite stellen. „Auf dem Kronsberg hat die Stadt experimentelle Ansätze durchgesetzt“, sagte er. So etwas solle auch in Limmer möglich sein.

Marcel Schwarzenberger

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