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Arabisches Art Café eröffnet im Ihme-Zentrum

Zukunftswerkstatt Arabisches Art Café eröffnet im Ihme-Zentrum

Das neue arabische Art Café bietet die Möglichkeit über die arabische Welt zu spreche und soll eine Schnittstelle zwischen Migranten und Deutschen sein. Bei der Eröffnung erzählten die Youtube-Stars Abdul Abbasi und Allaa Faham von ihren Erfahrungen in Deutschland. 

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Mit Humor das Eis brechen: Allaa Faham (li.) und Abdul Abbasi zeigen satirsich die Unterschiede zwischen Deutschland und Syrien auf.

Quelle: Buck

Linden. „Mein Kulturschock, als ich in Deutschland ankam, waren die Kartoffeln“, sagt Allaa Faham. Der 21-Jährige ist vor drei Jahren nach Deutschland gekommen. Und eines der ersten Dinge, die ihm auffielen, waren die Unmengen an Kartoffeln, aus denen die Deutschen jede mögliche Mahlzeit kochen: „Salat, Suppe, Auflauf, Pommes, sogar Schnaps macht ihr aus Kartoffeln.“

Der Syrer berichtete in den Räumen der Zukunftswerkstatt im Ihme-Zentrum von seinen Erfahrungen mit der deutschen Kartoffel. An dem Abend hat das Arabische Art Café dort Premiere, das der syrische Filmemacher Meedo Salem mit Unterstützung des Kulturbüros ins Leben gerufen hat. Er will damit eine Schnittstelle zwischen Migranten und Deutschen schaffen. „Ich fühle mich hier wohl und wollte etwas zurückgeben“, sagt er. Als er 2015 nach Hannover gekommen sei, habe er bemerkt, dass es keinen Treffpunkt gab, um über die arabische Welt zu sprechen und sie vorzustellen. Das soll sich mit dem Art Café ändern.

Youtube-Stars bei der Premiere

Zum Auftakt hatte Salem die Satiriker Abdul Abbasi und Allaa Faham des erfolgreichen You-Tube-Kanals German Life Style eingeladen. Die beiden Studenten aus Göttingen und Hamburg sind erst vor wenigen Jahren aus Syrien nach Deutschland gekommen. Auf der Videoplattform machen sie auf humorvolle Weise auf die Unterschiede zwischen den Kulturen aufmerksam. Sie erzählen von Fahrradwegen, die sie für Überholspuren von Passanten hielten, Geiz beim Essengehen und anstrengenden Amtsbesuchen.

„Wenn man das Gefühl hat, etwas nicht zu kennen, bekommt man durch diese Unbekanntheit vielleicht Angst. Kann man damit nicht umgehen, wird daraus Hass“, sagte Abbasi über die Fremdenfeindlichkeit mancher Deutscher. Er und sein Videopartner wollten das Eis zwischen den Kulturen durch Humor brechen. Dass ihnen das gelingt, bewies auch das sich bestens amüsierende Publikum im Arabischen Art Café.

Zwei Kulturen verschmelzen

Abbasi und Faham sprachen zudem über die nachlassende Willkommenskultur und wie sie selbst bemerken, dass sie zwei Kulturen vereinen. „Ich mag syrisches Essen und habe keine Lust mehr auf Kartoffeln. Wenn der Bus aber zwei Minuten zu spät kommt, ärgere ich mich tierisch“ erzählte der 23-jährige Abdul. Manchem gefalle dieser Kulturmix nicht. „Aber ich mag meine syrische und meine deutsche Seite.“

Weiterer Gast war Mohamed Almansour, der auf seiner Oud, einer Kurzhalslaute, mal leidenschaftliche, mal herzzerreißende Lieder vortrug. Das Publikum lauschte den Klängen entspannt – und ließ den Abend mit jeder Menge Gesprächen ausklingen.

Von Madeleine Buck

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