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Ihme-Zentrum soll doch unter den Hammer
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Zwangsversteigerung Ihme-Zentrum soll doch unter den Hammer

Das Ihme-Zentrum in Linden steht doch wieder vor einer Zwangsversteigerung. Nachdem das Verfahren im vergangenen Jahr noch gestoppt werden konnte, will die Gläubigerbank nun die Zwangsauktion beantragen.

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Zukunft weiter offen: Das Ihme-Zentrum.

Quelle: Steiner

Hannover. Um die Zukunft des Ihme-Zentrums in Linden steht es schlechter, als noch im vergangenen Jahr gedacht. Die Gläubigerbank hat das Zwangsversteigerungsverfahren für die riesigen Gewerbeflächen in der Betonhochburg wieder aufgenommen. Im Sommer 2012 war es im letzten Moment gestoppt worden. Es hatte damals so ausgesehen, als könne doch noch ein Investor gefunden werden. Dies ist allerdings nicht gelungen.

Seit 2009 dauert das Drama um die Großimmobilie in Linden-Mitte nun schon an. Damals hatte eine Tochterfirma aus dem weltweiten Imperium der Fondsgesellschaft Carlyle sich mit der Sanierung der Gewerbeeinheiten übernommen und Insolvenz angemeldet. Die Landesbank Berlin sitzt seitdem auf einem Millionen-Schuldenberg und versucht, das Projekt investorenfein zu machen. Die Anstrengungen würden weiterlaufen, sagt Sprecherin Constanze Stempel: „Wir betreiben das weiterhin sehr intensiv.“ Trotzdem sei der Schritt, über ein Zwangsversteigerungsverfahren einen Käufer zu finden, notwendig. „Wir müssen uns die Option offenhalten“, sagt Stempel.

Für die Versteigerung im Jahr 2012 war die Insolvenzmasse mithilfe von Gutachten taxiert worden. Demnach hatte das frisch sanierte Ihme-Parkhaus einen Wert von 2,7 Millionen Euro, die beiden von Stadt und Stadtwerken gemieteten Bürohäuser kamen auf zusammen knapp 29 Millionen Euro, und der Verkehrswert der Einkaufsbereiche im Erd- und Obergeschoss war mit 11,6 Millionen Euro festgelegt. Zusätzlich gehören der Gläubigerbank etwa 200 Wohnungen, die Hälfte davon im Haus Ihmeplatz1, mit zusammen 6,5 Millionen Euro Verkehrswert. Ob die Werte für das jetzt gestartete neuerliche Zwangsverfahren neu festgesetzt wurden, wollte die Sprecherin nicht bestätigen: „Wir kommunizieren keine Zahlen.“

Unter der unklaren Situation im Ihme-Zentrum leiden besonders die mehr als 500 privaten Wohnungseigentümer. Ihre Eigentumswohnungen haben zum Teil traumhafte Ausblicke über die Stadt und das Ihmeufer, gelten aber wegen der unklaren Gesamtsituation derzeit als schwer vermittelbar. Die meisten Eigentümer haben bereits zugestimmt, auf Vetorechte in der Gemeinschaftsordnung zu verzichten - eine Bedingung der Gläubigerbank, damit überhaupt Investoren für einen Einstieg in das Projekt begeistert werden können. Weniger als zehn Prozent der Eigentümer verweigern allerdings die Zustimmung zur Änderung der Teilungserklärung, wahrscheinlich wird es einen Prozess der Mehrheit gegen die Minderheit geben.

Es gibt aber durchaus auch einige kleine Lichtblicke im Ihme-Zentrum. Im Herbst hatte die Edeka-Gruppe einen Mietvertrag für einen 1800 Quadratmeter großen Vollsortimentmarkt im Erdgeschoss unterzeichnet, dem Vernehmen nach gibt es vielversprechende Gespräche auch mit anderen Handelsunternehmen. Auch dies gilt als Bedingung für den Einstieg von Investoren.

Die Gläubigerbank hofft zudem, dass Stadt und Stadtwerke ihre Mietverträge für die Büroräume verlängern. Im Ihme-Zentrum ist zum Beispiel das städtische Amt für Jugend und Familie untergebracht. Zumindest bei der Stadt beißt die Bank derzeit auf Granit. Zunächst müsse ein verlässlicher Investor benannt sein, bevor die Stadt neue Mietverträge unterzeichne, hatte der Wirtschaftsdezernent und amtierende Verwaltungschef Hans Mönninghoff zuletzt mehrfach betont.

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