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Keine Sicherheit für Radfahrer

Bürgerverein fordert Schutzstreifen Keine Sicherheit für Radfahrer

Manchmal sei ihr auf der Badenstedter Straße mulmig zumute, sagt Elisabeth Ritter. Vor allem dann, wenn sie mit ihrem Rad zwischen parkenden und fahrenden Autos sowie der Straßenbahn unterwegs ist. Die Einkaufsmeile im Herzen Badenstedts bietet Radfahrern kaum Schutz.

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In der Badenstedter Straße fehlt es auf beiden Seiten an Radwegen, deshalb müssen sich die Radfahrer zwischen parkenden Autos und Stadtbahnschienen durch dien Verkehr schlängeln..

Quelle: Schwarzenberger

Badenstedt. Nur wenige Meter Radweg gibt es auf der gut 400 Meter langen Strecke zwischen Marktplatz und der Kreuzung zur Hermann-Ehlers-Allee. Der Bürgerverein Badenstedt und Umgebung würde die Situation an der Straße gern verbessern, sagt Ritter, die sich im Vorstand engagiert. Aber die Geschäftsleute an der Straße winken ab. Und auch die Stadt will keine Veränderungen.

Die Stadt pflegt gern ein Image als fahrradfreundliche Stadt: Tatsächlich finden Radler breite Radwege etwa Am Soltekampe oder am jüngst sanierten Bartweg in Linden. Bis in den Spätsommer will die Stadt zudem einen Radweg an der Lindener Ritter-Brüning-Straße sanieren und durchgehend auf zwei Meter verbreitern; rund 130 000 Euro kostet allein dieses Vorhaben. Doch der Bürgerverein stellt die Fahrradfreundlichkeit zumindest für Badenstedt in Frage. „An der Badenstedter Straße weichen Radfahrer aus Angst vor dem Verkehr zuweilen auf den Gehweg aus“, berichtet Ritter. Vor dem Geschäftshaus am Marktplatz sei das kein Problem, denn dort gebe es genügend Platz. Doch östlich der Eichenfeldstraße seien die Gehwege schmaler.

Der Bürgerverein schlägt zur Lösung des Problems eine neue Parkordnung vor. Bislang stehen die Fahrzeuge mit allen vier Rädern am Fahrbahnrand. Radfahrer müssen außen herum fahren und sind zwischen Autotüren und Straßenbahnschienen regelrecht eingeklemmt. Ließe die Stadt die Autos mit zwei Reifen auf dem Gehweg parken, entstünde genügend Raum für einen Radschutzstreifen.

Hartmut Remm, Vorsitzender des Wirtschaftskreises Badenstedt (WKB), hält eine solche Lösung dagegen für „nicht praktikabel“. Der Inhaber eines Optikergeschäfts an der Badenstedter Straße kennt die Verhältnisse seit Jahren. „Wir haben uns das genau angesehen und sind gegen eine solche Neuordnung“, sagt er. Denn dann bliebe zu wenig Platz für Kinderwagen oder auch Werbeaufsteller. Kinder dürften ohnehin auf dem Gehweg radeln, betont Remm. Einen womöglich zu schmalen Radschutzstreifen einzurichten, halte er hingegen für „gefährlicher als die jetzige Situation“.

Tatsächlich hatte vor einigen Jahren ein nur ein Meter breiter Radfahrstreifen in der Oststädter Königstraße heftige Kritik ausgelöst. Verkehrsexperten forderten damals, dass die Stadt mindestens 1,50 Meter breite Radwege anlegen solle. Inzwischen hat die Verwaltung auch die Badenstedter Straße überprüft. Aus Platzgründen sei es dort nicht möglich, Radschutzstreifen anzulegen, zitiert Stadtsprecher Dennis Dix das Prüfungsergebnis.

Dasselbe gilt für die benachbarte Lenther Straße. Zwischen Schildstraße und Am Lohgraben ist diese so eng, dass kaum zwei Autos nebeneinander passen. „Wenn Lieferfahrzeuge hineinfahren, geht gar nichts mehr“, kritisiert Ritter. Vorsichtshalber parkten viele Autofahrer ihre Fahrzeuge deshalb mit zwei Reifen auf dem Gehweg – trotz des Verbots – und kassierten dafür regelmäßig Knöllchen. „Dabei stört es kaum, die Fußgänger haben immer noch genügend Platz“, sagt Ritter. Die Stadt hat die Bitte des Vereins jedoch abgelehnt, das Parken der Autos mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig zu erlauben. Nachdem sie den Straßenraum ausgemessen hat, sieht sie in der Lenther Straße keinen Spielraum für Veränderungen.

Marcel Schwarzenberger

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