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Kleingärten gibt es in Hannover zum Nulltarif

westliche Stadtteile Kleingärten gibt es in Hannover zum Nulltarif

Die Werbeaktion der Stadt Hannover für Kleingärten zeigt Wirkung. Im Westen stehen nur noch wenige Parzellen leer - auch dank der Gratisablöse.

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Grünes Idyll: Kleingärten gibt es in Hannover umsonst.

Quelle: Schmidt

Hannover. Auf den ersten Blick scheint die Welt hier noch in Ordnung: An den Bäumen wachsen schon kleine grüne Äpfel, Rosen und Ringelblumen blühen, und überall werden die reifen Erdbeeren gepflückt. Doch nicht alle Kleingärten von Ahlem bis Wettbergen sind voller Leben. In etlichen Anlagen hat der Generationswechsel seine Spuren hinterlassen. Weil sich für manchen Garten niemand mehr interessiert, verwildern die Beete und die Lauben verfallen.

Um den Kleingartenvereinen bei der Neuverpachtung zu helfen, hatte die Stadt jüngst mit Plakaten geworben: „Pachten Sie Ihr Paradies“. Die Aktion zeigte Wirkung: Innerhalb von wenigen Wochen fanden stadtweit viele Gärten neue Besitzer – teilweise sogar zum Nulltarif. Voraussetzung ist aber, dass die neuen Besitzer die Gärten wieder herrichten. „Das Telefon hat in einer Tour geklingelt“, erzählt Doris Christ, Sekretärin beim Bezirksverband der hannoverschen Kleingärtner und selbst passionierte Kleingärtnerin. Nach Auskunft von Karl-Heinz Rädecker, Präsident des hannoverschen Kleingartenverbandes, haben innerhalb der vergangenen Wochen viele Gärten neue Besitzer gefunden. Dazu habe auch die Angst vor dem EHEC-Erreger beigetragen, meint er. „Die Menschen sagen sich, wir pflanzen jetzt lieber wieder unsere eigenen Sachen an.“

Rädecker ist froh darüber, dass die Vereine nun Gärten, die durch Leerstand heruntergekommen sind, an Menschen mit wenig Geld kostenlos abgeben können. Für einen 300 bis 400 Quadratmeter großen Garten wird sonst eine Ablösesumme von 2000 bis 4000 Euro verlangt, dazu kommt eine jährliche Pacht von 200 bis 250 Euro. Auch die Pacht könne den neuen Besitzern vielleicht für ein, zwei Jahre erlassen werden, hatte Rädecker unlängst angekündigt.

Die meisten Kleingartenvereine in den westlichen Stadtteilen, die dem Verband angeschlossen sind, haben zu Jahresbeginn zwei bis vier Prozent leer stehende Gärten verzeichnet. Am Davenstedter Holz, Am Mühlenberg und Am Lindener Berg gibt es mit zwei Prozent Leerstand nur sehr wenige freie Gärten. Von jeweils rund 160 Gärten sind mittlerweile nur noch sieben pro Kolonie frei. Selbst in der Kolonie Schwarze Flage auf dem Lindener Berg, die vor einigen Jahren noch ein Sorgenkind im Verein war, sind fast alle Gärten in guten Händen. Auch die Familie Pienkny hat vor fünf Jahren damit begonnen, hier ihr Paradies zu gestalten. Und das genießen auch die Zwillinge Anne und Deborah und ihre Brüder Aaron und Arnos, die sich fröhlich mit Traktor, Schubkarre, Roller und Springseil im Garten vergnügen.

Am Schleusengrund in Limmer standen zu Jahresbeginn mit noch 5 von 84 Parzellen leer – deutlich mehr Gärten als in den Vorjahren. In der Anlage An der Saline in Davenstedt waren es sogar 5,6 Prozent. Ein richtiger Ausreißer in der Statistik ist nach wie vor die Kolonie Am Davenstedter Platz, die zu Jahresbeginn einen Leerstand von zwölf Prozent verzeichnete. Allerdings hätten sich für die etwa 14 vakanten Gärten schon wieder neue Interessenten gemeldet, sagt Karin Heidebrecht vom Vereinsvorstand. Seit sechs Jahren bewirtschaftet die Versicherungsangestellte hier selbst einen Garten. „Frische Luft und Bewegung nach dem Sitzjob tun einfach gut“, sagt Heidebrecht.

Hannovers Kleingartenkolonien sind momentan stadtweit immer noch nicht ganz ausgelastet. Dem Bezirksverband gehören derzeit 97 Vereine mit 19 000 Mitgliedern in insgesamt 276 Kolonien an. Die Anlagen belegen im Stadtgebiet eine Fläche von gut 1000 Hektar, rund 750 davon befinden sich in städtischem Besitz. Damit belegen die Kleingärtner einen Anteil von fünf Prozent an der gesamten Fläche des Stadtgebiets. Die Pacht pro Quadratmeter beträgt momentan 42 Cent im Jahr, Ablösen sind Verhandlungssache.

Karin Vera Schmidt

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