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Kleingärtner in Oberricklingen lehnen Rückhaltebecken ab

Hochwasser Kleingärtner in Oberricklingen lehnen Rückhaltebecken ab

Immer wieder kämpfen die Anwohner des Stadtteils Oberricklingen bei starkem Regen mit Hochwasser. Um Überschwemmungen in Oberricklingen zu vermeiden, möchte die Stadtentwässerung ein Regenrückhaltebecken in der Kleingartenkolonie des Stadtteils bauen. Doch der Kleingartenverein lehnt das Projekt ab.

Oberricklingen. Für die Anwohner der Wettberger und der Levester Straße ist es eine ständige Sorge, dass bei starkem Regen wieder das Wasser in ihren Straßen stehen wird. Besonders schlimm war es am 18. Juli 2004. In 19 Minuten fiel so viel Niederschlag wie es – rein statistisch gesehen – nur alle 50 bis 100 Jahre vorkommt. Aber auch im August 2002 und im Juli 2006 regnete es stark. „Das Wasser stand 30 Zentimeter hoch und floss zunächst nicht ab. Dafür sind unsere Kanäle nicht ausgelegt“, schilderte Horst Menze von der Stadtentwässerung jetzt im Bezirksrat Ricklingen die Situation.

In den beiden besonders betroffenen Straßen in Oberricklingen verschärft sich das Problem, weil sie in einer Senke liegen. Bei starkem Regen strömt auch Wasser von der Bückeburger Allee und der Hamelner Chaussee in das niedriger liegende Gebiet. Die Stadtentwässerung will nun die Situation mit einer Reihe von Veränderungen entspannen, stößt dabei aber offenbar auf einige Widerstände.

„Wir wollen ein Regenrückhaltebecken in der Kleingartenkolonie anlegen, damit das Wasser sich sammeln kann und wir es dann gedrosselt in einen Kanal in Richtung Ricklinger Kreisel abgeben können“, erläuterte Holger Giese, zuständiger Projektingenieur der Stadtentwässerung. Zehn bis zwölf Gärten mit insgesamt 1200 Quadratmeter Fläche würden dafür benötigt. Kleingärtnerpräsident Karl-Heinz Rädecker lehnte den Vorschlag jedoch ab, weil die Parzellen in der Kolonie fast komplett vermietet sind.

„Aber wenn wir das Wasser ungedrosselt in Richtung Kreisel leiten, wird es sich an anderer Stelle stauen“, beschreibt Giese das Problem. In der Bezirksratssitzung brachten die Politiker Flächen an der Mercedesstraße und am Roncallihof für das Rückhaltebecken ins Gespräch. Doch beide haben aus Sicht des Experten nicht die geeignete Lage. In zwei Jahren soll noch einmal das Gespräch mit den Kleingärtnern gesucht werden.

Die Stadtentwässerung hat bereits das Kanalnetz in dem Gebiet gereinigt und 48 Kilometer Regen- und Schmutzwasserkanäle mit Kameras untersucht. Geplant ist, den Regenwasserkanal in der Straße Am Kiffkampe neu zu bauen und dabei zu vergrößern. Kanalbau und Reparaturarbeiten auf weiteren Strecken sollen 2012 beginnen und Ende 2014 abgeschlossen sein. Außerdem will die Stadtentwässerung auf städtischen Grundstücken wie der Wilhelm-Busch-Schule, der Martin-Luther-King-Schule, von Kitas und dem Jugendzentrum möglichst Regenwasser im Erdreich versickern lassen statt es ins Kanalnetz zu leiten. „Das wird sich aber zeitlich hinziehen“, sagte Menze. Er betonte aber, dass nur eine Bündelung aller Vorhaben genügend Entlastung bringen werde.

Gespräche gab es auch mit der Straßenbauverwaltung des Bundes, da drei Bundesstraßen Regenwasser ins städtische Netz ableiten. „Wir wollten erörtern, wie man diese Abflüsse drosseln könnte“, sagte Menze. Doch das Treffen sei unglücklich verlaufen. Die Bauverwaltung hatte schon zu diesem Gespräch zwei Rechtsanwälte mitgebracht.

Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) schlug eine Kampagne für die Versickerung von Regenwasser auf Privatgrundstücken vor. Menze hielt das für sinnvoll, verwies aber auf das begrenzte Personal in der Stadtentwässerung. „Dafür sind Gespräche mit jedem einzelnen Eigentümer notwendig.“

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