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Kunstgenuss im Edelhof-Park in Ricklingen

Ausstellung "Zwischen Baum und Blume" Kunstgenuss im Edelhof-Park in Ricklingen

Die hannoversche Künstlerin Dagmar Brand, die auch für die Ausstellungen Klanggärten und Wintergärten verantwortlich zeichnet, hat in Zusammenarbeit mit der Region, dem hannoverschen Kulturbüro und dem Edelhof die Ausstellung mit Werken von zehn Künstlern kuratiert.

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Das Netz ist da, doch die Spinne fehlt: Sabine Öllerers Riesennetze hängen in den Parkbäumen und erfreuen die Aussellungsbesucher - auch bei Regen.

Quelle: Schmidt

Sind Ufos in Alt-Ricklingen gelandet? Wachsen Knöpfe an Büschen? Haben sich die klapperdürren Zebras verlaufen? Wer hat dem Baum wehgetan? Diese und etliche Fragen mehr stellen sich den Besuchern der Ausstellung „Zwischen Baum und Blume“, die derzeit im historischen Park des Edelhofes, Am Edelhofe 8, in Ricklingen herumspazieren – am besten mit wasserfestem Schuhwerk. Denn das Wetter ist den Kunstwerken bisher nicht immer gnädig gesonnen. Trotzdem ist das Wandeln unter alten Bäumen im Moment ein besonderer Kunst-Genuss.

Die Aufgabe der Künstler bestand darin, sich mit konkreten Orten „Zwischen Baum und Blume“ auseinanderzusetzen und in einen Dialog mit dem ausgewählten Ort zu treten. „Ich habe mir unterschiedliche Arbeitsweisen gewünscht, schön durchwachsene Perspektiven und natürlich Arbeiten, die man in Galerien nicht zu sehen bekommt“, erläutert Dagmar Brand ihre Auswahl.

Das ist geglückt, und es macht Freude, diese wundersamen Installationen zu erwandern. Allerdings steht der Besucher dabei unter Observation. Zwölf aufrechte Erdmännchen überblicken den Park von einem Gerüst aus Abwasserrohren aus, das Klaus Madlowski mitten auf die Wiese platziert hat. Dieses Rohrgebilde erinnert an charakteristische Naturstrukturen. Die skurrilen Parkwächter darauf schauen ernsthaft drein, und lassen den Besucher trotzdem lächeln. Nicht weit davon hat Rolf Sextro ungleich filigraner gearbeitet und aus Zweiganordnungen tierisch-fantastische Gebilde in die Wiese gestellt. „Der lange Weg nach Afrika“ hat Sextro diese Wesen genannt, die dazu einladen, sich skurrile Geschichten auszudenken.

Ins Auge fallen auch die blauen „Ufos“, mit denen Pablo Hirndorf im Park gelandet ist. Sind damit außerirdische Helfer auf diese sorgenvolle Erdkugel gekommen oder sind sie unsere Rettungsscheiben? Weitere Fragen, die sich im Parkraum auftun. Neben der Filtertüteninstallation von Michael Kiener, dessen Material etwas unheimlich und pilzig quillt und der kopflosen Schießbuden-Figur von Ulrike Enders, die den Besucher auffordert, sich einmal mit Schlips und Kragen zu präsentieren, muss man sich einige versteckte Kunstwerke mit Feingefühl erlaufen.

Sabine Öllerer hat Behausungen für eine bislang unsichtbare Riesenspinne in die Bäume gesponnen, und manch einer mag froh sein, dass sich das Tier selbst nicht blicken lässt. Mit ihren „Teppichschnuppen“ trägt Marion Gülzow besonders schmucke Stückchen zur Ausstellung bei. Dafür hat sie unzählige Metallknöpfe in Büsche gesteckt, in Bäume gehängt und in Metallmatten gehakt – eine Schönheit, die den bedrohlichen Müll- und Ölteppichen auf diesem Planeten mit zarter Eleganz entgegenfunkeln.

„Hurt“ nennt Anneke Schepke ihren Beitrag zur Ausstellung: Gemeint ist ein großer knallroter Wundverband um einen dicken, alten Baum. Mit Plastik lassen sich die Wunden nicht heilen, die der Mensch der Natur zufügt, mag das Kunstwerk mahnen. Zur „Bewegung. Ein Zeichen von Leben“ möchten Almut und Hans-Jürgen Breuste anregen. Ihr gleichnamiges Objekt aus etlichen liegenden Holzwalzen trägt eine Schrift, die daran erinnert, auf welchen umgefallenen Säulen das Menschliche ruht.

Ulrike Schöllers Arbeit ist leider schon vor Ende der Ausstellung untergegangen. Auf die zauberhaften Klang-Begegnungen der Porzellanschalen, die Schöller schwimmend auf dem Teich angebracht hatte, müssen die Besucher nun verzichten. Etwa 800 Menschen haben die Ausstellung im Park des Edelhofes bisher bereits gesehen. Zwei weitere Öffnungsphasen stehen noch aus.

„Zwischen Baum und Blume“ öffnet am heutigen Donnerstag, 21. Juli, und morgigen Freitag, 22. Juli, von jeweils 15.30 bis 18.30 Uhr. Sonnabend und Sonntag ist die Ausstellung von 11.30 bis 16 Uhr geöffnet. Die gleichen Öffnungszeiten gelten vom 28. bis 31. Juli. Am Sonntag, 31. Juli, endet die Ausstellung mit einer Picknick-Finissage um 11.30 Uhr. Zur gleichen Uhrzeit gibt es dann auch die letzte Sonntags-Führung. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.

Karin Vera Schmidt

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