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Landesverein für Genealogie forscht seit fast 100 Jahren

Familiengeschichte Landesverein für Genealogie forscht seit fast 100 Jahren

„Früher war das hier ein Alte-Männer-Klub“, berichtet Hans Hermann Kallmeyer vom Landesverein für Genealogie. Heute kommen immer mehr Frauen und junge Menschen, um sich auf die spannende Suche nach ihrer Familiengeschichte zu machen.

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In zwei Jahren feiert der Landesverein für Genealogie in Hannover sein 100-jähriges Bestehen.

Quelle: Teetz

Hannover. Der Niedersächsische Landesverein für Familienkunde wurde 1913 in Hannover im Restaurant Knickmeyer am Rathenauplatz ins Leben gerufen. 1934 wurden die familienkundlichen Vereine in Deutschland „gleichgeschaltet“, 1936 gründete man den „Hannoverschen Landesverein für Sippenkunde“. Nach dessen Verbot durch die britischen Truppen am 8. Mai 1945 lebte der alte Verein 1946 wieder auf. 1972 bezogen die Mitglieder die heutigen Räume in der Glockseestraße 36. In zwei Jahren feiern die hannoverschen Genealogen ihren 100. Geburtstag.

Im Verein sind weltweit 600 Mitglieder organisiert. Auch in den USA leben Familienforscher, die ihren Jahresbeitrag nach Hannover überweisen. „Das sind zumeist Menschen, deren Familien hier ihre Wurzeln haben“, erzählt Vereinsmitglied Hans Hermann Kallmeyer. Wer etwas über die eigenen Vorfahren wissen will, woher sie kamen, wo sie lebten, welchem Beruf sie nachgingen oder wie viele Kinder sie hatten, dem können die Familienforscher helfen. Das Interesse an der eigenen Herkunft steigt. „Zu uns kommen immer mehr junge Menschen und immer mehr Frauen. Früher war das hier ein Alte-Männer-Klub“, berichtet Kallmeyer.

Anlass einer intensiven Suche nach der eigenen Familiengeschichte ist häufig der Tod eines Angehörigen. „Oft finden die Nachkommen dann den berühmten Schuhkarton mit Dokumenten, alten Fotos und Briefen“, sagt das Vereinsmitglied. „Dann werden die Leute neugierig.“ Auch Kallmeyer kam vor zehn Jahren auf diese Weise zur Familienforschung. Als seine Mutter starb, fanden sein Bruder und er viele beschriftete Fotos. Die Geschichte der eigenen Familie wurde immer interessanter für sie: „Mittlerweile habe ich 2200 Namen ermittelt.“

Oft stehen die Verwandten aber auch vor Problemen – beispielsweise, wenn der Großvater oder die Großmutter aus einem Ort in den ehemaligen deutschen Ostgebieten kamen: „Die hatten ja meist andere Namen als heute.“ Bücher in der Bibliothek des Landesvereins helfen dann bei der Recherche. Manchmal existieren Ortschaften auch nicht mehr, weil sie etwa dem Tagebau zum Opfer gefallen sind. Die Kirchenbücher dieser nicht mehr existenten Dörfer sind dann an anderen Orten gelagert; wo das ist, können Familienforscher ermitteln.

Die Bibliothek des Landesvereins für Familienkunde in der Glockseestraße 35 ist mittwochs zwischen 15 und 18 und jeden ersten Sonnabend im Monat zwischen 10 und 15 Uhr geöffnet. Im Rahmen des Großraum-Entdeckertages präsentieren sich die hannoverschen Genealogen am Sonntag, 4. September, zwischen 10 und 19 Uhr in der Georgstraße zwischen Kröpcke und Aegi.

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Platzmangel
Platznot: Hans Hermann Kallmeyer und Gabriele Fricke in der engen Bibliothek des Landesverein für Genealogie.

Die Bücher passen gerade noch in das Ein-Zimmer-Archiv auf dem Glocksee-Gelände, die Mitgliedertreffen können hier aber schon lange nicht mehr stattfinden. Der Landesverein für Genealogie leidet unter Platznot und bittet die Hannoveraner um Hilfe bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten.

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Von Redakteur Kristian Teetz

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