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Landesverein für Genealogie sucht eine neue Bleibe

Platzmangel Landesverein für Genealogie sucht eine neue Bleibe

Die Bücher passen gerade noch in das Ein-Zimmer-Archiv auf dem Glocksee-Gelände, die Mitgliedertreffen können hier aber schon lange nicht mehr stattfinden. Der Landesverein für Genealogie leidet unter Platznot und bittet die Hannoveraner um Hilfe bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten.

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Landesverein für Genealogie forscht seit fast 100 Jahren

Platznot: Hans Hermann Kallmeyer und Gabriele Fricke in der engen Bibliothek des Landesverein Genealogie.

Quelle: Teetz

Calenberger Neustadt. 10 000 Bücher, 18 Stühle an zwei langen Tischen, zwei Computer, ein Empfangstresen – das alles ballt sich auf 78 Quadratmetern. Der Niedersächsische Landesverein für Familienkunde leidet unter der Enge in seinem Ein-Zimmer-Archiv auf dem Glocksee-Gelände in der Calenberger Neustadt. Deswegen sucht der Verein nun eine neue Bleibe und bittet alle Immobilienbesitzer und Vermieter, Vereine und Verbände in der Stadt um Hilfe.

„Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Beiratsmitglied und EDV-Expertin Gabriele Fricke. Seit fünf Jahren sucht der Verein der niedersächsischen Genealogen, wie die Familienforscher fachsprachlich heißen, mit seinen weltweit 600 Mitgliedern größere Räume. Die Bücher allein kommen zwar bislang noch unter, aber für Versammlungen oder PC-Kurse fehlt der Platz. „Für solche Veranstaltungen, aber auch für unsere Mitgliederversammlungen müssen wir immer ins Freizeitheim Vahrenwald ausweichen“, sagt die passionierte Genealogin. Auch die Arbeitsplätze sind an manchen Tagen schnell belegt. Wenn der Verein einen Nachlass erbt, müssen die Bücher und Papiere auf dem Fußboden verteilt werden, damit sie ordentlich gesichtet werden können. Anfangs reichte der Platz in der Calenberger Neustadt noch aus, doch mit den Jahren ist der Bestand durch Zukäufe und Erbschaften enorm angewachsen. Außerdem sei das Glocksee-Gelände alles andere als einladend, meint Fricke. Vor der Bibliothek wurden schon Reifen zerstochen und ein Auto zerkratzt. „Außerdem kommt es immer wieder vor, dass uns Gäste hier nicht finden“, berichtet das Beiratsmitglied. Die Zeit für einen Umzug sei aus all diesen Gründen reif.

Doch bislang blieb die Suche erfolglos. „Wir haben bei der Stadt angefragt, ob sie uns zu vertretbaren Konditionen eine neue Bleibe anbieten kann, aber die Antwort war negativ“, erzählt Fricke. Die jetzigen Räume hat der Verein vor 39 Jahren günstig von der Kommune angemietet: „Deswegen hatten wir die Hoffnung, dass uns die Verwaltung erneut eine günstige Lösung präsentiert.“ Man habe etwa an Räume in alten Schulen gedacht. Die Stadt habe auch tatsächlich Alternativen vorgeschlagen, aber die Räume seien entweder nicht brauchbar gewesen, weil sie zu dunkel und feucht waren, oder sie hätten zu viel Miete gekostet. „Gewerbliche Mieten können wir nicht zahlen“, sagt die Genealogin. Auch bei Oberbürgermeister Stephan Weil hätten Vereinsvertreter schon um Unterstützung gebeten. „Aber wir wurden nur vertröstet“, erzählt Beiratsmitglied Hans Hermann Kallmeyer.

Auch die Region Hannover als Trägerin der Berufsbildenden Schulen, beide christlichen Kirchen, die Bundeswehr und Firmen hat der Verein bereits angesprochen. Doch immer wieder das gleiche Bild: Die Räume waren ungeeignet oder zu teuer. Dabei suchen die Genealogen gar kein Luxusquartier in Toplage, im Gegenteil. „Wir nehmen auch Räume in Hinterhöfen, alte Ateliers oder Werkstätten“, erklärt Gabriele Fricke. Die Bedingungen sind überschaubar: Der neue Standort soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein und im Stadtgebiet liegen, die Räumlichkeiten müssen trocken sein und sollen möglichst über Sanitäranlagen verfügen. Außerdem wären vier Parkplätze schön, ergänzt die EDV-Expertin: „Schließlich haben wir auch gehbehinderte Mitglieder.“ Und ganz wichtig: „Die Miete darf nicht zu hoch sein und die Statik muss stimmen, schließlich wiegen 10 000 Bücher eine ganze Menge.“ Ansonsten bestehe die Gefahr, dass der Boden einsackt. Wie verzweifelt der Landesverein für Familienkunde mittlerweile sucht, zeigt ein Satz von Fricke: „Mögliche Vermieter sollen sich nicht scheuen, uns ihre letzte Bude anzubieten. Vielleicht passt es ja.“

Unter Zeitdruck stehen die Vereinsmitglieder nicht. Es gebe keine Kündigung des Mietvertrags seitens der Stadt. Doch die Gruppe will so schnell wie möglich ein neues Zuhause finden. „Unser Verein besteht seit 98 Jahren“, sagt Hans Hermann Kallmeyer. „Und unseren 100. Geburtstag wollen wir bitte nicht mehr an diesem Ort feiern.“

Wer dem Verein neue Räume vermitteln kann, erreicht Gabriele Fricke unter der Telefonnummer (0 50 31) 90 92 79 oder per Mail.

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