Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
West Autohändler Jacobi baut Wohnungen in Linden
Hannover Aus den Stadtteilen West Autohändler Jacobi baut Wohnungen in Linden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:41 22.02.2018
Gessner & Jacobi baut ein neues Geschäftshaus mit Wohnungen an der Falkenstraße Quelle: Hübotter + Stürken
Anzeige
Linden-Mitte

 Lange hat es gedauert, nun ist es so weit: Ab April lässt der Inhaber des Autohauses Gessner & Jacobi an der Falkenstraße auf dem Eckgrundstück zur Jacobsstraße einen dreigeschossigen Neubau errichten, genau neben dem derzeitigen Firmengelände. Damit wird eine langjährige Baulücke geschlossen. Im Erdgeschoss wird es einen Schauraum für Neuwagen der Marke VW geben, darüber sind Büros und fünf Mietwohnungen geplant. Zwei weitere Mietwohnungen werden im angrenzenden Altbau an der Falkenstraße 16 entstehen. Es ist das Geburtshaus von Heinrich Jacobi, das er seit Oktober vergangenen Jahres kernsanieren lässt.

Ursprünglich sollte das Projekt, dem Jacobi den Namen Linden Quartier gegeben hat, schon im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. „Unser Vorhaben hat sich aber als sehr komplex erwiesen – darum hat die Stadt wohl so lange für die Baugenehmigung gebraucht“, sagt Jacobi. Zudem hatte der Denkmalschutz ein wichtiges Wort mitzureden. Durch die Verzögerung sind auch die Baukosten gestiegen: Mit rund 4 Millionen Euro hatten Jacobi und seine Frau Dagmar kalkuliert – nun sind es knapp 5 Millionen geworden. Beide verstehen die Großinvestition am traditionsreichen Firmensitz gleichwohl als klares Bekenntnis zum Standort Linden. 

Jacobi zieht selbst mit ein

Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, haben die Bauarbeiter zunächst mit der Sanierung des Altbaus aus dem Jahr 1880 begonnen. Der Charme des denkmalgeschützten Hauses mit Stuck, Schiebetüren, hohen Decken und alten Kachelöfen bleibt erhalten, aber technisch kommt alles auf den neuesten Stand. Die beiden dort zu vermietenden Wohnungen sind jeweils etwa 100 Quadratmeter groß. Die Wohnung im ersten Stock wird Jacobi mit seiner Frau selbst beziehen.

Ins Erdgeschoss des sanierten Hauses soll eine Gastronomie einziehen, „ die für alle Lindener offen ist“, wie Jacobi betont. Diese wird mit dem angrenzenden Neubau über einen Durchbruch verbunden, der in den neu entstehenden Autoschauraum überleitet. Das in klaren Konturen gehaltene Gebäude an der Falkenstraße nach Entwürfen des hannoverschen Büros Hübotter + Stürken ist durch eine sandsteinfarbene Klinkerfassade geprägt – in Anlehnung an den Backstein des Altbaus. Im ersten Stock entsteht eine 700 Quadratmeter große Bürofläche. Sie kann in voller Größe oder aufgeteilt an Gewerbetreibende, Praxen und Kanzleien vermietet werden.

Altbau soll im Herbst fertig sein

In den darüber liegenden Etagen werden fünf Wohnungen gebaut, davon zwei im Penthouse-Stil. Sie sind zwischen 100 und 130 Quadratmeter groß, haben Balkon oder Dachterrasse, Parkettboden, Einbauküche, Fußbodenheizung und bodentiefe Fenster. „Die Zuschnitte sind sehr individuell“, sagt Jacobi. Den Quadratmeterpreis gibt er für Alt- und Neubau zwischen 10,50 und 12 Euro an. „Wir haben schon viele Anfragen, seit der Bauzaun steht.“ Voraussichtlich im Herbst ist der Altbau bezugsfertig. Das neue Gebäude soll spätestens Mitte 2019 fertiggestellt sein. Für die Mieter beider Häuser gibt es Fahrstühle und eine Tiefgarage. Ladestationen für Elektroautos sind ebenso geplant wie für E-Bikes.

Das Firmenareal mitten in Linden hat eine lange Geschichte. Ein Teil der Bauten stammt aus dem 19. Jahrhundert und aus den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Schließlich ist die Firma Jacobi seit 198 Jahren an der Falkenstraße ansässig. Wo heute Autos verkauft werden, wurden einst Kutschen produziert: 1820 hatte Heinrich Jacobis Urgroßvater den auf Karosserien spezialisierten Betrieb gegründet. Sein heute 68-jähriger Urenkel sagt: „Wir möchten etwas Schönes für die Falkenstraße und für Linden entstehen lassen.“ Das klingt ehrlich aus dem Mund eines Unternehmers, der den Familienbetrieb in vierter Generation am gleichen Standort führt.

Von Juliane Kaune

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rund drei Jahrzehnte war das spanische Restaurant El Mercado am Lindener Markt ansässig – jetzt zieht es nach Ricklingen um, weil der Pachvertrag nicht verlängert wurde. Am neuen Standort erhoffen sich die Inhaber auch altbekannte Gesichter wiederzusehen. 

21.02.2018

Weil an der Wunstorfer Straße gebaut wird, müssen Kraftfahrer Umwege in Kauf nehmen. Manche steuern ihre schweren Fahrzeuge trotzdem rücksichtslos durch die Anliegerzone – mit schadhaften Folgen. 

19.02.2018

Ingeburg und Werner Hans Mannherz versorgen schon seit Jahren diverse Patienten mit ihrem Zahnmobil – ehrenamtlich. Für diesen Einsatz haben die beiden nun den Niedersächsischen Verdienstorden erhalten.

15.02.2018
Anzeige