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Das Kesselhaus bekommt Geld aus Berlin

Linden-Nord Das Kesselhaus bekommt Geld aus Berlin

Der Bund unterstützt den Erhalt des historischen Kesselhauses mit 125.000 Euro – und bringt damit die Finanzierung für dei Sanierung des Industreidenkmals entscheidend voran.

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Fluss-Abenteuer: Franziska Melz will vor dem Industriedenkmal einen Kanuverleih für alle einrichten, die auf Ihme und Leine in See stechen wollen.

Quelle: Visualisierungen: HsH

Hannover. Die Grundsanierung des historischen Kesselhauses neben dem Faust-Gelände rückt in greifbare Nähe. „Es ist jetzt sehr sicher, dass wir das Gebäude zum Tag des Denkmals 2016 öffnen können“, sagt Peter Hoffmann-Schoenborn, Sprecher des Vorstandes der Faust-Stiftung und Mitglied der Kesselhaus-Initiative. Nachdem der Deutsche Bundestag 125 000 Euro für das Projekt zugesichert hat, ist die Finanzierung auf dem besten Weg. Faust-Geschäftsführer Michael Krüger geht davon aus, dass die benötigten 250 000 Euro noch bis Ende dieses Jahres zusammenkommen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte die Förderung des Projekts in der vergangenen Woche beschlossen. Damit ist das Kesselhaus eines von bundesweit 124 „herausragenden Kulturdenkmälern“, deren Erhalt durch das Denkmalschutz-Sonderprogramm mit einem Volumen von insgesamt fast 21 Millionen Euro unterstützt wird. „Das ist eine großartige Nachricht für unsere Stadt“, freut sich der hannoversche Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler. Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen hatte sich nach eigener Aussage für das Projekt eingesetzt. „Die Kesselanlage ist in seiner Bauform weltweit einmalig und ist damit auch aus technikgeschichtlicher Sicht von herausragender Bedeutung“, sagt er.

In Linden wurde die gute Nachricht freudig begrüßt. „Wir haben aber noch nichts Schriftliches“, bremst Krüger die Begeisterung. Bevor er nicht wisse, unter welchen Bedingungen das Geld verwendet werden muss, will er noch nicht jubeln. Trotzdem ist seine Initiative zuversichtlich, dass das denkmalgeschützte Ensemble aus den Zwanzigerjahren zum Denkmaltag am 11. September 2016 wieder ohne Schutzanzug betretbar sein wird. Dafür müssen Asbest und Taubenkot entsorgt sowie Fenster und Dach erneuert werden.

Die Kesselhaus-Initiative hat laut Krüger schon rund 10 000 Euro durch Kleinspenden erhalten. „Wir haben eine unheimlich breite Unterstützung durch die Lindener erfahren“, sagt er. Insgesamt 80 000 Euro müssen er und seine Mitstreiter als Eigenanteil auftreiben - erst dann übernehmen Bund, EU und Landesdenkmalpflege die restlichen Kosten. „Wir sind mit verschiedenen Stiftungen in Verhandlung und guter Dinge, dass wir eine Einigung erzielen können“, sagt Krüger. Zudem verkauft die Initiative weiter fleißig „Bausteine“gegen Spenden im Wert von 10 bis 100 Euro an alle, die sich für das Kesselhaus einsetzen möchten. Wer ebenfalls spenden möchte, findet Informationen unter www.linden-kesselhaus.de.

Auch die Stadt Hannover hat bereits ihre Unterstützung für das Projekt signalisiert. Stadtbaurat Uwe Bodemann und Hans-Achim Körper, Leiter der städtischen Denkmalpflege, machten sich nach der Finanzzusage aus Berlin ein Bild vom Zustand des Kesselhauses. In blauen Schutzanzügen besichtigten sie das Gebäudeinnere und sprachen mit den Initiatoren über eine Nachnutzung - ohne dabei allerdings konkrete Zusagen zu machen.

Ein Gebäude, viele Ideen

Wie das Kesselhaus künftig genutzt werden könnte, haben sich schon jetzt Innenarchitektur-Studentinnen der Hochschule Hannover (HsH) überlegt. Ob Kanuverleih, Gemeinschaftswerkstatt für die Lindener Kreativszene, Veranstaltungsort, Mode-Laufsteg, Studentenwohnheim oder Hostel – im Wirtschaftsforum des Vereins Lebendiges Linden stellten sie ihre Entwürfe jetzt erstmals vor. Die angehenden Innenarchitektinnen aus dem sechsten Semester haben ihre Varianten für ein neues Innenleben des alten Industriedenkmals in einem von Prof. Suzanne Koechert geleiteten Semesterprojekt erarbeitet – und die Vertreter der Kesselhaus-Initiative mit ihren Ideen überzeugt. Peter Hoffmann-Schoenborn von der Initiative zeigte sich positiv überrascht: „Das Kesselhaus hat im Inneren ein kompliziertes, enges Raumgefüge – der erste Eindruck ist häufig: Da geht ja gar nichts.“ Das hätten die Studentinnen nun mit ihren Arbeiten widerlegt. „Da stecken überall pfiffige, kreative Ideen dahinter“, lobt der Vorstandssprecher der Faust-Stiftung. Für die künftige Nutzung des Fabrikgebäudes seien das „tolle Anregungen“, die in den kommenden Jahren diskutiert werden sollen. „Die vorgestellte Lichtinstallation zur Präsentation von Architektur und Geschichte im Kesselhaus kann ich mir sogar schon zur Eröffnung 2016 vorstellen“, sagt Hoffmann-Schoenborn. Wer sich genauer über die studentischen Pläne für das Lindener Wahrzeichen informieren will, hat dazu am Dienstag, 30. Juni, eine gute Gelegenheit. Dann präsentieren die HsH-Studenten ihre Entwürfe ab 10 Uhr öffentlich im Design Center, Expo Plaza 2, im Seminarraum A 402.

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