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Mehr Optimismus für den Deisterkiez
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Linden-Süd Mehr Optimismus für den Deisterkiez

Von der Debatte um Gentrifizierung bleibt auch Linden-Süd nicht unberührt. Hier allerdings heißt das "Upgrading" - und man freut sich darüber.

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Linden-Süd. Es gehört zur Aufgabe von Carsten Tech, Linden-Süd positiv darzustellen. Der Quartiersmanager lässt sich manches einfallen, um auf die Vorzüge seines Stadtteils aufmerksam zu machen. Jetzt hat er ein neues Motto: „Ab in den Süden“ - und verkehrt damit die Debatte um Gentrifizierung, die in Linden-Mitte und -Nord Ängste auslöst, ins Positive: Während sich andere Stadtteile darum sorgen, dass durch die Verteuerung von Wohnraum ärmere Bewohner vertrieben werden, freue man sich in Linden-Süd über die Aufwertung des Immobilienbestandes: „Das erfreut uns alle, da hier niemand verdrängt wird und sich Neues entwickelt“, sagt Tech. Er spricht auch nicht von Gentrifizierung, sondern von Upgrading.

So sei die Umnutzung der ehemaligen Industriebrache auf dem Hanomag-Gelände eine solche Erfolgsgeschichte „des neuen Südens“, wie Tech es plakativ formuliert: „Dort, wo Kurt Schumacher 1946 die SPD zum Wiedergründungsparteitag einlud, existieren nach Fertigstellung des Komplexes wieder 2100 Arbeitsplätze, interessante Loft-Wohnungen und zusätzliche Möglichkeiten der Nahversorgung. Dass hiervon auch ein weiterer positiver Impuls auf den ,Deisterkiez‘ ausgehen wird, steht außer Frage.“ In naher Nachbarschaft zum Ahrbergviertel entstehe hier ein weiteres ebenso hochwertiges wie innenstadtnahes Wohnquartier.

Ein großer Schritt nach vorn soll demnächst mit der Zusammenführung der Kinder-und Jugendzentren Posthornstraße und Allerweg gelingen. Stadtteilforum und Quartiersmanagement Linden-Süd seien zudem um die stetige Aufwertung der Grünflächen bemüht - wie dem westlichen Ihmeufer zwischen Schwarzem Bär und Ricklingen. Dazu wurde ein studentischer Architektenwettbewerb ausgerichtet. „Hier passiert gerade etwas“, sagt Tech. Profitieren könnte unter anderem das neue Klinikum, das am Ihmeufer gebaut wird. Unzufrieden ist Tech allerdings mit der Namesgebung: Die von Region und Klinikleitung favorisierte Bezeichnung „Klinikum Mitte“ sei irreführend, kritisiert Tech. „Warum ist das Bekenntnis zum Süden so schwierig, wenn doch so viel Positives hier geschieht? Wer hat den Mut, die neuen Kleider als Erster zu tragen?“

Auch kulturell habe Linden-Süd mehr zu bieten als die meisten vermuten, sagt Tech. Beispiele seien die Gospelkirche der Erlösergemeinde oder die Deisterstraße mit ihren Läden, Kneipen und Restaurants. Tech weist darauf hin, dass sich die Standortgemeinschaft im Spätsommer 2012 sogar einer Marktanalyse der Marketing- und Beraterfirma CIMA unterzogen hat. „Ein bewusstes Kräftemessen: Der Süden scheut keinen Vergleich mit den Besten der Branche.“ Das Ergebnis der Befragung war allerdings nicht nur positiv. So stellte die CIMA fest, dass die Deisterstraße bei ihren Besuchern nur mäßig beliebt sei und ein neues Image brauche. Für den rührigen Tech bedeutet das allerdings nicht Rückschlag, sondern Ansporn: „Auch hieraus entstehen wieder weitere Ideen der Aufwertung.“

Einige dieser Ideen dürften an mangelnder Finanzkraft scheitern - doch dieses Problem versucht man im Stadtteil mit ehrenamtlichem Engagement zu kontern. In dieser Disziplin ist Linden-Süd schon heute spitze: Eine riesige Zahl von Vereinen, Einrichtungen und Initiativen kümmert sich um die Belange der Bewohner. „Ob Senioren, die Bildungssituation der Kinder und Jugendlichen, die Entwicklung der lokalen Wirtschaft, die Freiraumentwicklung oder das Wohnumfeld - für alles gibt es hier Herangehensweisen, Antworten und die stetige Möglichkeit zum Mitmachen.“

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