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West Millionenschaden durch eingestürzte Brücke
Hannover Aus den Stadtteilen West Millionenschaden durch eingestürzte Brücke
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00:15 07.12.2012
Von Conrad von Meding
Die Stunde der Gutachter ist gekommen: Experten debattieren an der Unfallstelle in der Masch. Quelle: Surrey
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Ricklingen

3000 Tonnen Gewicht knallten nach unten. Die 120 Meter lange Stahlbetonkonstruktion hat jetzt einen Knick. Der Schaden dürfte sich auf Millionen Euro belaufen.Gutachter prüfen, was zu retten ist, die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich um mindestens ein halbes Jahr verzögern. Wie durch ein Wunder gab es keine unmittelbar Verletzten. Zur Bilanz zählt allerdings ein verwundeter Bauarbeiter: Er stürzte schwer, als er vor Schreck weglief.

„Es hat einen unglaublichen Rums gegeben, dann hat die Erde gezittert wie bei einem Erdbeben“, sagt Anwohner Peter Teitge. Der Rentner war gerade mit seinem Hund unterwegs, als sich der schwere Unfall ereignete. Am nächsten Morgen sah er die Folgen des Desasters: Große Teile der Tragkonstruktion waren in die Ihme gefallen, mehrere Widerlager der Brücke schwer beschädigt, auf der Baustelle herrschte Chaos. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis sagte gestern, dass die Gutachten zu dem Unfall erst in 14 Tagen fertig sein werden. Dann soll feststehen, ob die riesige Brücke überhaupt noch weiter verwendet werden kann oder noch eine neue gebaut werden muss.

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In der Ricklinger Masch ist es beim Neubau einer Bahnbrücke zu einem millionenschweren Unfall gekommen.

Die Baustelle in der Ricklinger Masch ist ein Superlativ. Zwei jeweils 120 Meter lange neue Brückenteile aus Stahlbeton sind auf beiden Seiten neben der alten Brücke gegossen worden und sollten nacheinander jeweils an einem Stück eingeschoben werden. Ein Brückenschub in dieser Länge gilt als höchst ungewöhnlich. Jetzt weiß man auch, warum: Wegen der Ausmaße und des Gewichts ist die Konstruktion unglaublich schwer zu navigieren. Der Unfall ereignete sich bereits in der Nacht zu Sonntag um 20 Minuten vor Mitternacht. Da war bereits den gesamten Tag über millimeterweise geschoben worden. Als die Konstruktion einbrach, fehlten nur noch 65 Zentimeter Strecke, bis die Brücke an ihrem vorgesehenen Platz angekommen wäre. Der nächste Brückenschub auf der anderen Seite, der für die Tage zwischen 7. und 17. Januar geplant war, ist jetzt abgesagt. „Dieser Termin ist auf keinen Fall zu halten“, sagt Bahnsprecher Meyer-Lovis. 

Die neue Konstruktion soll die 1909 errichtete Stahlskelettbrücke ablösen. Sie überbrückt an dieser Stelle nahe der Ricklinger Stammestraße die Ihme (die hier noch eher ein Bach ist und Beeke genannt wird) und das Umflutgewässer Gauetwater. Jahrzehntelang hatten Anliegerinitiativen gegen die alte Brücke gekämpft, weil die extrem laut ist. Die Schwellen sind direkt auf die riesige Stahlkonstruktion gesetzt, insbesondere die rumpeligen Güterzüge versetzen das Bauwerk in Schwingungen, die weithin zu hören sind. Der Neubau aus Stahlbeton dagegen ist wie eine Wanne gebaut. Darin sollten die Gleise in einem Schotterbett verlegt werden, was Schwingungen dämpft. Zusätzlich ist an der Südseite eine 400 Meter lange, drei Meter hohe Schallschutzwand vorgesehen.

Pechtag 2012 für die Bahn steht fest

Für die Bahn in Hannover darf der Sonnabend unangefochten als Pechtag 2012 in die Geschichte eingehen. Wenige Stunden zuvor war östlich vom Hauptbahnhof ein Güterwaggon umgekippt und hat Gleise und Weichen so schwer beschädigt, dass es noch bis nächsten Sonnabend zu Behinderungen im Bahnverkehr kommt.

Auch der Unfall an der Beekebrücke hat Auswirkungen auf die Tourenabwicklung – doch die Bahnkunden bekommen davon kaum etwas mit. „Betroffen ist von den Arbeiten ganz überwiegend der Güterverkehr“, sagt Bahnsprecher Meyer-Lovis. Von den normalerweise vier Gleisen der Brücke werden zwei von der S-Bahn und zwei von Güterzügen genutzt. Jetzt müssen sich beide die verbliebenen zwei Gleise teilen – auf unbestimmte Zeit.

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