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West Freude über Grundschulneubau in Mühlenberg
Hannover Aus den Stadtteilen West Freude über Grundschulneubau in Mühlenberg
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11:00 16.09.2018
Die Grundschule Mühlenberg soll neu gebaut werden. Quelle: Tim Schaarschmidt
Mühlenberg

Pünktlich zum Geburtstag kommt die gute Nachricht: Die Grundschule Mühlenberg, die gerade ihren 50. Geburtstag gefeiert hat, soll neu gebaut werden. Applaus aus dem Publikum für seine Entscheidungen erlebt der Bezirksrat Ricklingen auch nicht alle Tage. Das Schicksal der Grundschule jedenfalls berührte die Zuhörer in der jüngsten Sitzung des Gremiums offenbar tief. Als die Ricklinger Politiker – als erstes politisches Gremium – dem erweiterten Schulneubau einhellig zustimmten, atmeten viele im Sitzungssaal hörbar auf.

Investor soll bis 2020 feststehen

Es wird aber voraussichtlich noch bis Mitte 2023 dauern, bis die neue Grundschule ihre Türen öffnet. Und ein weiteres Jahr, bis auch das im selben Komplex untergebrachte Familienzentrum Maximilian Kolbe fertig ist. Ausführen soll das Vorhaben ein privater Investor. Die Stadt plant den Bau in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP). Wenn in Kürze auch die Ratsgremien dem Plan zustimmen, muss diese neue Finanzierungsvariante allerdings noch auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

Ursprünglich hatte die Stadt darauf gesetzt, eine umfassende Förderung vom Land Niedersachsen zu erhalten. Das Land fördert aber nur den Neubau der Mensa und will 2,5  Millionen Euro dazugeben. Es könnte jetzt so laufen wie in der benachbarten Integrierten Gesamtschule (IGS) Mühlenberg, die inzwischen Leonore-Goldschmidt-Schule heißt: Die damalige kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBH, die heute unter dem Namen Hanova firmiert, kaufte das marode IGS-Gebäude von der Stadt, finanzierte Abriss wie auch Neubau und vermietet die Räume nun über 30 Jahre an die Stadt zurück – am Ende gehören Gebäude und Grundstück ihr wieder.

Bis Mitte 2019 sollen alle formalen Weichen gestellt sowie ein Teilnehmerwettbewerb organisiert werden. Bis Ende 2020 soll der Investor feststehen und sämtliche Verhandlungen über den Neubau sollen abgeschlossen sein. Baubeginn wäre dann Mitte 2021. Die Stadt plant das Vorhaben bisher in mehreren Bauabschnitten. Demnach zieht zunächst das Familienzentrum vorübergehend an die Beckstraße, wo ohnehin ein Kita-Neubau geplant ist. Der alte Trakt des Familienzentrums wird abgerissen, an dessen Stelle entsteht bis 2023 die neue Grundschule. Bis Mitte 2024 werden dann das neue Familienzentrum sowie die neue Sporthalle gebaut. Der Platz dafür wird durch den Abriss des alten Schultrakts geschaffen. Anschließend kehrt das Familienzentrum zurück an die Leuschnerstraße.

Baubeginn im Jahr 2021

„Wir wollen eine pädagogisch wertvolle Grundschule in Mühlenberg“, betonte Jörg Gronemann vom städtischen Gebäudemanagement. Wie berichtet, gilt die Einrichtung als sogenannte Brennpunktschule. Und sie soll, wie seit Jahren vom Kollegium selbst und von Akteuren im Stadtteil gefordert, eine Ganztagsschule werden. Deshalb wird der Neubau mit Ganztagsbereich und Mensa geplant.

Die derzeit hoffnungslos überfüllte Grundschule ist für vier Klassenzüge ausgelegt. Aber die Stadt kann nur mittels Containern für ausreichend Unterrichtsräume sorgen. Der Neubau wird deshalb auf eine Fünfzügigkeit ausgelegt. Das Familienzentrum Maximilian Kolbe wird auch nach dem Neubau wieder über fünf Gruppen mit bis zu 93 Plätzen verfügen.

„Endlich werden die Nöte im Stadtbezirk erhört“, sagte die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Sophie Bergmann. Der Bezirksrat wollte wissen, ob der Zeitplan sich nicht doch noch verkürzen lässt. „Leider nein, das ist schon alles optimiert“, sagte Gronemann.

Sanierung nicht wirtschaftlich

Bereits 2014 hatte es Umbaupläne für die Grundschule Mühlenberg gegeben. Damals ging es noch um den Neubau einer Mensa, die Arbeiten sollten 2015 beginnen. Weil die Schule aber einen dringenden Bedarf für einen Ganztagsbereich sowie Differenzierungsräume anmeldete, stellte die Stadt ihre Pläne vorerst zurück. In den darauffolgenden Jahren drehte sich die Diskussion zudem um soziale Bedürfnisse im Stadtteil und um die Frage, ob die Schule saniert oder neu gebaut werden solle. Eine Sanierung des vor mehr als 50 Jahren errichteten Gebäudes kommt für die Stadt aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht mehr in Betracht.

Von Marcel Schwarzenberger und Saskia Döhner

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