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West Pfarrer Klemens Teichert wird verabschiedet
Hannover Aus den Stadtteilen West Pfarrer Klemens Teichert wird verabschiedet
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10:35 22.02.2018
    Mit einem vollen Haus verabschiedet die Gemeinde ihren Pfarrer. Quelle: E-Mail HAZ
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Mühlenberg

„Pfarrer kommen und gehen, doch Christus ist immer bei uns.“ Zu sehr wollte sich Klemens Teichert in seiner letzten Predigt dann nicht in den Mittelpunkt stellen. Das übernahmen andere für ihn: Der 54-Jährige, der die katholische Pfarrgemeinde St. Maximilian Kolbe auf eigenen Wunsch verlässt, bekam bei seinem Abschiedsgottesdienst am Sonntag viele warme Worte mit auf den Weg – und wandte sich noch einmal an die ihm lieb gewordene Gemeinde, die neben dem Mühlenberg auch das Stadtgebiet von Ronnenberg umfasst.

Teichert hatte das Pfarramt im März 2014 übernommen und seitdem sein Büro im ökumenischen Kirchencentrum am Mühlenberger Markt. Nun muss er wegen gesundheitlicher Einschränkungen infolge einer 2004 durchgeführten Lebertransplantation diese Aufgabe weitergeben „Ich gehe natürlich mit einem weinenden Auge, denn ich habe immer sehr gerne hier gearbeitet“, sagte der Geistliche. Er bedankte sich auch bei der „lebendigen Gemeinde“ für das „viele Gute“, das er in seinen knapp vier Jahren Amtszeit erlebt habe. Der mehr als gut gefüllte katholische Kirchenteil des Kirchencentrums, das sich die Katholiken mit der evangelischen Bonhoeffer-Gemeinde teilen, zeugte davon, dass diese Wertschätzung auf Gegenseitigkeit beruht.

Auch Ronnenberger verabschieden sich

Neben den Mühlenberger Gemeindemitgliedern waren viele Ronnenberger Katholiken jeden Alters zu diesem besonderen Gottesdienst gekommen. Seit rund 20 Jahren gehört auch die dortige Gemeinde St. Thomas Morus zur Pfarrgemeinde Maximilian Kolbe, die nach dem 1941 im KZ Auschwitz ermordeten Franziskaner-Minoriten benannt ist. Die Empelder Gläubigen, bis Januar 2016 in der dann entweihten und mittlerweile abgerissenen Kirche Heilige Familie beheimatet, feiern ihre Gottesdienste jetzt in der protestantischen Johanneskirche.

Die gelebte Ökumene war eines der zentralen Themen, die Pfarrer Teichert zum Abschied ansprach: „Nur gemeinsam können wir die gute Nachricht Christi überbringen“, wandte er sich an Antje Marklein, Superintendentin des Kirchenkreises Ronnenberg, die ebenso zu den Gästen zählte wie Teicherts Familie mit seinem bald 95-jährigen Vater.

Joachim Wingert als komissarischer Nachfolger

Die „nicht ganz angenehme Pflicht“, die offizielle Verabschiedungsurkunde zu verlesen, hatte Propst und Regionaldechant Martin Tenge. Danach wurde Teicherts kommissarischer Nachfolger, Pfarrer i. R. Joachim Wingert, in sein Amt eingeführt – noch im Laufe des Februars will man sich auf eine dauerhafte Personallösung ab September 2018 verständigen. Teichert wird nun als Priester in der Pfarrei St. Martin am Roderbruch arbeiten und auch für die Kaplanausbildung sowie spirituelle Betreuung im Bistum zuständig sein. Er bekam neben warmen Abschiedsworten auch sehr persönliche Geschenke. Dietmar Adam, Vize-Vorsitzende des Pastoralrates, überreichte einen Stein aus der israelischen Wüste mit einer Gravur aus dem Psalm 121: „Meine Hilfe kommt vom Herrn.“

 

Von Marius Klingemann

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