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Neue Eisenbahnbrücke könnte mehr Lärm verursachen

Lärmschutz Neue Eisenbahnbrücke könnte mehr Lärm verursachen

Für die neue Eisenbahnbrücke über die Beeke in Ricklingen ist kein durchgehender Lärmschutz geplant. Anwohner befürchten noch mehr Schienengeräusche, Politiker und eine Bürgerinitiative fordern Verbesserungen.

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Die Bauarbeiten an der Eisenbahnbrücke dauern rund zwei Jahre. Anwohner hoffen auf eine deutliche Lärmminderung.

Quelle: Schmidt

Ricklingen. Mit der Erneuerung der gut hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke über die Beeke brechen für viele Ricklinger ruhigere Zeiten an. Doch nicht alle Einwohner können darauf hoffen, dass der Lärm der Güterumgehungsbahn künftig weniger laut zu hören ist. Die neue Stahlbetonkonstruktion erhält zwar einseitig eine 400 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand, die die Wohnhäuser in Alt-Ricklingen südlich von Brücke und Bahnlinie abschirmen soll. Die rund 120 Meter entfernte, gut 30 Meter lange Brücke über die Stammestraße ist jedoch vom Lärmschutz ausgenommen. Es sei zu befürchten, dass dadurch eine Art Trichterwirkung entstehe, durch die der Lärm an dieser Stelle besonders stark ins Wohngebiet eindringen, sagt Albert Koch, CDU-Fraktionschef im Bezirksrat Ricklingen.

Koch nennt diese Entscheidung der Bahn einen Schildbürgerstreich. Schon vor Jahren habe die Stadt in ihrer Stellungnahme zu dem Bauvorhaben darauf hingewiesen, dass auch die Brücke über die Stamme eine Lärmschutzwand erhalten müsse. „Das ist unakzeptabel, viele Bürger sind sehr sauer“, sagt Koch und hat bereits einen Brief an Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU)aufgesetzt, die ihren Wahlkreis in Ricklingen hat. Bei einer Investitionssumme von zwölf Millionen Euro könnten die Kosten für einen Lärmschutz an der Stammestraßenbrücke ja wohl kein Problem sein, meint Koch.

Auch Sebastian Herzog, Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich für eine schnelle Lärmminderung einsetzt, fordert entscheidende Verbesserungen angesichts der dramatischen Lärmbelastung. „Wir freuen uns, dass endlich eine neue Brücke kommt, aber wenn die Emissionen nicht um 80 bis 90 Prozent reduziert werden, gehen wir auf die Barrikaden“, kündigt er an.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis verweist dagegen darauf, dass das zuständige Eisenbahn-Bundesamt im Planfeststellungsbeschluss bereits 2001 einen Lärmschutz für die Brücke abgelehnt habe. Während der voraussichtlich zweijährigen Bauzeit wird der Benedessenweg zwischen der kleinen Fußgängerbrücke südlich der Eisenbahnbrücke und dem Ohedamm komplett gesperrt.

Der Weg wird von Spaziergängern und Radfahrern gern als Verbindung zwischen den südlichen Stadtteilen bis nach Ricklingen, Linden und auch nach Herrenhausen genutzt. Die Verwaltung stuft den Weg dagegen als untergeordneten Naherholungsweg ein. Ein wie eine Rampe angelegter Teil des Benedessenweges wird in die Baustellenzufahrt integriert, weshalb Fußgänger und Radfahrer dort nicht mehr durchkommen. Als Ersatz richtet die Bahn eine provisorische Rampe an der Seite einer kleinen Treppe ein, die zur Fußgängerbrücke führt. Radfahrer, die aus den südlichen Stadtteilen kommen und weiter an der Beeke entlangfahren möchten, müssen das Fahrrad die Rampe hochschieben, ein Stückchen an der Stammestraße entlangfahren, um dann auf der Höhe des Ohedamms auf den Benedessenweg zurückzukommen.

Karin Vera Schmidt

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