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West Neue Gasturbine im Heizkraftwerk Linden läuft im Probebetrieb
Hannover Aus den Stadtteilen West Neue Gasturbine im Heizkraftwerk Linden läuft im Probebetrieb
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07:29 07.12.2010
Im Heizkraftwerk Linden testen Techniker die neue Gasturbine. Quelle: Michael Thomas (Archiv)

„Es geht um eine erste umfassende Funktionsprüfung unter Last“, sagt Stadtwerke-Sprecher Carlo Kallen. Unter anderem werde geprüft, ob die Gasturbine die gewünschte Drehzahl erreicht, ob sie möglicherweise zu stark schwingt und ob sie auch stärkeren Belastungen ausgesetzt werden kann.

Die Auswirkungen der Arbeiten in Linden waren ein Jahr lang weithin sichtbar: Einer der Schornsteine, die im Volksmund „Die drei warmen Brüder“ heißen, wurde im September 2009 abmontiert, um die neue Turbine einbauen zu können. Seit diesem September sind die Schornsteine wieder komplett – und damit auch die Silhouette der Stadt. Der Einbau der Turbine erforderte einen neueren, dicken Kamin auf dem zur Spinnereistraße gelegenen Kesselhaus 1, so wie er auf dem Kesselhaus 3 bereits vorhanden ist.

Pünktlich gegen 15 Uhr haben die Arbeiter den Schweißbrenner in Betrieb gesetzt: In 125 Meter Höhe startete am Freitag die Demontage des südlichen Schlotes der „drei warmen Brüder“, wie die Schornsteine des Heizkraftwerks Linden liebevoll genannt werden. Sonnabend soll er ganz verschwunden sein – Auftakt zur Erweiterung des Kraftwerks.

Allerdings dauert es noch, bis die Gasturbine tatsächlich Strom erzeugt. Denn im Mai nächsten Jahres kommen die Bauteile für eine neue Dampfturbine aus Görlitz. Die alte Dampfturbine aus dem Jahr 1962 hatte das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Während des Einbaus schalten die Stadtwerke die Anlage ab. Die Stromerzeugung übernehmen die Kraftwerke Herrenhausen und Stöcken.

Zu Heizsaison 2011/2012 soll das modernisierte Lindener Heizkraftwerk dann nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb geben. Mit der Modernisierung des Heizkraftwerks will enercity mehr umweltfreundlichen Strom und mehr Energie für das Fernwärmenetz produzieren. Mit den neuen Turbinen steigt die Leistung des Kraftwerks von 100 auf 230 Megawatt Strom und von 90 auf 180 Megawatt Fernwärme. Damit verbunden sind auch massive Einsparungen beim Kohlendioxidausstoß, zu denen sich die Stadtwerke gegenüber der Stadt verpflichtet haben. Allein die moderne Dampfturbine soll die Emissionen um 200 000 Tonnen senken. Die Gesamtkosten für die Modernisierung betragen 155  Millionen Euro.

Die Fernwärme ist praktisch ein Abfallprodukt der Stromerzeugung. Genutzt wird die Wärme, die bei der Stromversorgung entsteht. Statt sie verpuffen zu lassen, wird sie durch ein eigenes Netz zu den Kunden geleitet. Da diese Energieform keinen zusätzlichen Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid mit sich bringt, ist sie ein wichtiger Baustein in Hannovers Klimaschutzprogramm. Gut erschlossen bei der Nutzung mit Fernwärme sind bereits die Innenstadt sowie die Stadtteile Leinhausen, Herrenhausen und Linden.

Mathias Klein

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