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Neues Zuhause für Bauwägler Florian

Aussteiger Neues Zuhause für Bauwägler Florian

Vor sieben Monaten wurde dem Aussteiger Florian sein Bauwagen von Unbekannten niedergebrannt. Die Stadt hat ihm jetzt ein neues Gefährt geschenkt - doch in der Calenberger Neustadt will sie den Bauwägler nicht länger dulden.

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Der geschenkte Bauwagen muss umziehen: vom Freizeitheim Vahrenwald zum Bauwagenpark Lister Damm.

Quelle: Valentin

Calenberger Neustadt. Das Ofenrohr hat er rasch noch abgebaut, auch die kleine Treppe nach innen geholt – und dann ging die Reise los. Gut sieben Monate ist es her, dass dem Bauwägler Florian seine Unterkunft in der Calenberger Neustadt niedergebrannt wurde. Das Freizeitheim Vahrenwald gewährte ihm daraufhin ein Obdach in einem der bunten Bauwagen, die zum Bestand des Hauses gehören. Jetzt hat die Stadt dem Aussteiger diesen Bauwagen geschenkt. Mit einem Tieflader wurde das Gefährt daraufhin zum Bauwagen-Platz am Lister Damm transportiert. An Florians früherem Standort in der Fischerstraße hingegen will die Stadt keinen Bauwagen mehr dulden.

Seit etlichen Jahren hatte der gebürtige Hannoveraner seine mobile Bleibe zwischen Leine und Bremer Damm. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn, als jemand am 27. Dezember ein großes Loch in die Außenwand des Hängers trat. In der folgenden Nacht setzten Unbekannte den Bauwagen dann in Brand. Trotz Minustemperaturen schlief Florian zu diesem Zeitpunkt wenige Meter weiter in einem Zelt. Sein besser geschütztes Zuhause hingegen war nur noch ein Trümmerhaufen.

Nach Angaben der Polizei wurden die Täter bis heute nicht ermittelt. Doch Franziska Schmidt, Leiterin des Freizeitheims Vahrenwald, bot damals spontan ihre Hilfe an. Sie stellte Florian einen Bauwagen zur Verfügung, der einst dem inzwischen ins Haus verlegten „Kindermuseum“ gedient hatte. Florian machte es sich darin ein bisschen wohnlicher. Dass ihm dieses Domizil nun geschenkt wurde, sieht er allerdings mit gemischten Gefühlen. „Was soll ich am Lister Damm, wo ich dicht an dicht mit anderen wohnen muss?“ fragt sich der Bauwägler. Er sei eben lieber sein eigener Herr und auch in der Umgebung unmittelbar an der Leine fühle er sich wesentlich wohler.

Dort lebt der 34-Jährige inzwischen in seinem Zelt – umgeben von Brombeersträuchern und bewacht von Jack-Russell-Hündin „Lisa“. Als er hier noch seinen Bauwagen hatte, waren die Reaktionen aus der angrenzenden Fischerstraße durchaus unterschiedlich. Weil Florian hier alte Fahrräder reparierte, wurde gelegentlich über den Müll geschimpft. Doch andere sehen eher einen Vorteil in dem sichtlich bewohnten Bauwagen. „Seitdem wir Florian als Nachbarn haben, wurde deutlich seltener in die parkenden Autos unter dem Bremer Damm eingebrochen“, berichtet Anwohner Werner Dziony.

Nach dem Brandanschlag wurde in der Fischerstraße sogar eine kleine Geldsammlung für Florian gestartet, und Spaziergänger brachten ihm das eine oder andere Weihnachtspäckchen. Aber jetzt ist der von der Stadt überlassene Bauwagen an diesem Ort nicht mehr erwünscht. „Die Schenkung und der Transport sind von unserer Seite nichts anderes als eine Gutwilligkeit“, sagt Stadtsprecherin Anja Menge. Der Standort am Rande der Fischerstraße sei lange nur geduldet worden, und der ordnungsgemäße Bauwagen-Platz sei eben am Lister Damm.

Gerda Valentin

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