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Palettengarten kommt gut an

Linden-Nord Palettengarten kommt gut an

Der Palettengarten Linden-Nord (Pagalino) wächst und gedeiht hinter dem Freizeitheim. Die Mitglieder wollen beweisen, dass Anbau auch in der Großstadt funktioniert.

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Gertrud Kreuter ist eine der 35 Paletten-GärtnerInnen in Linden-Nord.

Quelle: Meise

Linden-Nord. Tomaten wachsen in Sperrholzkisten, Heilkräuter gedeihen in großen Säcken - und im „Alchimistengarten“ wird normale Erde in eine besondere Erde verwandelt. „Wir versuchen, mit Pferde- und Schweinemist eine „Schwarzerde“ herzustellen, die schon die Indianer kannten“, sagt Detlev Schaper geheimnisvoll. Mit dem Palettengarten Linden-Nord (Pagalino) hinter dem Freizeitheim Linden ist mitten in der Großstadt eine gärtnerische Idylle entstanden.

Am Rand des „Alchimistengartens“ im Palettengarten Linden-Nord pflückt Gertrud Kreuter Kräuter.

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Die Initiative „Transition Town“ hat hier seit Ende Mai einen offenen Gemeinschaftsgarten eingerichtet. Dort kann sich jeder als Hobbygärtner betätigen. Das Besondere: Die Beete befinden sich nicht im Boden, sondern in Holzpaletten, die individuell gestaltet werden können. Damit sind die „Gärten“ mobil und können verlegt werden, wenn ihr Standort anderweitig benötigt wird. Wie sinnvoll das ist, hat „Transition Town“ im Mai erfahren, als der Palettengarten vom Conti-Gelände in Limmer verschwinden musste, weil Eigentümer Günter Papenburg die Fläche für sich reklamierte.

„Unser Angebot richtet sich an alle, die Spaß am Gärtnern haben, aber nicht gleich einen ganzen Garten allein bewirtschaften wollen“, sagt Anna Widdel von „Pagalino“. Mehr als 35 Palettengärtner sind schon dabei - weitere Teilnehmer sind willkommen. Sie träfen auf Gleichgesinnte, könnten voneinander lernen und sich gegenseitig helfen. „Ist jemand im Urlaub, werden seine Kisten mitgepflegt“, sagt Schaper.

Entscheidungen fallen hier im Konsens aller. Das Ganze sei ein Versuch, ob es funktioniert, in der Stadt gemeinschaftlich und friedlich Gemüse anzubauen - „denn das wird irgendwann wieder nötig sein“, sagt Schaper ein bisschen düster. Ziel ist ausdrücklich nicht, dass die Palettengärtner mit ihrem Gemüse zu Selbstversorgern werden: „Dafür sind die Anbauflächen natürlich viel zu klein.“

Die Veranstalter sind überrascht, wie kreativ die Freizeitgärtner ihre Beete gestaltet haben. Da gibt es zum Beispiel Paletten, die so umgestaltet wurden, dass sie an eine Lokomotive erinnern. Manche haben für ihr Beet auch ein ganz anderes Behältnis gewählt - so wurden bereits ein Einkaufswagen oder eine Badewanne bepflanzt. In manchen Beeten blühen bunte Stauden und Sommerblumen, in anderen wachsen Kräuter und Kohlrabi.

Der Garten ist frei zugänglich, die Atmosphäre ist positiv und entspannt - manche Lindener kommen mittlerweile nicht nur zum Gärtnern hierher, sondern einfach zum Entspannen, Lesen oder Sonnenbaden auf der Wiese. Dass bei so viel Offenheit mal die eine oder andere erntereife Frucht über Nacht verschwindet, sei natürlich ärgerlich, aber nicht weiter tragisch, sagt Schaper. „Das müssen wir bei einem Gartenversuch mitten in der Stadt in Kauf nehmen.“

Wer bei dem Projekt mitmachen möchte, kommt am besten zu den Gruppentreffen, die jeweils mittwochs um 17 Uhr auf der Fläche hinter dem Freizeitheim, Windheimstraße 4, stattfinden. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tthannover.de/tth-projekte.

Rüdiger Meise und Juliane Kaune

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