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Pfarrhäuser sollen verkauft werden

Pfarrhäuser sollen verkauft werden

Die Gemeinden Michaelis in Ricklingen und St. Thomas in Oberricklingen veräußern ihre Pfarrhäuser. Durch anhaltenden Mitgliederschwund gibt es keinen Bedarf mehr für zwei Pfarrhäuser, und mit dem Erlös aus dem Verkauf können Modernisierungsmaßnahmen an anderer Stelle finanziert werden.

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Die Pfarrhäuser von St. Thomas an der Wallensteinstraße sollen an die Stadt verkauft werden.

Quelle: Schwarzenberger

Ricklingen. Zwei evangelische Kirchengemeinden im Stadtbezirk Ricklingen sind auf gutem Weg, ihre Immobilienprobleme zu lösen: Noch in diesem Monat soll der Vertrag für den ehemaligen Komplex von Maria Magdalenen unterzeichnet werden – die jüdisch-sefardisch-bucharische Religionsgemeinde will die Gebäude von der Michaelisgemeinde kaufen, die 2009 mit Maria Magdalenen fusionierte. Seither stehen Kirche und Gemeindehaus am Bangemannweg leer. Auch St. Thomas in Oberricklingen trennt sich von ihren Pfarrhäusern. Die Stadt will beide Gebäude erwerben und dort eine Kindertagesstätte einrichten.

„Stadt und Kirchengemeinde St. Thomas führen sehr positive Verhandlungen“, sagte Stadtsprecherin Konstanze Kalmus auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Es sei davon auszugehen, dass die Verwaltung den politischen Gremien „in Kürze“ den Ankauf der Pfarrhäuser vorschlagen werde. Möglichst noch in diesem Jahr solle eine Entscheidung fallen. Über anfallende Kosten für Kauf und Umbau machte Kalmus noch keine Angaben. Der Plan der Stadt sieht vor, die Pfarrhäuser für insgesamt vier Kita- und Krippengruppen herzurichten. Für Lokalpolitiker ist dies eine vernünftige Lösung. „Der Stadtbezirk hat noch großen Bedarf an Betreuungsplätzen“, sagte Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. Seit einigen Jahren zögen immer mehr junge Familien nach Oberricklingen, die solche Plätze benötigten. Dem Oberricklinger SPD-Bezirksratsherrn Martin Walther gefällt die Vorstellung, dass neben dem Butjerbrunnenplatz eine Kita entsteht. „Das kann eine tolle Belebung für den Platz werden“, sagte er.

„Wir als Gemeinde freuen uns, wenn eine soziale Einrichtung in die Pfarrhäuser einzieht“, sagte St.-Thomas-Pastorin Ursula Rudnick. Die Gemeinde betreibt eine eigene Kita an der Straße Am Wacholder, die 2008 als erste Einrichtung im Stadtteil auch Krippenplätze anbot. An deren Struktur werde sich nichts ändern, betonte Rudnick. Für die Gemeinde bedeutet der Verkauf den Abschluss jahrelanger Umbauarbeiten. Erst wurde die Kirche saniert, dann das Gemeindezentrum abgerissen und 2009 als – deutlich kleinerer – Neubau wieder eröffnet. Personalabbau beim Stadtkirchenverband führte auch bei den Oberricklingern zum Schwund von Pastorenstellen. Der Bedarf für zwei Pfarrhäuser ist längst nicht mehr da. Der Verkauf soll Geld für die noch ausstehende energetische Sanierung des ehemaligen Küsterhauses bringen. „Das Küsterhaus wird dann das neue Pfarrhaus“, sagte Rudnick.

Der Verkauf der ehemaligen Maria-Magdalenen-Kirche und des Gemeindewzentrums wird auch bei Michaelis für neuen Schwung bei anstehenden Umbauarbeiten sorgen. Die Gemeinde will ihr Zentrum an der Pfarrstraße modernisieren. Der Verkaufserlös – gut eine halbe Million Euro – soll dem Vorhaben zugute kommen. Allerdings ist auch Michaelis vom jahrelangen Mitgliederschwund der Kirchen betroffen. Trotz der Fusion mit Maria Magdalenen gilt das Gemeindehaus beim Stadtkirchenverband als zu groß. Dessen Zuweisungen reichen für ein Gemeindehaus mit gut 400 Quadratmetern. „Wir haben jetzt etwa 700 Quadratmeter“, sagte Pastorin Marlies Ahlers. Viele Gemeindegruppen teilen sich den Platz; zudem ist auch das Jugendzentrum „Factorix“ im Februar vom Bangemannweg zur Pfarrstraße umgezogen. Der Kirchenvorstand denkt über Vermietungen nach, um das Haus in seiner jetzigen Größe zu erhalten. Die Entscheidung über einen verkleinerten Neubau und eine Modernisierung muss aber mit dem Stadtkirchenverband getroffen werden. „Nach den Sommerferien wird es viele Gespräche geben“, sagte Ahlers.

Marcel Schwarzenberger

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