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Protest gegen neuen Bio-Supermarkt in Linden
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Linden Protest gegen neuen Bio-Supermarkt in Linden

Der Protest gegen die Eröffnung eines neuen Bio-Supermarktes an der Limmerstraße nimmt neue Formen an. Die Eingangstüren des 500 Quadratmeter großen Marktes, der erst Ende Januar für die Kunden zugänglich ist, sind mit Farbe beschmiert worden.

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Farbschmiererei an der Supermarkttür.

Hannover. Zudem sind in Linden-Nord Handzettel und Plakate aufgetaucht, auf denen die Eröffnung der neuen Filiale der Supermarktkette Denn’s kritisiert wird. „Danke für die Denn’strifizierung“ sind die Protestnoten überschrieben. Die Verfasser spielen damit auf den Begriff der Gentrifizierung an, der spezifische Umstrukturierungsprozesse in städtischen Wohngebieten beschreibt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Gentrifizierungsgegner in Linden ihrem Ärger durch Straftaten Luft machen. Kurz vor der Eröffnung Mitte Mai hatten Unbekannte die Scheiben eines neuen Eiscafés in der Stephanusstraße in Linden-Mitte mit Steinen eingeworfen. Die Täter sind bis heute nicht gefasst.

Nach dem Farbanschlag auf die Supermarktfiliale ist bei der Polizei noch keine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung eingegangen. „Natürlich haben wir jetzt im Rahmen unserer Streife ein besonderes Augenmerk auf das Gebäude“, sagt eine Polizeisprecherin.

Lindens Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube (Grüne) äußert allerdings Verständnis für den Protest in der Limmerstraße. „Angesichts der dort gelaufenen Verdrängung habe ich schon großes Verständnis für den Unmut und könnte mir auch vorstellen, dass Linden dort eine deutliche Kaufzurückhaltung zeigen wird“, teilt er mit. Zudem kritisiert er den ungenügend berücksichtigten Denkmalschutz beim Umbau des Gebäudes mit der markanten Klinkerfassade und den Hausnummern 3-5. „Ich kann nicht verstehen, warum dort so lax mit dem Denkmalschutz umgegangen wurde. Die vorherigen Geschäftsinhaber mussten sehr viel Aufwand dafür treiben, und nun zeugen weiße Plastikfenster nicht gerade von einem sensiblen Umgang mit der Bausubstanz des denkmalgeschützten Hauses“, sagt er.

In dem Gebäude waren jahrzehntelang mehrere kleine Läden untergebracht - darunter ein Elektrofachgeschäft, ein Café, ein Modegeschäft und ein Optiker. Im Jahr 2010 erwarb die Firma Wohnwert Hannover die Immobilie. Das Unternehmen kündigte die alten Mietverträge und bot den Geschäftsinhabern neue Kontrakte zu veränderten Konditionen an. Unter anderem sollten sie eine Kündigungsfrist von nur drei Monaten beinhalten; eine Klausel, die für die alteingesessenen Geschäftsleute nicht hinnehmbar war.

Doch der neue Bio-Discounter stellt auch eine Bedrohung für einige kleinere Bioläden in Linden dar. So fürchten beispielsweise die Betreiber des Humus-Naturkostladens in der Limmerstraße und der Inhaber des Geschäfts BioLogisch in der Stephanusstraße um ihre Existenz.

Tobias Morchner und Marcel Schwarzenberger

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Für die Ansiedlung des Biodiscounters „Denn’s“ an der Limmerstraße mussten mehrere Einzelhändler ausziehen.

Je näher die Eröffnung des „Denn’s Biomarkt“ in der Limmerstraße rückt, desto mehr gewinnt die Debatte um Gentrifizierung an Schärfe - in der Politik ebenso wie auf der Straße.

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