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West Public Viewing: Fährmannswiese statt Küchengartenplatz
Hannover Aus den Stadtteilen West Public Viewing: Fährmannswiese statt Küchengartenplatz
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00:36 03.06.2018
Nicht auf dem Küchengartenplatz: Das größte Public Viewing Hannovers in diesem Somer soll verlegt werden. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

Aus Angst vor möglichen Anwohnerklagen knicken Stadtverwaltung und Bezirkspolitikern ein: Hannovers größtes Public Viewing zur Fußball-WM 2018 wird vom Küchengarten auf die Fährmannswiese verlegt. Darauf haben sich Verwaltung und Politiker bei einem nichtöffentlichen Treffen geeinigt. Der Ausrichter, Gastronom Romec Manns, sagte am Donnerstagnachmittag in einer ersten Reaktion: „Die Wiese bietet tolle Möglichkeiten, ich kann das Public Viewing dort noch familienfreundlicher mit Hüpfburg und Torwandschießen gestalten.“ Allerdings zeigten sowohl er wie auch Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube sich besorgt, welche Veranstaltungen künftig überhaupt noch durchzuführen sein werden in der Stadt.

„Gut, dass der Streit um Public Viewing in Hannover nicht eskaliert“

„Es ist gut, dass der Konflikt mit den Anwohnern nicht eskaliert“, sagt Bezirksbürgermeister Grube. Der Kompromiss sei daher vernünftig für den Stadtteil. „Allerdings hatte der Gastronom für die geplante Veranstaltung am Küchengartenplatz harte Auflagen akzeptiert. Wenn wir das Fußballfest jetzt verlegen, fürchte ich, dass Anwohner künftig ständig versuchen werden, Veranstaltungen vor ihrer Haustür zu verhindern.“

Am Küchengartenplatz steigen auch das Lindener Schützenfest, der Stadtteil-Weihnachtsmarkt und etwa das Spektakel zum Blauen Wunder. Gastronom Manns weist darauf hin, dass zum Public Viewing Sonderregeln im Bundesimmissionsschutzgesetz gelten, für die anderen Veranstaltungen aber nicht. „Wird es jetzt vom Geschmack einiger Anlieger abhängen, welches Fest vor ihrer Tür stattfindet?“ Allerdings zeigte auch er sich zufrieden, dass eine Lösung gefunden wurde. „Es darf ja nicht so sein, dass man sich wegen eines Fußballfests bekriegt.“

Proteste gegen Public Viewing auf Küchengartenplatz

Das Public Viewing hat in diesem Jahr eine nervzehrende Vorgeschichte. Auf dem Weißekreuzplatz in der Oststadt war ein Gastronomenkonzept für ein Fußballfest abgesagt worden, um Anwohner zu schützen. Der Bezirksrat Mitte hatte sich dagegen ausgesprochen. Dann gab es in Linden plötzlich Konkurrenz zweier Gastronomen um den Austragungsort Lindener Marktplatz. Die Stadt gab dem Gig dort den Zuschlag und erteilte Romec Manns Centrum dafür eine Zusage, dass unter Auflagen ein größeres Public Viewing auf dem Küchengartenplatz möglich sei. Bis zu 3000 Fußballfans sollten dort feiern können. Dagegen rebellierten dann dort die Anwohner.

Jetzt zum Schauen der Fußball-WM 2018 auf die Fährmannswiese

Jetzt also geht es zum Fährmannsareal neben dem Üstra-Betriebshof Glocksee. Die Wiese neben dem Strandleben am Zusammenfluss von Leine und Ihme ist jährlich Austragungsort des Fährmannsfests. Von dort gibt es kaum Anwohnerklagen – die Stadtverwaltung geht davon aus, dass das Public Viewing deutlich leiser ist als ein Livemusikfestival und daher erst recht keine Einsprüche zu erwarten sind.

Anpfiff ist am Donnerstag, 14. Juni, um 17 Uhr mit dem Spiel Russland gegen Saudi-Arabien. Deutschland spielt erstmals am 17. Juni.

Von Conrad von Meding

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