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Schwarzer Bär

Quietschende Stadtbahnen strapazieren Nerven der Anlieger

Von Margret Jans-Lottmann

Am Schwarzen Bären in Linden-Mitte reißt der Lärm der Stadtbahnen die Anlieger regelmäßig aus dem Schlaf. Laut Üstra sollen neue Gleise die Situation bald entschärfen.
Wenn die Stadtbahnen am Capitol in Linden-Mitte durch die enge Kurve fahren, scheuern die Räder an den Gleisen.

Wenn die Stadtbahnen am Capitol in Linden-Mitte durch die enge Kurve fahren, scheuern die Räder an den Gleisen.

© Jans-Lottmann

Linden-Mitte. Der Schwarze Bär in Linden-Mitte zählt zu den verkehrsreichsten Ecken der Stadt: Autos, Radfahrer und Fußgänger drängen sich hier auf engstem Raum, Motorengeräusche von Autos, Lastwagen und Bussen umhüllen den Verkehrsknotenpunkt zwischen Blumenauer Straße, Falkenstraße und Deisterstraße mit stetem Rauschen. Wenn aber alle paar Minuten eine Stadtbahn von der Benno-Ohnesorg-Brücke heranfährt und sich durch die zwei engen Kurven zur Falkenstraße wälzt, dann zerschneidet ein Kreischen und Quietschen den Verkehrslärm – so laut und eindringlich, dass viele Anwohner es als unerträglich empfinden.

Die Inhaberin des Hotels am Schwarzen Bären ärgert sich seit Jahren über das Quietschen der Bahnen, die direkt am Hotel um die Ecke fahren. Besonders schlimm sei es in der Kurve vor dem Capitol, sagt Ludmila Maschik. Nahezu jeden zweiten Tag beschwerten sich Gäste, weil sie von dem Lärm nicht schlafen könnten. Dabei habe das Haus doppelverglaste Fenster. „Ich rufe permanent bei der Üstra an“, sagt die Hotelbesitzerin. Das Verkehrsunternehmen verweise dann auf seine Schmieranlage an den Schienen. Doch damit sei das Problem nicht gelöst. „Nach kurzer Zeit quietscht es wieder.“ Ludmila Maschik hat inzwischen resigniert. „Man hat keine Chance gegen die Üstra“, meint sie.

Carola Czempik ist vor Kurzem von der Falkenstraße in die Minister-Stüve-Straße umgezogen – in der Hoffnung, in der neuen Wohnung mehr Ruhe zu finden. Doch davon kann keine Rede sein. Besonders im Innenhof ist der Lärm der Bahnen zu hören. „Es quietscht so sehr, dass es weh tut“, sagt sie. Der Lärm reiße sie regelmäßig aus dem Schlaf, vor allem dann, wenn das Fenster geöffnet sei. Beschwere sie sich bei der Üstra über das Quietschen der Bahnen, würden die Schienen zwar geschmiert. „Das geht dann einen halben Tag gut, bis alles wieder von vorne beginnt.“ Sie habe schon darüber nachgedacht, Unterschriften zu sammeln, sagt Czempik.

Thomas Ganskow findet es besonders schlimm, wenn die Linie 9 gleich hinter der Station Waterloo ans Tageslicht kommt. Dann quietsche es fürchterlich, sagt er. Ganskow wohnt im Ihme-Zentrum und ist Mitglied der Anliegerinitiative Calenberger Loch, die sich dagegen wehrt, dass die Stadt für den Hochwasserschutz an der Ihme Bäume abholzt. Die Gruppe wolle, dass die Bahnen langsamer fahren, sagt er. Wenn die Bäume an der Ihme verschwunden seien, gehe ein Schallschutz verloren, die den Stadtbahn-Lärm bislang dämpfe. Das Schmieren der Schienen reicht nach Ansicht von Ganskow nicht aus. „Vor allem nicht an den provisorischen Schienen, die für die Zeit des Brücken-Neubaus verlegt worden sind“, sagt er.

Üstra-Sprecher Udo Iwannek kann den Ärger der Anlieger verstehen. „Überall dort, wo es Probleme gibt, haben wir Schmieranlagen eingebaut“, sagt er. In den Kurven des Stadtbahn-Netzes gebe es rund 45 solcher Anlagen, dort wo die Bahnräder an den Schienen reiben. Im Baustellenbereich der Benno-Ohnesorg Brücke seien zurzeit aber provisorische Gleise verlegt – und die müssten per Hand geschmiert werden, sagt Iwannek. Das Problem: Es muss so viel Schmiere auf den Schienen verteilt werden, dass es nicht quietscht, aber so wenig, dass Autofahrer, Motorrad- und Radfahrer nicht ins Rutschen geraten. Der Üstra-Sprecher kündigt den Anliegern des Schwarzen Bären aber ruhigere Zeiten an: Wenn die Bauarbeiten an der Benno-Ohnesorg-Brücke in den nächsten Wochen abgeschlossen würden, werde die Infra neue Gleise verlegen. Damit verschwinde auch der scharfe Gleisbogen, den die Bahnen derzeit bewältigen müssen. Und dann werde auch das Quietschen ein Ende haben. „Bis dahin müssen wir die Anlieger um Verständnis bitten“, sagt der Üstra-Sprecher.

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