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West Restaurierung des alten Fachwerkhauses bald zu Ende
Hannover Aus den Stadtteilen West Restaurierung des alten Fachwerkhauses bald zu Ende
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01:15 03.02.2011
Von Susanna Bauch
Die Restaurierung des alten Fachwerkhauses Mittelstraße 10 geht in die letzte Runde. Quelle: Martin Steiner

Noch ist das meiste gut verhüllt, dennoch nimmt ein altes Haus in der Calenberger Neustadt langsam aber sicher neue Formen an: Das 1690 erbaute Fachwerkhaus Nummer 10 in der Mittelstraße ist fest in der Hand von Bautrupps. Mit der Jahrtausendwende war das Projekt aus der Taufe gehoben worden. Damals erwarb der Architekturprofessor Han Slawik das Fachwerkhaus, das in seiner Entstehungszeit zur sogenannten höfischen Vorstadt zählte. Das Gebäude befand sich nach mehreren Wassereinbrüchen in einem verwahrlosten Zustand.

Viele Jahre verstrichen bis Besitzer und Denkmalschutzbehörde auf einen gemeinsamen Nenner kamen, der Sanierungsplan stand und entsprechende Zuschüsse vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur zugesagt waren. Die Baugenehmigung lag schließlich 2008 vor. Kurz darauf wurde mit den umfassenden Arbeiten in dem Haus begonnen, in dessen Erdgeschoss früher einmal eine Glaserei ansässig war.

„Wir unternehmen jetzt seit knapp drei Jahren größte Anstrengungen, das Projekt voranzutreiben – sowohl in Hinsicht der Finanzierung als auch des Bauablaufes“, betont Han Slawik. Er macht keinen Hehl daraus, dass es sich dabei um ein ganz und gar unwirtschaftliches Projekt handelt. Hinzu komme, sagt der Bauherr, dass bei dieser Art Gebäudeanlage immer wieder Dinge zutage treten, die vorher nicht sichtbar gewesen seien. „Der Gewölbekeller zum Beispiel musste von 1,50 Meter auf eine normale Höhe gebracht werden“.

Das ist bereits passiert. Und auch in anderen Bereichen ist die Baufirma von Guido Evers schon ein gutes Stück vorangekommen. „Der Rohbau ist erstellt, das Fachwerk saniert, die Gefache haben wir neu ausgemauert, Innen- und Außenwände sind verputzt und die Installation von Wasser- und Stromleitungen ist ebenfalls so gut wie abgeschlossen“, sagt Evers. Auch die alten Fenster wurden von einer renommierten Görlitzer Fachfirma aufgearbeitet, und die Statiker waren ebenfalls am Werk. „Das Treppenhaus im Hinterhaus ist ebenfalls fertiggestellt, hier soll später noch ein Fahrstuhl eingebaut werden“, erklärt der Bauleiter.

Abstellräume im Erdgeschoss des Seitenhauses wurden abgerissen. Damit wurde Platz für einen Innenhof geschaffen, der sich wie eine Loggia unter dem Seitenhaus erstreckt. Fünf Wohneinheiten zwischen 30 und 90 Quadratmetern sind im alten Fachwerk geplant, drei Wintergärten wurden gewissermaßen ins Dach eingelassen. „Sie erhöhen den Wert der Wohnungen erheblich und erlauben einen Blick auf die Türme der umliegenden Kirchen,“ betont Architekt Slawik.

Jetzt will der Bauherr das Hinterhaus in Angriff nehmen und hofft, dass bis Ende des Jahres Wohnungen und Ladenlokal zur Vermietung zur Verfügung stehen. „Das ganze Projekt ist mit großen Lasten und Anspannungen verbunden“, betont Slawik. Umso befremdlicher sei es für ihn, dass seitens der Behörden ständig Schwierigkeiten aufgebaut worden seien, die zu Verzögerungen geführt hätten. Zudem würden vorgesehene Gebührensätze nicht angewendet und die Prüfung der Statik nicht von der Stadt erledigt, sondern für üppige Stundensätze nach außen vergeben. „Ich hatte auch gehofft, dass so ein kompliziertes Unterfangen bei einem denkmalgeschützten Objekt mit Zuschüssen gefördert wird – so wie in Celle, Hildesheim oder Wolfenbüttel.“

Die Stadt dagegen betont, dass sie sich durchaus für das Projekt eingesetzt habe. „Wir haben dafür gesorgt, dass der Bauherr 100 000 Euro an Landesmitteln für sein Projekt bekommt“, erklärt Sprecher Dennis Dix. Das sei eine recht stattliche Summe für ein privates Vorhaben. Und bei der Gebührenordnung für die Prüfung der Statik spiele es keine Rolle, wer den Auftrag erhalte. „Die Baugebührenordnung ist überall gleich“, sagt Stadtsprecher Dix.

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