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West Mobiles Gruppenzimmer für Kita kann bleiben
Hannover Aus den Stadtteilen West Mobiles Gruppenzimmer für Kita kann bleiben
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00:15 31.07.2018
Zusätzliches Angebot: Psychologe Torsten Döring bei der Arbeit mit Kindern der Awo-Kita Levester Straße. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Ricklingen

Die Eltern der Kita Levester Straße können vorerst aufatmen: Die mehrere Jahre alte mobile Anlage neben dem Kita-Gebäude kann nun doch voraussichtlich weitere drei Jahre bestehen bleiben. Eigentlich wollte die Stadt den Container in diesem Sommer abbauen.

Nun kann die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) auch in Zukunft bis zu 20 Plätze mehr anbieten, als sie im Normalfall zur Verfügung hat. Und die im Container untergebrachten Kinder müssen nicht zwingend in die frisch eröffnete Awo-Kita an der Bergfeldstraße in Wettbergen umziehen: Sie können ihre vertraute Umgebung in Oberricklingen behalten.

Rat muss noch zustimmen

Die Ratsgremien müssen den neuen Plan der Stadt noch billigen. Doch im Stadtbezirk ist man sehr zuversichtlich: „Der Rat wird dieser Lösung positiv gegenüberstehen“, betont Ricklingens Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. Der Bezirksrat Ricklingen hat sich bereits für den Verbleib der Anlage ausgesprochen.

Dennoch: Eine Dauerlösung fehlt noch. Im Stadtbezirk Ricklingen, aber vor allem in Oberricklingen, seien auch in den kommenden Jahren zusätzliche Betreuungsplätze nötig, weiß Markurth. An der Levester Straße müsse sich die Stadt „Gedanken machen, um mithilfe von baulichen Maßnahmen weitere Plätze zu schaffen“.

Dass die Kita Levester Straße überhaupt mehr Plätze anbieten kann, als die Einrichtung ursprünglich hergibt, liegt am großzügigen Grundstück. Hinter dem Haus erstreckt sich eine locker mit Bäumen bestandene Grünfläche. Dass die Kita seit gut sieben Jahren auch über eine mobile Containeranlage verfügt, fällt kaum auf. Sie ist von den verstreut liegenden Spielzonen aus praktisch nicht zu sehen – und auch nicht von der kleinen Holzkutsche im Hof aus. Dort ist der Psychologe Torsten Döring an diesem Tag mit einigen Jungen ins Gespräch vertieft. Döring betreut die Sprachheilgruppen, die zum besonderen therapeutischen Angebot der Einrichtung zählen. Auch das macht die Awo-Kita in der Elternschaft so beliebt.

Mangels Betreuungsplätzen stellte die Stadt die Containeranlage 2011 auf. Nach mehreren Verlängerungen der Betriebsgenehmigung sollte jetzt eigentlich Schluss sein. Denn das Baurecht erlaubt an dieser Stelle keinen dauerhaften Betrieb einer solchen Anlage. Mit dem Bau der neuen Wettberger Kita sah die Verwaltung die Zeit für einen Schlussstrich gekommen.

Doch Kita, Eltern und Bezirksrat wehrten sich, sie wünschten eine Verlängerung – und die Stadt lenkte ein. „Gott sei Dank“, sagt Kita-Leiterin Maria Aust. Die Bezirksrats­politiker hatten jüngst zudem vorgeschlagen, dass die Stadt einen Anbau an die bestehende Kita planen soll. „Das wäre gut; den Platz dafür haben wir ja“, betont Aust. Auch Krippenplätze würden dringend gebraucht. Ob es dazu eine positive Entscheidung geben wird, ist derzeit allerdings völlig offen.

Dauerlösung dringend nötig

Gründe für eine Dauerlösung gibt es reichlich. Fast 90 Kinder betreut die Kita, inklusive der Plätze in der mobilen Anlage. Die Verlängerung der Aufstellgenehmigung war Jahr für Jahr nötig, um der dauerhaft hohen Nachfrage gerecht zu werden. In Oberricklingen können Kitas wie die der Awo oder auch der St.-Thomas-Gemeinde nicht mehr den gesamten Bedarf decken. Hinzu kommt: Das Wohnquartier rund um die Levester Straße gehört zum neuen Sanierungsgebiet Soziale Stadt Oberricklingen Nordost. Mehrere Millionen Euro pumpen Bund, Land und Kommune in den nächsten Jahren in das Viertel. Das Wohnumfeld soll attraktiver werden; Wohnungsunternehmen wie der Spar- und Bauverein bauen bereits neue Häuser. Denn Oberricklingen soll auch für junge Familien noch attraktiver werden.

Die Nachricht, dass die Awo-Kita ihren Container wohl behalten darf und mit der weiterhin geöffneten Anlage jetzt das neue Kita-Jahr beginnt, hatte einen großen Andrang zur Folge. „Alle freien Plätze waren schnell belegt“, sagt Aust. Auch die neue Awo-Kita Bergfeldstraße sei bereits gut angefragt – dort hat die Stadt 100 neue Krippen- und Kita-Plätze geschaffen. Sie sind für alle Familien offen. Wäre der Container an der Levester Straße aufgelöst worden, hätte eine Gruppe von Oberricklingen nach Wettbergen umziehen müssen – und dort hätte es dann nur 80 neue Plätze gegeben.

Tempo 30 in Bergfeldstraße und in der Rehre

Die neue AWO-Kita Bergfeldstraße gab jüngst im Bezirksrat Ricklingen den Ausschlag: Die Mehrheit stimmte dafür, diese Straße sowie die benachbarte Straße In der Rehre zur Wohnerschließungsstraße umzuwidmen – künftig sollen Autofahrer auf beiden Trassen durchgehend nur noch 30 Kilometer in der Stunde fahren dürfen.

An der Bergfeldstraße gebe es bereits eine Kita und ein Seniorenheim, begründeten Befürworter von SPD, Grünen, Linken und Piraten ihr Votum. Und in diesem Sommer eröffne die neue Kita mit weiteren 100 Plätzen. Zudem dominiere im Kerngebiet Wettbergens bereits eine Tempo-30-Zone. Die soll nun auf die Bergfeldstraße und In der Rehre erweitert werden. Die Stadt plant die Sanierung der Straße In der Rehre. Die Bezirksratspolitiker wollen auch dort verhindern, dass Autofahrer zum Schnellfahren verleitet werden. mas

Von Marcel Schwarzenberger

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