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West Sanierung der Bethlehemkirche beendet
Hannover Aus den Stadtteilen West Sanierung der Bethlehemkirche beendet
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06:15 06.06.2012
Von Juliane Kaune
„Kaum zu glauben“: Kirchenvorstandsmitglied Frank Achhammer hat die dreijährige Restaurierung der kunstvollen Wandbemalung im Kirchenschiff begleitet – und freut sich mit den Gemeindemitgliedern über das gelungene Ergebnis. Quelle: Insa Catherine Hagemann
Linden

Dorothee Blaffert muss nicht lange überlegen, wie sie ihren frisch sanierten Arbeitsplatz beschreiben soll. „Es ist“, sagt sie, „einfach himmlisch geworden.“ Eine naheliegende Wortwahl für eine Pastorin. Nicht nur die Hausherrin der Bethlehemkirche ist begeistert von dem Ergebnis der dreijährigen Restaurierungsarbeiten im Inneren des Lindener Gotteshauses. Wer es betritt, den empfängt eine überwältigende Vielfalt filigraner Ornamente. Im Altarraum, auf Emporen und Rundbögen - überall ist das Mauerwerk mit kunstvollen, farbenfrohen Malereien verziert. Rund eine Million Euro hat es gekostet, die Kleinode der 1906 geweihten Kirche wieder zum Vorschein zu bringen. Denkmalschützer bescheinigen dem Bau eine herausragende Bedeutung, der Bund hat Geld für die Frischekur gegeben.

Am Sonntag wurde die Kirche mit einem Festgottesdienst feierlich wiedereröffnet. Einst war sie im Stilmix des späten Historismus nach Entwürfen des Architekten Karl Mohrmann errichtet worden, der auch für die nun restaurierte Bemalung im Kirchenschiff verantwortlich war. Während der Sanierungsarbeiten mussten die Gläubigen auf die Kirche der benachbarten Gerhard-Uhlhorn-Gemeinde ausweichen, mit der die Bethlehemgemeinde sich 2009 zur Kirchengemeinde Linden-Nord zusammengeschlossen hatte. Aus dem Verkauf von nach der Fusion nicht mehr benötigten Gebäuden stammt ein Teil des Geldes, mit dem die aufwendige Restaurierung erst möglich wurde.

Unterm Strich kamen weit mehr als 200.000 Euro aus der Gemeindekasse. „Wir mussten auch an unser Erspartes ran“, sagt Kirchenvorstandsmitglied Frank Achhammer, der von Beruf Steinbildhauer und Kunsthistoriker ist und die Arbeiten fachlich begleitet hat. 250.000 Euro übernahm der Stadtkirchenverband, das Landesamt für Denkmalpflege steuerte 60.000 Euro bei. Der dickste Brocken kam aus Berlin: Insgesamt 480.000 Euro wurden aus dem Konjunkturpaket des Bundes überwiesen - auch weil sich prominente hannoversche Politiker wie die SPD-Bundestagsabgeordnete Edelgard Bulmahn oder die heutige Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) für die Lindener Kirche eingesetzt hatten.

„Kaum zu glauben, dass hier noch vor drei Jahren alles in tristem Weiß-Grau gestrichen war“, sagt Achhammer beim Rundgang durch das Kirchenschiff. Dem Worpsweder Restaurator Klaus Thönes gelang es, die originalen Wandmalereien, die nach dem Zweiten Weltkrieg überpinselt worden waren, wieder freizulegen und detailgetreu zu rekonstruieren. Dabei halfen alte Fotografien und Dokumente, die in detektivischer Kleinarbeit ausgewertet wurden. Eine Aufgabe, an der zahlreiche Gemeindemitglieder beteiligt waren. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden auch Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk behoben und die originalen Durchbrüche zu den Seitenflügeln wieder geöffnet. Mit einem „himmlischen“ Ergebnis.

Auszeichnung für Vogelschutz

Seit Jahren dienen die markanten Spitztürme der Bethlehemkirche als Nistplätze für Mauersegler und andere Vögel. Die Umweltverbände BUND und Nabu installierten dafür am Sonntag Plaketten. Am 29. Juni sind alle Interessierten zu einer Veranstaltung eingeladen, bei der Fachleute das Restaurierungsprojekt in der Kirche erläutern. Zu Gast sind unter anderem Stefan Winghart, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege, und Landesbischof Ralf Meister. Beginn ist um 19 Uhr.

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