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Sanierung von Limmer endet 2014

Limmer Sanierung von Limmer endet 2014

Nach 13 Jahren ist demnächst Schluss mit der Sanierung des westlichen Stadtteils. Die Beteiligung der Bürger an der Stadtteilplanung soll dennoch weitergehen. Mehrere Großprojekte stehen noch vor ihrem Abschluss.

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Das Programm Sanierung Limmer hört auf, doch der Bau der Wasserstadt auf dem ehemaligen Conti-Gelände geht weiter.

Quelle: Christian Link

Hannover. Im kommenden Jahr ist offiziell Schluss: Die Stadtteilsanierung Limmers findet nach fast 13 Jahren ein Ende. Mit dem Programm laufen nicht nur viele Fördermaßnahmen aus – auch die Verwaltung wird sich wieder ein Stück aus Limmer zurückziehen. „Jetzt sind die Anwohner verstärkt gefragt“, sagt Raoul Schmidt-Lamontain, städtischer Koordinator für die Sanierung Limmer. Bei einem Abschluss-Workshop stimmte er die Stadtteilbewohner schon einmal auf die anstehende Staffelübergabe ein.

Reduzierte Einflussmöglichkeiten

Bisher hatte der städtische Fachbereich Stadtplanung die Stadtteilaufwertung intensiv betreut. Die dafür zuständigen Stellen werden jedoch schrittweise wieder abgebaut. Die Sanierungskommission Limmer wird sich zwar auch in Zukunft regelmäßig treffen, hat dann aber nur noch einen reduzierten Quartiersfonds zur Verfügung und weniger Einflussmöglichkeiten. Die Entwicklung des Stadtteils soll trotzdem in hohem Tempo weitergehen. „Die Sanierung Limmers wird durch den gegebenen Anschub auch weiterhin dynamisch verlaufen“, prognostiziert Sanierungsplaner Eggert Sass.

Mehrere Großprojekte sind noch nicht abgeschlossen

Außerdem sind einige Großprojekte der Sanierung Limmer noch längst nicht abgeschlossen. „Weil für die Wasserstadt weiterer Förderungsbedarf absehbar war, haben wir sie 2009 in das Programm Stadtumbau West übertragen“, sagt Schmidt-Lamontain. Ebenso ist die Verwaltung mit dem Ortseingang an der Franz-Nause-Straße vorgegangen. Dessen Aufwertung wird unter dem Projektnamen „Stadtumbau Limmer Ost“ weiterbetrieben. Wie bei allen derartigen Projekten zahlen Bund, Land und Stadt je ein Drittel der Fördermittel. Die Aufwertung des Stichweh-Leineparks wird dagegen dem Eigentümer des Geländes überlassen.

Stichweh-Gelände, Conti-Gelände, die ehemalige Kesselfabrik sowie das Wohngebiet zwischen Steinfeldstraße und Schleusengrund sind laut Schmidt-Lamontain die größten Problemgebiete der 2001 begonnenen Sanierung gewesen. „Aufgrund der Insellage war auch die Durchwegung des Stadtteils stets ein großes Thema“, sagt der Stadtplaner, der die Koordination des Sanierungsgebiets vor zwei Jahren von Michael Römer übernommen hatte. Die Sanierung habe die Verkehrssituation und das Stadtbild deutlich verbessert. „Auch in der Wohnraumsanierung steckt eine ganze Menge Geld drin“, sagt der Stadtplaner. Insgesamt flossen 9,1 Millionen Euro aus dem Sanierungsprogramm nach Limmer.

Bürgerbeteiligung erwünscht:

Sanierunskoordinator Schmidt-Lamontain fordert die Bürger auf, sich zukünftig in Arbeitskreisen oder einem Bürger-Forum an der weiteren Entwicklung Limmers zu beteiligen. Als mögliche Keimzelle könne dabei der Arbeitskreis Stadtentwicklung Limmer dienen. „Den Arbeitskreis gibt es schon seit dem ersten Versuch vor 23 Jahren, hier ein Sanierungsgebiet einzurichten“, sagt Organisatorin Cornelia Schweingel. Die Gruppe will ihre Arbeit auch nach Ende der Sanierung fortsetzen. Bezirksbürgermeister Rainer Grube plädiert jedoch für ein neues Gremium, um die Vielfalt zu stärken. „Neben dem Arbeitskreis ist noch viel Raum für Neues“, sagt er.

  • Wasserstadt : Nach jahrelanger Vorbereitung sollen 2014 die ersten Häuser für die Wasserstadt gebaut werden. Für die Entwicklung der Bebauungspläne, die Erschließung und die Vermarktung haben die Investoren nun eigens ein Unternehmen gegründet: Die Wasserstadt Limmer Projektentwicklung GmbH (WLEG). Im ersten Bauabschnitt sind 200 Wohneinheiten vorgesehen. Insgesamt sollen auf dem etwa 20 Hektar großen ehemaligen Conti-Gelände rund 660 Wohnungen entstehen. Die Städtebauförderung hat die Wasserstadt-Sanierung bislang mit etwa 3,5 Millionen unterstützt.
  • Ortseingang Ost : Insgesamt rund 20 Millionen Euro investiert der Eigentümer in den Stichweh-Leinepark. Auf dem ehemaligen Gelände der Traditionsreinigung sind bereits die Polizeiinspektion West, der Fahrradladen Radgeber, Lehrerseminare, das Veranstaltungs- und Gastrozentrum Schwanenburg und andere Nutzer ansässig. In Kürze folgt auch noch ein Rewe-Markt. Das benachbarte Ladenzentrum an der Franz-Nause-Straße ist dagegen völlig veraltet und unattraktiv. Die Städtebauförderung unterstützt die Sanierung von Ladenzentrum und Umgebung daher mit 3,3 Millionen Euro.
  • Vorzeige-Projekte : Die Sanierung von Brunnenstraße und Tegtmeyers Hof haben das Stadtbild entlang der Wunstorfer Straße erheblich verändert. Als Leuchtturmprojekte gelten laut Sanierungskoordinator Raoul Schmidt-Lamontain auch der Spielplatz Schleusengrund, die Straßensanierung Ratswiese sowie die Renovierung der Wohnhäuser Wunstorfer Straße 53, Kirchhöfnerstraße 1 und 1A sowie Harenberger Straße 8 bis 10. Letzteres Gebäude wurde in mühevoller Arbeit vollständig entkernt. „Im Prinzip sind nur noch die Grundmauern stehen geblieben“, sagt Schmidt-Lamontain.

Bürger haben noch viele Wünsche

Zum Ende der Stadtteilsanierung gibt es bei den Bürgern von Limmer noch viele offene Wünsche. Das wurde bei einem Workshop im St.-Nikolai-Gemeindehaus deutlich, bei dem sich rund 40 Teilnehmer auf Einladung der Stadt mit der weiteren Zukunft des Stadtteils beschäftigten.

Demnach sorgen sich die Bürger vor allem um die Grundschule Kastanienhof. „Die Grundschule muss an diesem Standort bleiben – da sind sich alle einig“, sagte Workshop-Teilnehmer Lars Wiechmann. Als Sprecher einer Arbeitsgruppe wünschte er sich außerdem mehr Zugang zum Wasser, einen Erhalt des Conti-Turms als Wahrzeichen der Wasserstadt sowie eine Umgestaltung des „Nadelöhrs“ östliche Wunstorfer Straße. Die Situation dort kritisierte auch Horst Dralle von der Arbeitsgruppe „Einkaufen, Arbeiten, Wohnen“. Außerdem meldete er Bedarf nach mehr Bolzplätzen und Ateliers, einem Wochenmarkt, einer direkten Busverbindung zum Bürgeramt in Linden-Mitte sowie nach einem Seniorenheim an. „Man sollte auch die letzten Lebensjahre in Limmer verbringen können“, sagte er. Cornelia Schweingel forderte mehr Bademöglichkeiten am Kanal, besseren Lärmschutz an der Güterumgehungsbahn und einen besseren Fußweg zur Wasserkunst.

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