Ahlem. Unter den rund 20 Athleten, die im Ahlemer Landesleistungszentrum ausgebildet werden, sind gleich mehrere U23-Weltmeister. Der niedersächsische Innen- und Sportminister Uwe Schünemann besuchte vergangene Woche das Zentrum und informierte sich über die Trainingsbedingungen der Rudersportler.
„Ich glaube, wir haben in Hannover allmählich eine Struktur aufbauen können, mit der wir auch im Vergleich zu anderen Bundesstützpunkten gut dastehen“, meinte Reinhard Krüger, der Vorsitzende des niedersächsischen Landesruderverbands (NLRV) beim Besuch des Innenministers. Hannover stehe im Wettbewerb mit Standorten wie Magdeburg und Halle – und schneide in diesem Vergleich gut ab.
Das Trainingsgelände am Stichkanal biete ideale Übungsbedingungen. „Hier trainieren 20 Sportler, die alle Chancen haben, sich für die Weltmeisterschaften oder die Olympischen Spiele zu qualifizieren“, meint Pressesprecher Christian Wenig. Das Ziel des Landesleistungszentrums sei es, einen großen Pool an Nachwuchssportler auszubilden, um sich dauerhaft mit der Weltspitze im Rudern zu messen.
Krüger betonte die Bedeutung der hauptamtlichen Trainerstellen, von denen es drei im Landesleistungszentrum gibt. „Wir brauchen sie, allein um den Bestand zu wahren“, sagte er. Die ersten Olympiateilnehmer aus Hannover seien noch von Ehrenamtlichen betreut worden. Durch die Professionalisierung des Rudersports sei das nicht mehr möglich.
Das Landesleistungszentrum in Ahlem ist 2009 zum Bundesstützpunkt geworden. Erst ein Jahr zuvor hatte der Landesruderverband alle möglichen Mittel mobilisiert, um am Stichkanal zusammen mit dem Landeskanuverband ein dafür geeignetes Gebäude einzurichten. Seitdem gibt es auch erstmals eine Bootshalle für die vielen Ruderboote der Sportler.
Jann-Edzard Junkmann kann sich noch erinnern, wie es vorher war. Er wird seit 2008 im Leistungszentrum in Hannover ausgebildet. „Als ich 2008 angefangen habe, hier zu trainieren, lagen die Boote noch auf der Wiese. Das machte einen schon traurig, wenn man es im Vergleich zu anderen Stützpunkten gesehen hat“, sagt der 22-jährige Maschinenbau-Student aus Aurich, der inzwischen in der Calenberger Neustadt wohnt.
Bei der diesjährigen U23-Ruderweltmeisterschaft in Amsterdam wurde Junkmann Weltmeister im Doppel-Vierer ohne Steuermann. 2010 holte er in derselben Altersklasse den Vizeweltmeistertitel im Doppel-Vierer mit Steuermann. Beide Titel verdankt der frühere Juniorenweltmeister im Achter (2007) nach eigener Aussage der Förderung im Leistungszentrum.
Auch Marie-Cathérine Arnold ist nach Hannover gezogen, um im Leistungszentrum zu trainieren und hier zu studieren. Die niedersächsische Nachwuchssportlerin des Jahres 2009 und U23-Weltmeisterin im Doppelvierer ohne Steuerfrau wird seit 2007 im Landesstützpunkt in Ahlem ausgebildet. Die Anlage sei inzwischen mit allem ausgestattet, was nötig ist, findet sie. Früher sei ein Trainer auf dem Fahrrad neben dem Kanal hergeradelt und habe Anweisungen herübergerufen, während sie ruderte. „Jetzt gibt es ein Motorboot“, sagt die Studentin der Geowissenschaften an der Uni Hannover.
Überhaupt sei die Betreuung sehr professionell. In ihrer Heimatstadt Sehnde wurde sie noch von ihrer Mutter trainiert. „Außerdem habe ich hier eine leistungsstarke Trainingsgruppe, mit der ich mich messen kann“, meint die 20-Jährige, die mittlerweile in Limmer wohnt.
Das Ziel der beiden Ruderer ist Olympia 2016. „Seit 1992 haben Sportler von hier an allen Olympischen Spielen teilgenommen“, sagt Pressesprecher Christian Wenig voller Stolz.
Christian Link
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